Joachim Fest war ein deutscher Historiker und Journalist, der für seine Werke über Nazi-Deutschland bekannt ist. Seine Schriften befassten sich mit Schlüsselfiguren und Ereignissen dieser Ära, prägten die öffentliche Debatte und trugen zu einem tieferen historischen Verständnis bei. Fests kritischer Ansatz und seine Detailgenauigkeit machten ihn zu einer bedeutenden Stimme bei der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit in der deutschen Geschichtsschreibung.
Die Wiederherstellung der alten europäischen Ordnung war aber auch mit manchen Einbußen verbunden. Für Joachim Fest und Wolf Jobst Siedler zählt der Abschied vom europäischen Bürgertum zu den Verlusten, die mit den Katastrophen des 20. Jahrhunderts verbunden waren. In ihrem Gespräch mit dem Schweizer Publizisten Frank A. Meyer geht es um die Frage, ob mit dem Anbruch des neuen Jahrhunderts auch eine neue Ordnung heraufzieht, eine egalitäre Gesellschaft, die keine Schichten und Klassen mehr kennt.
Kein Land hat die Sehnsucht der Deutschen mehr geweckt als Italien. Nirgendwo sonst gehen Vergangenheit und Gegenwart eine so spannungsreiche Verbindung ein, liegen Fremdes und scheinbar Vertrautes so eng nebeneinander. Joachim Fest hat dieses Land nicht auf der herkömmlichen Route bereist, sondern von Süden her. Dabei ist ein lebendiges, facettenreiches Bild entstanden. Stets wechseln sich scharfsichtige Beobachtungen mit pointierten Reflexionen oder packenden historischen Skizzen ab. Im Mittelpunkt jedoch stehen die Menschen, denen er begegnet ist. Ein brillant geschriebenes Reisejournal und zugleich viel mehr: ein literarisches Meisterwerk, kunstvoll komponiert und dennoch sehr persönlich.
Von Joachim Fest für die Sendereihe des ZDF 'Zeugen des Jahrhunderts' befragt, erteilt Marcel Reich-Ranicki Auskunft über seine Erlebnisse und Erfahrungen 'zwischen Diktatur und Literatur'. Er wurde 1920 in Wloclawek an der Weichsel geboren, wuchs aber in Berlin auf. Im Herbst 1938, kurz nach dem Abitur an einem preußischen Gymnasium, nach Polen deportiert, war er während des Krieges zunächst im Warschauer Ghetto und dann im Untergrund. Nach 1945 betätigte er sich in Warschau als Kritiker deutscher Literatur, 1958 kehrte er von einer Studienreise in die Bundesrepublik nicht mehr nach Polen zurück. Von 1960 bis 1973 war er ständiger Literaturkritiker der Wochenzeitung Die Zeit und leitete von 1974 bis 1988 den Literaturteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er ist überdies Honorarprofessor an der Universität Tübingen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen Reich-Ranickis ebenso persönliche wie zeitgeschichtlich symptomatische Erlebnisse im nationalsozialistischen Deutschland und im kommunistischen Polen.
Als Journalist und als Herausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hat Joachim Fest die publizistischen Debatten der Bundesrepublik geprägt wie kaum ein anderer. Seine Leitartikel und Kommentare widmen sich den großen Themen und Ereignissen der jüngeren Vergangenheit: Radikalenerlass und Deutscher Herbst, der Fall Filbinger und die TV-Serie «Holocaust», die gefälschten Hitler-Tagebücher und der Historikerstreit, zweiter Golfkrieg und ausländerfeindliche Gewalt sowie die Parteispendenskandale der Jahrtausendwende. Daneben setzt er sich in grundlegenden Essays mit 1968 und dem «zerstörten Traum» des utopischen Denkens auseinander. So entsteht ein lebendiges Panorama der politischen Kulturgeschichte, ergänzt durch wegweisende Aufsätze zu historischen Themen – das Vermächtnis eines unabhängigen Geistes und glänzenden Stilisten.
Vermächtnis eines großen Publizisten Joachim Fests brillante Essays zeigen die thematische Bandbreite des begnadeten Stilisten: vom Dritten Reich und Problemen der Geschichtsschreibung über das Verhältnis der Intellektuellen zur Politik bis hin zu Literatur und Kunst.
