Freya kämpft mit dem Chaos ihrer Gedanken und Geschichten, die um sie wirbeln. Frustriert greift sie zur Tastatur, während sie über Tabakreste sinniert. Plötzlich reißt der letzte Faden, und sie erkennt, dass der erste Satz der Schlüssel zu jeder guten Geschichte ist.
Merlin S. Miller Bücher




Der Autor fragt sich, wie er etwas beschreiben soll, das keinen Anfang und kein Ende hat, nachdem er seine Geschichte beendet hat. Mit verschränkten Armen starrt er auf den wachsenden Papierstapel und erkennt, dass er seinen Gedanken und Erfahrungen ein eigenes Universum gegeben hat. Trotz des Erfolgs, seine Welten mit Worten zu erschaffen, fällt es ihm schwer, eine Inhaltsangabe zu formulieren. Er empfindet das Ganze als surreal, während er nervös in seinem Sessel hin und her wippt. Das Papier wiegt kaum etwas, doch die Geschichten, die es erzählt, sind unermesslich schwer. Er hofft, dass das Aufschreiben der Geschichten die Last von seinen Schultern nehmen wird, doch die Gravitation der Gedanken bleibt überwältigend. Zweifel überkommen ihn: Vielleicht fehlt noch eine letzte Geschichte, doch trotz aller Anstrengungen fließen keine neuen Worte mehr. Er fühlt sich gefangen in seiner eigenen Schaffenswelt, die sich über die Jahre immer mehr verdichtet hat. Die Gitter seines selbstgebauten Käfigs sind dicker geworden, und er erkennt, dass er der Welt, die ihn nährt, zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Um dieser bedrückenden Erkenntnis zu entfliehen, greift er nach einer der Seiten auf dem Tisch und ...
Freya oder Eine zauberhaft besoffene Geschichte
- 166 Seiten
- 6 Lesestunden
FREYA - Eine zauberhaft besoffene Geschichte Junge erfolgreiche Autorin mit Schreibblockade, schiffbrüchig im Atlantik, auf einem Segelboot, ohne einen Plan davon zu haben, wie man segelt. Ihr Proviant bestand aus zwei Dosen Thunfisch, einer Packung Chips, einem Glas Oliven und Tabak für eine letzte Kippe. Die Akkulaufzeit ihres Laptops betrug, zusammen mit der Powerbank, knapp sechzehn Stunden. Sechzehn Stunden für ihre womöglich letzte Geschichte. Eine Geschichte, welche sie schon vor Jahren schreiben wollte, nie die passenden Worte fand, und schlussendlich lieber den Sünden dieser Welt verfiel. Der kleine Kobold in ihrem Kopf half ihr dabei. Doch hier draußen, auf dem Boot, blieb ihr keine andere Wahl, als sich auf die Suche nach all diesen verloren geglaubten Worten zu machen. Fiktion oder Realität! Wer von den beiden schreibt hier eigentlich? "Guter Stoff für eine neue Story", dachte sie sich, klappte den Bildschirm des Laptops nach oben und begann zu schreiben.
Takos Reise begann als einfacher Androide in einer Bibliothek in Schweden. Damals war er eine stumpfe Blechbüchse, die den Nullen und Einsen huldigte. "Guten Tag. Welchen Buchtitel suchen Sie denn genau?" Millionen Jahre später war die Welt um ihn herum eine völlig andere. "Bewusstsein ist Chaos...", murmelte er vor sich hin, griff nach einem leeren Blatt Papier und begann damit, seiner Geschichte einen Anfang und ein Ende zu geben.