Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl ist in vielerlei Hinsicht ein zentraler Text im Werk Schwabs: nicht nur entsteht in ihm allmählich das so schnell danach berühmt gewordene 'Schwabisch', dieses aus Witz, Parodie und vielerlei entfremdeten Jargons bestehende Idiom, der Roman zeigt auch eine der Quellen von Schwabs Kritik: Joe Mc Vie spielt während der Zeit der Kandidatur Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten und dem 50. Jahrestag des 'Anschlusses' und spiegelt die politischen und gesellschaftlichen Diskurse dieser Jahre wider. Der Protagonist Joe Mc Vie bewegt sich in einer Welt, deren Realkoordinaten – Österreich, 1988, Allgegenwart des Staatspräsidenten, Landleben mit 'Gemeinderat, Wirtshaus, Feuerwehr, Heimkehrer, Kirche' – sich zunehmend in Richtung Comics und Splatterfilme verschieben und dabei das 'Ramscharoma' erzeugen, das wir aus späteren Werken bereits kennen. Dass Schwab 'zu dem, was man das Körperliche nennt, ein direktes hartes unsentimentales Verhältnis' hat, belegt auch dieser frühe Roman ziemlich drastisch.
Werner Schwab Bücher







Dramen III.
- 305 Seiten
- 11 Lesestunden
Fäkaliendramen
- 235 Seiten
- 9 Lesestunden
»Schwer aushaltbar sind Schwabs Texte allemal«, schrieb Theater heute im März 91 anläßlich der Aufführung von Übergewicht, »Die hohe Künstlichkeit der Sprache schlägt um in merkwürdigen Radikalismus, sobald sie nicht nur auf dem Papier steht, sondern laut gesprochen wird. Dann entsteht ein schräger beängstigender Aufschrei gegen die Welt der sauberen Syntax, der klaren Regeln und der wahren Worte und Werte. Schwabs Sprache ist voll schmutziger, aberwitziger Tragikomik.«In den vier Stücken, die Schwab hier als Fäkaliendramen zusammenfaßt, wird die Tradition des Volksstücks weitergeführt, die zuletzt in den 60er Jahren eine Blütezeit erlebte. Die Schwachstellen in unserem sozialen Gefüge, auf die Schwab seine Finger legt, sind, wie bei seinen Vorgängern Horwáth über Fleißer zu Fassbinder und Bauer, die Kleinbürger und die, die von den Kleinbürgern zu Außenseitern gemacht werden.
Coverdramen
- 246 Seiten
- 9 Lesestunden
Theater Theater. Aktuelle Stücke 17
- 708 Seiten
- 25 Lesestunden
Nuran David Calis »Frühlings Erwachen!« nach Frank Wedekind, Justine del Corte »Der Alptraum vom Glück«, Jan Fabre »Der König des Plagiats«, Helmut Krausser »Roy Bar«, Lorenz Langenegger »Rakows Dom«, Michael Lentz »Gotthelm oder Mythos Claus«, Andreas Marber »Die Beißfrequenz der Kettenhunde«, Lukas Moodysson »Raus aus Åmål (Fucking Åmål)«, Falk Richter »Im Ausnahmezustand«, Robert Woelfl »Ressource Liebe«. Bonus: Christopher Durang »Gebrüllt vor Lachen«, Werner Schwab »Antiklimax«.
Kniha obsahuje scénáře divadelních her současného rakouského dramatika.