Selbstbildnis von fremder Hand. 2001 Hardcover Ehem. Bibliotheksexemplar mit Signatur und Stempel. GUTER Zustand, ein paar Gebrauchsspuren. Ex-library with stamp and library-signature. GOOD condition, some traces of use. Hf489
Eine biografische Studie über Adolf Hitler, die 30 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen erneut aufgelegt wird, hat gute Gründe dafür. Trotz einiger Kritik an Joachim Fests biografischer Methode und der Tatsache, dass in der historischen Forschung neue Meilensteine gesetzt wurden, bleibt Fests Arbeit, neben der von Alan Bullock, in vielen Aspekten state of the art. Dies gilt nicht nur für die literarische Qualität, sondern auch für die Analyse der persönlichen, gesellschaftlichen und historischen Ursachen hinter Hitlers unverständlichem Aufstieg. Im Gegensatz zu Ian Kershaw, der Hitler als Produkt sozialer Energien darstellt, bleibt Fest eng bei der Person Hitler und berücksichtigt gleichzeitig die soziohistorischen Gründe für seinen "Erfolg". Der Autor zeigt, wie die Pathologie des Diktators mit den Bedürfnissen, Gefühlen und Ressentiments anderer Menschen sowie der Masse korrespondiert. Fests Biografie ist ein wichtiger Mosaikstein für das komplexe Bild, das wir von Hitler und seinem Umfeld zeichnen müssen, um die Vergangenheit und unsere Gegenwart besser zu verstehen. Fest verdeutlicht, dass Hitler nicht nur das Ende einer Epoche markiert, sondern auch den Anfang unserer Gegenwart, die ohne das Verständnis dieser Geschichte nicht zu begreifen ist. Dies wird besonders im eindrucksvollen Kapitel "Blick auf eine Unperson" deutlich.
Im Herbst 1989 ist mehr zerbrochen als das politische System im Osten: Auch die utopischen Verheißungen des Glücks, die am Grunde des Sozialismus lagen, sind zuschanden geworden. Die Suche nach Glück, die alle Utopien an der Stelle jenseitiger Hoffnungen für die konkrete Wirklichkeit versprachen, ist auf die sozialistische Weise nicht zu erlangen. Joachim Fest geht den utopischen Hoffnungen der letzten einhundert Jahre nach, vom Marxschen irdischen Paradies bis zum Blochschen Prinzip Hoffnung, und sein Essay schließt mit der bitteren Wahrheit, dass ein Leben ohne Utopie der Preis der Modernität ist.
Kaum ein anderer hat unser Verständnis vom Dritten Reich so sehr geprägt wie Joachim Fest. Doch wie hat er selbst diese Zeit und die Nachkriegsjahre erlebt? In seinen als Meisterwerk gefeierten Erinnerungen erzählt er vom katholischen Elternhaus in Berlin, dem Berufsverbot für den Vater, dem eigenen Schulverweis, Kriegsdienst und Gefangenschaft. Entstanden ist das Porträt einer Familie, die sich den Nazis verweigerte. «Ein außerordentliches Erinnerungsbuch.» Der Spiegel «Das Bild dieser Familie mit ihrem unverwechselbaren Ton ist schlechterdings hinreißend. Man schaut sich um in der deutschen Literatur nach einer Parallele und findet keine.» Süddeutsche Zeitung
Joachim C. Fest zeichnet in seinen psychologisch-biographisch angelegten Porträts der Führungsclique des Dritten Reiches ein kenntnis- und detailreiches Bild des Nationalsozialismus, das alle wesentlichen Züge dieses totalitären Herrschaftssystems aufdeckt.
Joachim Fest berichtet über Begegnungen mit prominenten Persönlichkeiten, die sein Leben prägten. Das Spektrum der Bildnisse reicht von Hannah Arendt bis Golo Mann, von Ulrike Meinhof bis Sebastian Haffner. Und im Spiegel der Porträtierten gibt der autor zugleich einen Einblick in seine eigene Biographie.
Hitler und das Ende des Dritten Reiches. Eine historische Skizze
208 Seiten
8 Lesestunden
Die neuere Geschichte kennt nichts, was den Ereignissen des Frühjahrs 1945 vergleichbar wäre.Niemals zuvor sind im Untergang eines Reiches so viele Menschenleben vernichtet, so viele Städte ausgelöscht worden. Joachim Fest erinnert an ein Geschehen, das nicht nur politisch-historisch, sondern für ungezählte Mitlebende vor allem menschlich nichts anderes als ein Weltuntergang war.
