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Luise Rinser

    30. April 1911 – 17. März 2002

    Luise Rinser war eine deutsche Schriftstellerin, deren Werke sich mit tiefgreifenden ethischen und sozialen Fragen auseinandersetzen. Ihr Schreiben schöpft oft aus persönlichen Erfahrungen, einschließlich ihrer Inhaftierung während des Zweiten Weltkriegs, und erforscht Themen wie Glauben, soziale Verantwortung und die Suche nach Wahrheit. Rinser war bekannt für ihre offene Haltung zu politischen und religiösen Themen, was sie zu einer unverwechselbaren Stimme in der deutschen Literatur macht. Ihr literarisches Erbe liegt in der Dringlichkeit ihrer Prosa und ihrem unerschütterlichen Engagement für die menschliche Verfassung und die Gesellschaft.

    Luise Rinser
    Mitte des Lebens
    Khomeini und der islamische Gottesstaat
    Gratwanderung
    Ein Bündel weißer Narzissen
    Winterfrühling
    Das Squirrel
    • Dieser erstmals 1968 erschienene Band versammelt Kolumnen Luise Rinsers, die ursprünglich in der Zeitschrift ›Für Sie‹ veröffentlicht wurden. Die Themen, die Rinser in bewährter Manier mitten aus dem Leben greift und mit Hilfe anschaulicher Beispiele verdeutlicht, haben in den Jahren seither nichts von ihrer Aktualität verloren: »Jedermann hat Angst, ein Zurückgebliebener zu sein, ein Altmodischer, Konservativer, einer, der nicht mitzählt, weil er im hektischen Rennen nicht mehr vorne liegt. Es gab vermutlich keine Epoche in der Entwicklung der Menschheit, die ein derartiges Tempo hatte und derart viel und unerhört Neues brachte.« – Muss man dem etwas hinzufügen?

      Fragen – Antworten2016
    • Dies sind Geschichten, die von Träumen und vom Leben erzählen, von Kindheit und Alter, von Seelenabgründen und Selbstfindung, von Veränderung und von immer neuen Versuchen, Utopien zu verwirklichen. Mit 26 Jahren begann Luise Rinser zu schreiben, und die ersten Erzählungen, so stellte sie später fest, »bezeichnen den Beginn meiner bewussten schriftstellerischen Arbeit«. Ihre kurzen Geschichten, die ihr Leben und Schaffen immer begleitet haben, zeigen die ganze Spanne ihrer künstlerischen Entwicklung.

      Sämtliche Erzählungen2011
      3,5
    • Aeterna

      • 253 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Eine Frau kehrt auf eine Insel zurück, auf der sie vor sehr langer Zeit, vielleicht in einem früheren Leben, gewohnt hat. Sie will dort eine uralte, „durch Vergessen zerstörte“ Felsenstadt wieder aufbauen, die nur noch in einer sehr tief liegenden Ebene ihres Gedächtnisses existiert. Sie begegnet einem Mann, der wortlos bereit ist, mit ihr zusammen dieses Gebäude aus Erinnerungen neu zu errichten. Auch sein Gedächtnis reicht Jahrhunderte oder Jahrtausende zurück bis in die Zeit vor dem Ausbruch des Vulkans, der die Felsenstadt verschüttet hat. Gemeinsam entdecken die beiden die Insel, ihre Geschichte, ihre Bewohner, ihre Geheimnisse. Sie versuchen Rätsel zu lösen und Orakel zu entschlüsseln, forschen in Höhlen nach der Vergangenheit und imaginieren eine Zukunft für die neu zu erbauende Stadt und ihre Menschen. Doch sie sind wieder von dem Vulkan bedroht: Die Insel wird zur Falle. Liegt die Zukunft nun jenseits des Horizonts, in einem Land, das es noch zu finden gilt?

      Aeterna2000
    • Bruder Hund

      • 158 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Zwanzig Jahre nach ihrem Roman ›Mirjam‹ beschäftigt sich Luise Rinser hier noch einmal mit der komplexen Beziehung Mirjams zu Jesus Christus, dieses Mal jedoch aus einer ganz anderen Aus der Sicht eines Hundes werden die letzten Lebensjahre seines »Herrn« erzählt, der auf einmal nicht mehr nur als das bedeutungsvolle Symbol der himmlischen Erlösung erscheint, sondern auch als Mensch. Der unschuldige, naive Blick des Hundes nimmt dabei vielsagende zwischenmenschliche Details wahr und bietet dem Leser so Anregungen für ganz neue Gedanken zu einem eigentlich vertrauten Thema.(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Bruder Hund1999
    • Engel lügt

