Aqua viva
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Clarice Lispector war eine international gefeierte brasilianische Schriftstellerin, die für ihre innovativen Romane und Kurzgeschichten bekannt ist. Ihr Werk zeichnet sich durch tiefen psychologischen Einblick und experimentellen Sprachgebrauch aus, der sich dem Kern menschlicher Existenz widmet. Lispector erforschte Themen wie Identität, Spiritualität und das Alltägliche, wobei sie häufig den inneren Monolog und einen introspektiven Stil einsetzte. Ihre einzigartige Erzählweise und die von ihr aufgeworfenen philosophischen Fragen haben sie zu einer der bedeutendsten und einflussreichsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gemacht.







Endlich wiederentdeckt: die Virginia Woolf Südamerikas Platz 1 der SWR Bestenliste, eine beeindruckende Anzahl hymnischer Rezensionen und eine Nominierung der Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020: der erste Band von Clarice Lispectors Erzählungen (»Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau«) begeisterte die Presse ebenso wie Leserinnen und Leser. Zum 100. Geburtstag der Autorin liegt nun der zweite und letzte Band vor. Auch er zeigt die brasilianische Ausnahmeautorin wieder als einzigartige Chronistin des weiblichen Lebens und seiner Abgründe: Eine junge Frau entdeckt nach vielen Demütigungen das ekstatische Glück des Lesens. Ein Hausmädchen versinkt in traurigen Gedanken, um gestärkt in den Alltag zurückzukehren. Eine Beobachterin taucht in fremde Menschen ein und wird zu deren Fleisch. In 44 Geschichten, entstanden auf dem Höhepunkt ihrer literarischen Karriere und für diese Ausgabe von Luis Ruby neu übersetzt, paaren sich widersprüchlichste Gefühle und kühne Bilder mit philosophischer Erkenntnis. Lispector macht uns staunen – nicht zuletzt über die Kompliziertheit des Lebens.
Martim, ein Mann, der seine Menschlichkeit verloren hat, flieht nach einem gescheiterten Mordversuch und findet Arbeit auf einer einsamen Fazenda. Dort leben die herrische Vitoria und ihre Nichte Ermelinda. Zwischen den drei entsteht ein komplexes Netz aus Sehnsüchten und Aggressionen, das zu einer Denunziation führt.
Storys. Übersetzt von Luis Ruby, mit einem Nachwort von Teresa Präauer
Best-of-Lispector: 30 ausgewählte Kurzgeschichten der Kultautorin«Besser als Jorge Luis Borges» – Elizabeth Bishop. «Schneidend wie ein Diamant» – Rachel Kushner. «Die brasilianische Virginia Woolf» – Karl Lagerfeld. Selten ist ein Werk des 20. Jahrhunderts so überschwänglich und einhellig gerühmt worden wie das von Clarice Lispector. Im Mittelpunkt dieser faszinierenden Sammlung von 30 Short Stories stehen weibliche Erfahrungen und Sichtweisen auf die Welt. Luisa, eine junge Frau führt ein Doppelleben als Ehegattin und Stripteasetänzerin. Miss Algrave, ein irisches Mauerblümchen, erlebt in London unverhofft ihr sexuelles Erweckungserlebnis. In einer anderen Geschichte rächen sich zwei Frauen, Carmem und Beatriz, die in wilder Ehe mit einem Mann zusammenleben, auf perfide Art für seine chronische Untreue.In Lispectors Kurzprosa, von Luis Ruby neu ins Deutsche übersetzt, lernen wir eine ungeheuer vielseitige Erzählerin kennen. Noch für die widersprüchlichsten Gefühle findet sie ein originelles Bild oder eine aufregende Wendung, eine treffende Charakteristik oder eine kluge Sentenz. Neben der titelgebenden Geschichte werden unter anderem die Erzählungen «Sofias Dramen», «Heimliches Glück», «Die Abfahrt des Zuges», «Auf der Suche nach einer Würde», «Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau» sowie «Dona Frozinas Finessen» enthalten sein. Lispectors Fabulierkunst langweilt nie und verblüfft immer.
Clarice Lispector, als "Virginia Woolf Brasiliens" bekannt, stellt in ihren sieben Romanen und fünf Erzählbänden grundlegende Fragen zur Freiheit, dem Verhältnis von Worten und Gefühlen sowie zu Einsamkeit und den Grenzen von Liebe.
Macabéa schlägt sich in der rauen Hafengegend von Rio de Janeiro mit Schreibarbeiten durch. Niemand, nicht einmal ihr Freund, hat das unansehnliche, unterernährte Mädchen aus dem armen Norden gern. Aber Macabéa besitzt eine große innere Freiheit: Sie scheint einfach nicht zu wissen, wie unglücklich sie sein müsste.
»Eine der geheimnisvollsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts.« Orhan Pamuk »Es ist eigenartig, dass ich nicht sagen kann, wer ich bin.« In der Ehe mit Rechtsanwalt Otávio findet Joana keine Antwort auf ihre Fragen. Auch ihr drängender Wunsch, nahe dem »wilden Herzen« des Lebens zu sein, sich durch die Liebe zu befreien, bleibt unerfüllt. Joana sucht im Rückblick auf die eigene Kindheit und Jugend nach Träumen und frühen Zielen, stößt auf inneren Reichtum und die Gewissheit zu leben. Lispectors autobiografisch gefärbter Roman gleicht einer Reise ins Innere des Verstehens einer Frau. Im Alter von nur 19 Jahren verfasst, machte er die Autorin in Brasilien mit einem Schlag berühmt. Noch heute staunt man über die kühnen Bilder, die radikale Ehrlichkeit und philosophische Tiefe, mit denen Lispector das junge, hungrige Leben einer Frau auslotet.