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Das halbzerfallene Stadttor Rashomon ist der Schauplatz der Titelnovelle, die in eine vergangene Zeit führt, als eine Seuche in Kioto wütet und Not sowie moralischer Niedergang um sich greifen. Ein einsamer Mann sucht Schutz vor dem Regen und steht vor der Wahl, ein Räuber zu werden oder zu verhungern. Im Dachgeschoss entdeckt er eine alte Frau, die einem Seuchenopfer die Haare ausreißt, um Perücken zu machen. Angesichts des Elends verfliegt seine Empörung, und kalte Selbstsucht gewinnt die Oberhand. Er überfällt die Alte und verschwindet in der Nacht. Akutagawa verlegt diese makabre Begebenheit in ein historisches Milieu, doch der Dieb hat die intellektuelle Physiognomie eines modernen Menschen, und sein Verhalten spiegelt Konflikte der bürgerlichen Gesellschaft wider. Auch in den anderen Texten des Bandes zeigt der Autor sich als kritischer Beobachter seiner Umwelt, die er mit ironischer Skepsis und zunehmender Schärfe gestaltet. Ob er von einer freundlichen Geste erzählt oder gesellschaftliche Probleme satirisch enthüllt, stets spiegelt sich die widersprüchliche Realität Japans in seinen Werken. Stilistische Brillanz, Vielfalt der Techniken und psychologische Tiefe kennzeichnen seine Kurzprosa.
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Rashomon, Ryūnosuke Akutagawa, Jürgen Berndt
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 1985
- Einband
- (Hardcover),
- Buchzustand
- Gebraucht - Gut
- Preis
- € 6,09
Keiner hat bisher bewertet.
- Titel
- Rashomon
- Untertitel
- Ausgewählte Kurzprosa
- Sprache
- Deutsch
- Autor*innen
- Ryūnosuke Akutagawa, Jürgen Berndt
- Verlag
- Beck
- Erscheinungsdatum
- 1985
- Einband
- Hardcover
- Seitenzahl
- 602
- ISBN10
- 3406304680
- ISBN13
- 9783406304682
- Reihe
- Kategorien
- Schlagwörter
- Weltliteratur
- Beschreibung
- Das halbzerfallene Stadttor Rashomon ist der Schauplatz der Titelnovelle, die in eine vergangene Zeit führt, als eine Seuche in Kioto wütet und Not sowie moralischer Niedergang um sich greifen. Ein einsamer Mann sucht Schutz vor dem Regen und steht vor der Wahl, ein Räuber zu werden oder zu verhungern. Im Dachgeschoss entdeckt er eine alte Frau, die einem Seuchenopfer die Haare ausreißt, um Perücken zu machen. Angesichts des Elends verfliegt seine Empörung, und kalte Selbstsucht gewinnt die Oberhand. Er überfällt die Alte und verschwindet in der Nacht. Akutagawa verlegt diese makabre Begebenheit in ein historisches Milieu, doch der Dieb hat die intellektuelle Physiognomie eines modernen Menschen, und sein Verhalten spiegelt Konflikte der bürgerlichen Gesellschaft wider. Auch in den anderen Texten des Bandes zeigt der Autor sich als kritischer Beobachter seiner Umwelt, die er mit ironischer Skepsis und zunehmender Schärfe gestaltet. Ob er von einer freundlichen Geste erzählt oder gesellschaftliche Probleme satirisch enthüllt, stets spiegelt sich die widersprüchliche Realität Japans in seinen Werken. Stilistische Brillanz, Vielfalt der Techniken und psychologische Tiefe kennzeichnen seine Kurzprosa.




