André Heller ist ein visionärer Künstler und Performer, dessen umfangreiches Werk Schreiben, Theater, Film und Performancekunst umfasst. Seine Kreationen werden für ihre poetische Tiefe, ihren visuellen Glanz und ihre Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche gefeiert. Heller verwebt auf meisterhafte Weise Kunst mit philosophischer Einsicht und hinterlässt beim Publikum einen bleibenden Eindruck. Sein unverwechselbarer Ansatz zum künstlerischen Ausdruck spiegelt den tiefen Wunsch wider, grundlegende menschliche Erfahrungen zu verstehen und zu vermitteln.
André Heller greift Szenen und Begebenheiten seiner Kindheit auf und verwandelt sie in die Geschichte eines Jungen mit funkelnder Phantasie. In einem Asbest-Anzug als erster Mensch in das Innere des Vesuvs hinabzusteigen, um in der glühenden Lava nach Feuerfischen zu suchen, das ist einer von Pauls Plänen. André Heller schreibt eine poetische Erinnerung an ein Kind, eine Industriellendynastie und die schillernde Gesellschaft des Wiener Großbürgertums.
Die Wiederentdeckung des Romandebüts eines der vielseitigsten Mediakünstler
»Ferdinand widmete der Schattenkunde beträchtliche Zeit, lenkte seine Umrisse behutsam in jene schöner Damen, bestieg die auf Steinböden großer Plätze geworfenen Schatten von Feldherren, Künstlern und Herrschern. Dreimal hatte er sich schon auf einer Bank des Wiener Volksgartens gefunden, wo er zärtlich an den Schatten der steinernen Kaiserin Elisabeth geschmiegt, in tiefen Schlaf geglitten war.«
Ein moderner Flaneur ist dieser Ferdinand Alt, von Beruf »Klavierstimmer, aber eigentlich Komponist«. Müßig durchstreift er sein Wien und betrachtet die Welt, die ihn umgibt. Ob er mit einem Buch im Kaffeehaus sitzt und sich eine schöne Rothaarige an seinen Tisch setzt oder ob er bei einem Spaziergang im Park von Schönbrunn auf »optischen Beutezügen« ist: Die einundsechzig Beschreibungen aus dem Leben des Ferdinand Alt sind von typischem Wiener Charme und flanierendem Schauen durchdrungen.
»Da ist ein Schriftsteller, den es zu lesen lohnt«, befand 1988 der Publizist und österreichische Staatspreisträger für Literaturkritik Thomas Rothschild zu Hellers Schattentaucher.
Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr
Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn.
Der erfolgreiche Wiener Multimediakünstler (Jg. 1949) beweist sein Erzähltalent mit enormer Fantasie und unerschöpflichem Sinn für Skurrilität, immer im Mittelpunkt sein tiefes Verständnis menschlicher Verstörtheit.
Eine spannende Fantasiereise entlang der Donau, die fast 3.000 Kilometer durch Europa fließt und Länder, Kulturen sowie Geschichten verbindet. Das Buch vereint knapp 40 neu erzählte Märchen, Mythen und Legenden aus allen Regionen der Donau, von der Quelle bis zur Mündung. Die Erzählungen, überliefert von Großeltern, stammen von bekannten Autoren wie Christine Nöstlinger und André Heller. Die Reise wird von Erfewalu, einem kleinen Wandler zwischen Kulturen, geleitet, der von Nixen, Wasserwesen, verborgenen Schätzen und gefährlichen Ungeheuern erzählt. Fantasievolle Illustrationen von Susanne Schmögner begleiten die literarische Flussfahrt. Zusätzlich enthält das Buch ein Hörbuch, in dem Mercedes Echerer, Joachim „Blacky“ Fuchsberger und André Heller ausgewählte Geschichten interpretieren. Die Musik des Akustik-Trios Folksmilch fängt die Geräusche und Stimmungen der Donau ein. Neben der deutschsprachigen Version sind auch deutsch-slowakische und deutsch-rumänische Fassungen erhältlich. Das Werk bietet eine literarisch-musikalische Märchenreise entlang der Donau, illustriert und akustisch untermalt, und richtet sich an Leser von 5 bis 99 Jahren. Preis: € 19,80.
„Ein Maupassant, ein Schnitzler, sogar ein Joseph Roth von morgen könnte André Heller werden.“ Süddeutsche Zeitung SPIEGEL-Bestseller-Autor André Heller erzählt ganz besondere, tiefgründige und schillernde Geschichten: Eine Weltmeisterschaft im Händefalten, Shlomo Herzmanskys wundersames Überleben dank Himmler und ein wildes nächtliches Durcheinander von Lipizzanern mitten in Wien. Alles ist möglich, selbst die Abschaffung des Todes kann einen nicht wirklich erstaunen, wenn man in diese außergewöhnliche Erzählwelt eintaucht. André Heller verschränkt Anekdotisches mit Autobiografischem, schafft Bilder und Porträts seiner Welt, die die Vergangenheit in die Gegenwart holt und die Ferne in die Nähe.
„Eine Trostgeschichte im Wirrwarr unserer Zeit“ – von Wortjongleur André Heller
Der schönste Tag des Jahres ist für Tullio sein Geburtstag. Da bekommt er von seinen Eltern ein Fest geschenkt. Seine liebsten Freundinnen und Freunde darf er dazu einladen, und die ganze Wohnung wird geschmückt. Am wichtigsten aber ist, dass die Gäste aufs originellste kostümiert erscheinen. Diesmal jedoch ist alles anders. Wegen einer Krankheit, sagt sein Vater, die die ganze Welt durcheinanderbringt, könne das Fest nicht stattfinden. Tullio fühlt sich von allen guten Geistern verlassen. Doch die für Schlafabenteuer zuständige Nachtpräsidentin beratschlagt sich mit den Feen und Luftgenien und schickt Tullio eine Parade von fantastischen Wesen, die über Nacht aus ihm das glücklichste Kind machen. Seiltänzer, Feuerspucker, Schattenspieler, die exotischsten Tiere und Pflanzen werden von Maïté Kalita, Esther Martens und dem Wortjongleur André Heller versammelt.
Ein Mann und seine lebenslange Sehnsucht nach dem Süden. Der große Roman von André Heller Ein »fleißiger Taugenichts« ist der knapp nach dem Zweiten Weltkrieg in Wien geborene Julian Passauer. Im Dachgeschoss von Schloss Schönbrunn wächst der Sohn des stellvertretenden Direktors des Naturhistorischen Museums auf, umgeben vom Teehändler und »Hauswüstling« Hugo Cartor, dem philosophierenden »Warzenkönig« Grabowiak oder dem ehemaligen Weltklasseschwimmer Graf Eltz, einem begnadeten Geschichtenerzähler. Vaters lebenslange Sehnsucht nach dem Süden setzt sich in Julian fort. Auf einer ausgedehnten Schiffsreise umrundet Julian Afrika, er beginnt ein Studium, bricht es ab und wird schließlich professioneller Pokerspieler. Erst in der Villa Piazzoli am Gardasee scheint er zur Ruhe zu kommen und begegnet den Frauen seines Lebens. Und doch zieht es ihn wieder weiter – nach Süden.