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Ilse Aichinger

    1. November 1921 – 11. November 2016

    Ilse Aichingers Schriften vermitteln eindringlich ihre Erfahrungen der Verfolgung durch die Nazis aufgrund ihrer jüdischen Abstammung. Ihre Prosa zeichnet sich durch Prägnanz und starke Symbolik aus und wird oft mit Franz Kafka verglichen. In ihren Werken erforscht sie Themen wie Identität, Erinnerung und Trauma, wobei sie sich mit der psychologischen Tiefe ihrer Charaktere und deren Weltwahrnehmung auseinandersetzt. Aichinger bietet den Lesern eine einzigartige Perspektive auf die Auswirkungen historischer Ereignisse auf das individuelle Leben.

    Ilse Aichinger
    Verschenkter Rat
    Schlechte Wörter
    Dialoge, Erzählungen, Gedichte
    Meine Sprache und ich
    Der Gefesselte
    Die größere Hoffnung: Nachw. v. Ruth Klüger
    • Ilse Aichingers 1948 erschienener Roman über rassisch verfolgte Kinder während der Hitlerzeit irritiert noch immer. In verfremdenden Bildern wird von der Angst, der Bedrohung und der widerständigen Hoffnung der "Kinder mit den falschen Großeltern" erzählt. Diese Kinder, die nach den Nürnberger Gesetzen als jüdisch oder - wie die Hauptfigur Ellen - als halbjüdisch gelten, leiden unter Isolation, Demütigung und Verhöhnung. Doch es wird auch von unnachgiebigem Widerstand berichtet: "als könne es ruhig den Kopf kosten, wenn es nur nicht das Herz kostete". Aus diesem Widerstand schöpfen die verfolgten Kinder neue Hoffnung, die über die Aussicht auf Auswanderung hinausgeht. Diese "größere Hoffnung" beinhaltet die Gewissheit, dass "irgendwann der Abschied endet und das Wiedersehen beginnt", und dass Liebe und Leiden eins werden: "Peitscht uns, tötet uns, trampelt uns nieder, einholen könnt ihr uns erst dort, wo ihr lieben oder geliebt werden wollt". Diese Hoffnung haben die Opfer ihren Mördern voraus. Der Anhang des Bandes enthält Aichingers erste Veröffentlichung, einen Text über den Jüdischen Friedhof in Wien, erstmals seit 1945 wieder abgedruckt. Mit einer 1988 gehaltenen Rede an die Jugend wird der Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlossen.

      Die größere Hoffnung: Nachw. v. Ruth Klüger
      5,0
    • InhaltsverzeichnisAjax - Algebra - Auf verlorenem Posten - Der Bastard - Bauernregel - Chrigina - Erinnerungen für Samuel Greenberg - Fünf Vorschläge - Herodes - Hohe Warte - Mein Vater aus Stroh - Meine Sprache und ich - Das Milchmädchen von St. Louis - Nicht vor Mailand - Port Sing - Der Querbalken - Die Rampenmaler - Schweres Wasser - Die Schwestern Jouet Gedichte: Marianne - Gonzagasse - St. Gilgen - Dreizehn Jahre - Attersee - Alter Blick - Ihr da - Zwei Orte, zusammengelegt - Heutig - Mein Vater - Mägdemangel - Winterrichtung - Selbstgebaut - Übermorgen - Triest

      Dialoge, Erzählungen, Gedichte
      4,0
    • »Die Untergänge vor sich her schleifen« Nichts ist aggressiver in Ilse Aichingers Werk als die Sammlung ›Schlechte Wörter‹. Der Band versammelt Texte, die mit einer unbeirrbaren Genauigkeit, in zwingenden Assoziationen die menschliche Existenz bedenken, bis an ihre äußersten Grenzen und Stationen. Sie wenden sich skeptisch und ohne Illusion gegen Gebote, Maximen und Devisen. »Diese Prosa hebt alles aus den Angeln, was sie anspricht und meint« (Jürgen Becker).