Kaum eine Figur der nationalsozialistischen Führungsspitze ist mit so vielen Rätseln verbunden wie Albert Speer. Geboren 1905, wurde er mit dreißig Jahren Chefarchitekt des Dritten Reiches und entwarf die neue Reichskanzlei sowie die «Lichtdome», die Berlin zur «Welthauptstadt Germania» machen sollten. 1942 ernannte ihn Hitler zum Rüstungsminister, und er vervielfachte die deutsche Rüstungsproduktion. Trotz seiner Machtposition bezeichnete er sich als «unpolitisch» und galt als Außenseiter im Hitler-Kreis. Speer war voller Widersprüche; während er den Krieg seit Herbst 1943 für verloren hielt, setzte er alles daran, ihn fortzuführen. Er betrachtete Hitlers Judenhass als «Schrulle», zeigte jedoch keine Abneigung. Er erkannte die Korruption und den Egoismus der Machthaber, blieb jedoch persönlich unberührt. Sein Name fand sich auf der Kabinettliste der Verschwörer des 20. Juli. Der britische Historiker Hugh R. Trevor-Roper nannte ihn «den wahren Verbrecher Nazideutschlands». In seiner Biographie beleuchtet Joachim Fest diese Widersprüche und sieht in Speer einen Repräsentanten verbreiteter Stimmungen und Anfälligkeiten. Die Einsichten aus seinem Lebensweg tragen zur Klärung des Bruchs bei, der 1933 unter den Deutschen stattfand und das Land in Barbarei und Verbrechen führte.
Zwanzig Jahre ist Joachim Fest als Herausgeber für das Feuilleton der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verantwortlich gewesen. In dieser Eigenschaft hat er «das Kulturleben des Landes in hohem Maße geprägt« (Marcel Reich-Ranicki). Immer wieder hat er nicht nur durch engagierte Interventionen bei kulturellen Streitfragen – etwa zu Rainer Werner Fassbinders Theaterstück «Die Stadt, der Müll und der Tod» – von sich reden gemacht, sondern auch durch kenntnisreiche Beiträge zu Schriftstellern, Malern und Architekten. Dabei interessierte er sich besonders für das Verhältnis eines Künstlers zu seiner Zeit, zur Politik und überlieferten Formensprache seiner Gattung; aber auch dafür, wie sich die moderne Gesellschaft insgesamt zur kulturellen Überlieferung stellt. Dass Fests ebenso scharfsinnige wie nuancierte Antworten auf diese Fragen von bleibendem Wert sind, zeigen die hier versammelten Texte. «Es ist schwer, vom ungeheuer weiten Bildungshorizont des glänzenden Stilisten unbeeindruckt zu bleiben.» dpa
The son of a Freiburg physician. Describes his youth and early education in Freiburg, his life in the military as a Flak helper and soldier, and gives an eye-witness account of the deadly conditions found in various prison camps (Lagers St. Medard and Labouheyre) located in southern France.
Eine Biographie. Der Aufstieg - Mit allen Bild- und Textdokumenten
529 Seiten
19 Lesestunden
Das Buch "Hitler. Biografie" von Joachim Fest, einem bekannten deutschen Historiker des Dritten Reiches, gilt als eine der besten Biografien über Hitler. Zentraler Punkt der talentiert und fesselnd geschriebenen Buches ist Adolf Hitler. Fest ist der Meinung, dass der gewaltige Wille zur Macht Hitlers die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur bedingte und die "erstaunliche Kraft des Einflusses der Persönlichkeit auf den historischen Prozess" demonstrierte. In dem Buch - "Der Weg nach oben" - wird die Lebensphase Hitlers beschrieben, die seinem Aufstieg zur Macht vorausging.
Autor zde popisuje konec druhé světové války, líčí totální rozpad třetí říše.
Adolf Hitler, který sliboval, že obnoví velikost Německa, vytvořil se svou nacistickou stranou silný diktátorský režim. Hitlerova troufalá politika bez skrupulí dosáhla řady triumfů, ale skončila rozpadem třetí říše. Německý historik a publicista Joachim Fest v této publikaci se snaží popsat průběh posledních dnů všemocného führera a jeho nejbližších. Kniha obsahuje také množství deníkových záznamů a vzpomínkové literatury. Je obohacena několika fotografiemi.
Slavný, již zesnulý německý publicista ve své neméně slavné knize s autobiografickými prvky podává zcela neotřelou analýzu nacismu. Kniha osloví každého, koho zajímá, čím žili zejména mladí lidé v předválečném a válečném Německu.
Albert Speer was an unemployed architect when Hitler came to power in 1933. Soon he was designing the Third Reich's most important buildings. In 1942 Hitler appointed him Armaments Minister and he quadrupled production, an astonishing achievement that kept the German Army in the field and prolonged the war. Yet Speer's life was full of contradictions. The only member of the Nazi elite with whom Hitler developed more than a purely functional relationship (he has even been called "Hitler's unrequited love"), Speer was always an outsider in Hitler's inner circle. He saw himself as an artist, above the crass power struggles of the roughnecks around him. But his enormous ambition blinded him to the crimes in which he played a leading role. Brilliantly illustrated, this gripping account of one man's rise and fall helps explain how Germany descended so far into crime and barbarism.