Im Zentrum stehen zwei Familien, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: reich vs. arm, konservativ vs. progressiv, angepasst vs. aufbegehrend. Reyna nutzt diese Gegensätze klug, um verschiedene Perspektiven auf die Revolution zu zeigen - ohne Klischees, mit authentischen Figuren und nachvollziehbaren Konflikten. Besonders stark: Wie das große politische Chaos bis ins Private durchschlägt. Freundschaften zerbrechen, Liebende werden zu Feinden, Familien reißen auseinander. Und Reyna spart nicht an der dunklen Seite: Machtmissbrauch, Gewalt, Verzweiflung - schonungslos, aber nie billig inszeniert. Allerdings: Nicht alles sitzt. Manchmal bleibt Reyna beim Umgang mit brutalen Themen zu vage, die moralische Einordnung fehlt. Auch die ausführliche Figurenzeichnung - an sich eine Stärke - zieht sich stellenweise zu sehr und nimmt Tempo raus, weniger wäre manchmal mehr gewesen. Trotzdem bleibt ein starker Eindruck: atmosphärisch dicht, sprachlich präzise, historisch fundiert. Die Schauplatze leben, die Dialoge wirken, und das Drama fühlt sich echt an. Zwischen Roman und Serie angesiedelt - irgendwo zwischen Downton Abbey und Bürgerkrieg - gelingt Reyna ein literarisches Panorama voller Spannung und Tiefe.
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Revolución 1, Francisco Reyna
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