Wien 1938: Der Arzt Hans Asperger beschreibt Symptome bei Kindern, die er unter die Diagnose »autistische Psychopathie« fasst. Er hatte bei Patienten Schwächen im sozialen Verhalten beobachtet. Im selben Jahr ziehen die Nationalsozialisten in Wien ein. Asperger sollte bald verantworten, dass Kinder, die er für »nicht sozial integrierbar« hielt, in der Anstalt Am Spiegelgrund zu »Euthanasie«-Opfern wurden. Edith Sheffer, Mutter eines von Autismus betroffenen Kindes, hat sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Diagnose begeben. Sie zeigt, welche Wertvorstellungen Asperger geprägt haben und welche Entwicklung die Diagnose genommen hat. Ihr berührendes und eindrucksvolles Buch wirft ein neues Licht auf die Geschichte der Psychiatrie im Nationalsozialismus und auf das Asperger-Syndrom.
Edith Sheffer Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Edith Sheffer ist eine herausragende Wissenschaftlerin, deren Werk sich mit den komplexen Geschichten Europas befasst, insbesondere mit dem NS-Wien und dem geteilten Deutschland. Ihre Forschung dringt in die dunkleren Winkel der Geschichte ein, untersucht die Entstehung der Autismus-Diagnose im Dritten Reich und deckt überraschende Verwicklungen in Euthanasieprogramme auf. Sheffer hinterfragt auch festgefahrene Narrative des Kalten Krieges und deckt auf, wie große historische Ereignisse durch die alltäglichen Handlungen gewöhnlicher Menschen geprägt wurden. Ihre Schriften bieten tiefe Einblicke, wie die Vergangenheit konstruiert wurde und wie sie bis heute nachwirkt.


Burned Bridge
- 357 Seiten
- 13 Lesestunden
Examines "Burned Bridge," the intersection between two sister cities in East and West Germany, and reveals how the daily adjustments of anxious residents shaped the barrier that divided them.