      Schlechte Wörter
      4,0
    • Verschenkter Rat

      Gedichte

      • 128 Seiten
      • 5 Lesestunden

      »Hör gut hin, Kleiner, / es gibt Weißblech, sagen sie, / es gibt die Welt, / prüfe, ob sie nicht lügen.« Ilse Aichingers Gedichtsammlung ›Verschenkter Rat‹ gilt seit ihrem Erscheinen als ein Höhepunkt deutschsprachiger Nachkriegslyrik. Die Aufforderung zur Unabhängigkeit, zum Nichteinverstandensein mit staatlichen, gesellschaftlichen und religiösen Erwartungen wird in schlichten, in ihrer Schlichtheit aber umso subversiveren Versen proklamiert. Von Verlust, von Trauer und von Hingabe sprechen diese Gedichte, von den verlorenen Orten der Kindheit, von Gewalt und errungener Gewaltlosigkeit, vom Glück gesteigerter Wahrnehmung und vom Widerstand, den die scheinbar einfache Betrachtung lehrt.

      Verschenkter Rat
      4,0
    • Film und Verhängnis

      • 207 Seiten
      • 8 Lesestunden

      Eine Sensation: Ein neues Werk von Ilse Aichinger, das eine innovative Form des autobiografischen Schreibens präsentiert. Ein halbes Jahrhundert nach ihrem Debütroman und über ein Jahrzehnt nach ihren autobiografischen Texten hat Aichinger eine Kunst entwickelt, die das Erleben von Film und Fotografie nutzt, um über das eigene und kollektive Leben zu reflektieren. Ihre Erinnerungen sind eng mit der Mediengeschichte verknüpft, angefangen mit dem Moment, als sie in ihrer Kindheit von Tonfilmen hörte. Der Kriegsausbruch 1939 fand im Kino statt, und das Ende des Krieges brachte tragische Nachrichten über deportierte Verwandte. Aichinger denkt filmisch über Themen wie Leben, Treue und Verrat nach und präsentiert eine existenzielle Autobiografie in einem 'Journal des Verschwindens'. Sie reflektiert über Stan Laurel und Oliver Hardy und die Absurditäten des Lebens. Nach dem Ansehen von Beatles-Filmen spannt sie einen Bogen von ihrer ersten Englandreise 1948 bis zu den Pop-Stimmen der Sixties, die durch ihr Zuhause hallten. In unerwarteten Verknüpfungen von Populärkultur, Denken und Autobiografie wird ein faszinierendes Bild des Jahrhunderts gezeichnet, voller Witz, Unangepasstheit und kritischer Zeitgenossenschaft.

      Film und Verhängnis
      3,6
    • Ilse Aichingers 1948 veröffentlichter Roman über rassisch verfolgte Kinder während der Hitlerzeit bleibt auch heute noch irritierend. In eindringlichen Bildern schildert er die Angst, Bedrohung und den widerständigen Hoffnung der „Kinder mit den falschen Großeltern“. Diese Kinder, die gemäß den Nürnberger Gesetzen als jüdisch oder, wie die Hauptfigur Ellen, als halbjüdisch gelten, erleben Isolation, Demütigung und Verhöhnung. Dennoch wird immer wieder von unnachgiebigem Widerstand berichtet, der zeigt, dass es wichtiger ist, das Herz zu bewahren, auch wenn der Kopf dafür leiden muss. Aus diesem Widerstand schöpfen die verfolgten Kinder Kraft: Nachdem ihre Hoffnung auf Auswanderung zerbrochen ist, entwickelt sich eine neue, größere Hoffnung. Diese Hoffnung beinhaltet die Gewissheit, dass der Abschied eines Tages endet und das Wiedersehen beginnt. Liebe und Leiden verschmelzen: „Peitscht uns, tötet uns, trampelt uns nieder, einholen könnt ihr uns erst dort, wo ihr lieben oder geliebt werden wollt.“ Diese Hoffnung übertrifft die der Mörder. Der Anhang enthält Aichingers erste Veröffentlichung über den Jüdischen Friedhof in Wien, die erstmals seit 1945 wieder abgedruckt wird, sowie eine Rede von 1988, die den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt.

      Die grössere Hoffnung
      3,9