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Die Zellulose-Rituale der Ersatzsicherheit

Eine Feldstudie über Krisenroutine, Würdeökonomie und den Griff zur Rolle

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„Die Zellulose-Rituale der Ersatzsicherheit“ untersucht ein erstaunlich stabiles Krisenphänomen. Sobald Schneestürme, Eisregen, Stromausfälle oder diffuse Versorgungsängste in den Alltag einsickern, greift ein Teil der Bevölkerung reflexhaft zur Rolle. Toilettenpapier wird zur Beruhigungsware, zum sichtbaren Beweis von Handlungsfähigkeit – stapelbar, zählbar, fotografierbar. Der Band erscheint im Rahmen der Reihe „Die bewusste Verblödung“ und nutzt die aktenförmige Erzähl- und Analyseperspektive der V.F.E.G. als methodischen Rahmen. In institutionellem Ton werden Mechaniken beschrieben, die sich in Krisenlagen wiederholen, wie Kontrollillusion durch Greifbarkeit, Sichtbarkeitsdramaturgie leerer Regale, Scham- und Würdeökonomie, Herdendynamik und Bildrückkopplung über Plattformen, sowie psychologische Dispositionen wie Bedrohungswahrnehmung und Ungewissheitsintoleranz. Ergänzt wird die Analyse durch satirisch zugespitzte, zugleich plausibel gebaute Messinstrumente und ein umfangreiches Kapitel mit „Fallakten der Zellulose“ – realistische Beobachtungen und fiktive Verdichtungen, die den Übergang von Vorsorge zu Ersatzhandlung protokollieren. Das Ergebnis ist ein präziser, trockener, bisweilen unerquicklich komischer Befund über moderne Sicherheitsfantasien: Nicht jede Vorbereitung folgt einer Logik der Versorgung. Manche folgt der Logik der Beruhigung.

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Die Zellulose-Rituale der Ersatzsicherheit, Markus Brüchler

Sprache
Erscheinungsdatum
2026
Einband
(Hardcover)
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Titel
Die Zellulose-Rituale der Ersatzsicherheit
Untertitel
Eine Feldstudie über Krisenroutine, Würdeökonomie und den Griff zur Rolle
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2026
Einband
Hardcover
Seitenzahl
164
ISBN13
9783985788613
Reihe
Beschreibung
„Die Zellulose-Rituale der Ersatzsicherheit“ untersucht ein erstaunlich stabiles Krisenphänomen. Sobald Schneestürme, Eisregen, Stromausfälle oder diffuse Versorgungsängste in den Alltag einsickern, greift ein Teil der Bevölkerung reflexhaft zur Rolle. Toilettenpapier wird zur Beruhigungsware, zum sichtbaren Beweis von Handlungsfähigkeit – stapelbar, zählbar, fotografierbar. Der Band erscheint im Rahmen der Reihe „Die bewusste Verblödung“ und nutzt die aktenförmige Erzähl- und Analyseperspektive der V.F.E.G. als methodischen Rahmen. In institutionellem Ton werden Mechaniken beschrieben, die sich in Krisenlagen wiederholen, wie Kontrollillusion durch Greifbarkeit, Sichtbarkeitsdramaturgie leerer Regale, Scham- und Würdeökonomie, Herdendynamik und Bildrückkopplung über Plattformen, sowie psychologische Dispositionen wie Bedrohungswahrnehmung und Ungewissheitsintoleranz. Ergänzt wird die Analyse durch satirisch zugespitzte, zugleich plausibel gebaute Messinstrumente und ein umfangreiches Kapitel mit „Fallakten der Zellulose“ – realistische Beobachtungen und fiktive Verdichtungen, die den Übergang von Vorsorge zu Ersatzhandlung protokollieren. Das Ergebnis ist ein präziser, trockener, bisweilen unerquicklich komischer Befund über moderne Sicherheitsfantasien: Nicht jede Vorbereitung folgt einer Logik der Versorgung. Manche folgt der Logik der Beruhigung.