Michail Lermontow, oft als „Dichter des Kaukasus“ bezeichnet, gilt als der bedeutendste russische Dichter nach Alexander Puschkin. Sein bleibender Einfluss auf die spätere russische Literatur wirkt sowohl durch seine Poesie als auch durch seine Prosa nach. Lermontows Leben, das auf tragische Weise in einem Duell endete, spiegelt das von Puschkin wider; bemerkenswerterweise thematisierten beide Dichter fatale Duell-Ausgänge in ihren Hauptwerken, in denen die Protagonisten siegreich hervorgingen.
Michail Lermontow, der letzte große Dichter der russischen Romantik, wurde nur 26 Jahre alt. Wie Puschkin ist er im Duell gefallen. Themen und Stimmungen der Sinnlosigkeit und Leere des Lebens, der Melancholie und der Einsamkeit, aber auch flammende Anklagen gegen das Unrecht in jeder Gestalt durchziehen sein frühvollendetes lyrisches Werk, das in vielem prophetische Züge trägt. Sprachen: Deutsch, Russisch
77 neu übertragene Gedichte des früh ums Leben gekommenen russischen Dichters Michail Lermontow (1814 – 1841). Obwohl noch ganz im Zeichen der Romantik stehend, weist Lermontows Lyrik bereits deutlich auf den französischen Symbolismus eines Baudelaire oder Verlaine voraus. Sämtliche Gedichte wurden meisterlich neu übersetzt von Eric Boerner (* 1965).
Im Mittelpunkt einer Serie von fünf lose verknüpften Novellen steht der junge Offizier Grigori Petschorin. In der ersten Novelle entführt der verliebte Held die Tochter eines Tscherkessen-Fürsten und gewinnt mit der Zeit ihre Zuneigung. Die ihn bald anödende und von ihm vernachlässigte Bela fällt in die Hände eines Banditen und kommt ums Leben. In Taman stört Petschorin zufällig die Geschäfte einer Gruppe von Schmugglern und bezahlt dies fast mit seinem Leben. Den grössten Teil des Romans nimmt die Geschichte von Prinzessin Meri ein: In einem kaukasischen Kurort machen Petschorin und sein Freund, der Junker, einer jungen Prinzessin den Hof. Während Petschorin nur mit den Gefühlen der Prinzessin spielt, verliebt sie sich leidenschaftlich in ihn und weist den Junker ab. Der Ausgestochene sinnt auf Rache und provoziert Petschorin; es kommt zum Duell, in dessen Verlauf der Junker von Petschorin getötet wird. In Der Fatalist schiesst sich ein serbischer Offizier wegen einer Wette mit Petschorin mit einer (versagenden) Pistole in den Kopf, um zu zeigen, dass es ein vorherbestimmtes Schicksal gibt und dass seine Zeit noch nicht gekommen ist; keine Stunde später wird der Offizier durch Zufall von einem betrunkenen Soldaten niedergesäbelt.