Der Autor beschreibt die unterschiedlichen Elemente der Macht und der damit einhergehenden Befehle sehr präzise. Er nimmt hierfür Beispiele aus der Tierwelt, ethnischen Gruppen und Kulturen, aus der Religion, Politik und Geschichte, stellt die Verschmelzung religiöser und politischer Macht dar, verweist auf den Befehl als Stachel der Macht, der weitergegeben werden muss ... Gottgläubige warten auf den scharfen Eingriff der göttlichen Gewalt - hier betont er die Anhänger des Islam und des Calvinismus - Gott hat für sie die krasseren Züge des Herrschers ... Im Epilog geht er auf die (Massen)Produktion ein ... in der modernen Produktion hat der alte Gehalt der Vermehrungsmeute eine so ungeheuerliche Steigerung erfahren, dass alle anderen Gehalte unseres Lebens daneben schwinden ... Wenn es einen Glauben gibt, dem die lebenskräftigen Völker der Erde eins ums andere verfallen, so ist es der Glaube an die Produktion ... in diesem Punkt vergleicht er den Glauben, ... wenn auch nur oberflächlich ..., mit den Universalreligionen, die auf jede Seele aus sind ... Das Buch wurde 1960 herausgegeben, hat aber an Aktualität in den vorgenannten Punkten nichts eingebüßt, vielmehr an Brisanz zugelegt. Einige Stellen mögen etwas langatmig sein, andere sind in ihrer präzisen Voraussicht nicht zu widerlegen. Ich finde den Autor, ähnlich wie beispielsweise Erich Fromm, hoch interessant zu lesen. Ich würde ihn mit vier bis fünf Sternen bewerten.
Ausverkauft, aber heiß begehrt!
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- 239 Seiten
- 9 Lesestunden
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Masse und Macht. 2. Band, Elias Canetti
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 1960
- Einband
- (Paperback)
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- Titel
- Masse und Macht. 2. Band
- Sprache
- Deutsch
- Autor*innen
- Elias Canetti
- Verlag
- Carl Hanser
- Erscheinungsdatum
- 1960
- Einband
- Paperback
- Seitenzahl
- 239
- ISBN10
- 3446117474
- ISBN13
- 9783446117471
- Reihe
- Schlagwörter
- Belletristik, Weltliteratur
- Bewertung
- 5 von 5 Sternen