      Lebenserfahrungen

      • 155 Seiten
      • 6 Lesestunden
      Engel lügt1997
    • Schwere persönliche Erfahrungen haben Luise Rinsers Leben und Denken in den letzten Jahren bestimmt. Krankheit und Tod ihres Sohnes, lange eigene Klinikaufenthalte nach zwei Unfällen haben sie an die Grenze ihrer Existenz geführt. Die Grundfragen des Lebens, die sie von jeher beschäftigen, stellen sich ihr neu und sie findet neue Antworten. Aber vier Monate, so stellt sie fest, »waren in meinem Bewußtsein wie leere Seiten«. Mit vier leeren Seiten ist diese Zeit auch in ihrem Tagebuch festgehalten. Ein tief prägendes Erlebnis fällt ins erste der hier dokumentierten Jahre: eine Reise nach Indien auf Einladung des Dalai Lama zu langen Gesprächen. »Fünf Tage, täglich einige Stunden neben ihm, haben mich unerhört viel gelehrt.« Diese Begegnung, die auch Anstoß gab zu neuer, intensiver Auseinandersetzung mit den großen Themen der buddhistischen und der christlichen Mystik, beschreibt Luise Rinser als einen »Zustand des gehobenen Glücks«. Und in einer anderen Eintragung heißt es: »Glücklich sein: dankbar sein fürs Leben, so wie es ist.«

      Kunst des Schattenspiels1997
      4,0
    • Leben im Augenblick

      • 191 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Verstreut im umfangreichen Lebenswerk von Luise Rinser finden sich kurze Texte, in denen sich Lebenserfahrung verdichtet. Gesammelt in diesem Buch geben sie Aufschluß über Schritte auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.Kostbare Sentenzen zum Nachdenken, zum Meditieren und zur Besinnung auf das eigene Leben.(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Leben im Augenblick1996
    • Mitgefühl als Weg zum Frieden

      • 143 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Luise Rinser war Gast des Dalai Lama in Dharamsala in Indien und hat mehrmals intensive Gespräche mit dem Staatsoberhaupt und Religionsführer des tibetischen Volkes geführt. Sie gibt ihre Gespräche mit dem Dalai Lama über den Wert und die Kraft einer echten Friedenssehnsucht wieder, die sich aus mystischen Quellen speist und im politischen Engagement äußert.Ihr Bericht erschien erstmals 1995.(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Mitgefühl als Weg zum Frieden1995
      3,0
    • Gratwanderung

      • 470 Seiten
      • 17 Lesestunden

      Luise Rinser und Karl Rahner haben 22 Jahre lang Briefe ausgetauscht, die ein Zeugnis ihrer innigen Freundschaft sind, ihres intensiven Gedankenaustausches und ihrer Treue zum einmal gewählten Lebensweg.Ein intimes Tagebuch in Briefen.(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Gratwanderung1994
      5,0
    • Forts. von: Den Wolf umarmen. - In diesen autobiographischen Aufzeichnungen schildert die streitbare Katholikin ihre emotionalen Erfahrungen seit 1949

      Saturn auf der Sonne1994
      3,5
    • Fliessendes Licht

      • 246 Seiten
      • 9 Lesestunden

      »Dieses Buch ist eine Sammlung von Stellen zu spirituellen Erfahrungen aus meinen Arbeiten. Was in diesem Buch steht, scheint mir die Essenz dessen, was ich in meiner gesamten Arbeit und mit meinem Leben sagen will.«(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Fliessendes Licht1993
    • In einer Besprechung des Bandes ›Wachsender Mond‹ (1988) lobte Albert von Schirnding die Zivilcourage und intellektuelle Neugier der Tagebuch-Schreiberin. Es ist nicht überraschend, dass die Politik in diesem neuen Tagebuch-Band eine zentrale Rolle spielt, da die Jahre seit 1988 von gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägt waren, wie dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz, dem Golfkrieg und dem Bürgerkrieg in Jugoslawien. Luise Rinser widmet sich den Opfern der Geschichte, die sie überall trifft: Vertriebene, Flüchtlinge und Asylanten, sowie die Tiere, deren Seele und Heil ihr am Herzen liegen. Neben diesen Themen bietet sie Berichte von ihren Reisen, Anekdoten aus dem Alltag einer Schriftstellerin und kritische Notizen, wobei die humane Dimension der Literatur für sie von zentraler Bedeutung ist. Ihre ständige Lernbereitschaft zeigt sich als schmerzhafter Prozess der Selbsterkenntnis, der den Leser dazu anregt, über die Verletzungen der Welt nachzudenken und in seiner unreflektierten Sicherheit erschüttert zu werden. Gleichzeitig gibt es Trost in den kleinen Dingen, wie den Blumen und dem treuen Hund Unio in Rocca di Papa, die ein wenig Hoffnung spenden.

      Wir Heimatlosen1992
      3,4
    • Ein Roman über das berühmte Liebespaar aus dem 12. Jahrhundert; zugleich eine Studie über Auseinandersetzungen mit der Kirche und eine Darstellung der psychologischen Vorgänge zwischen Liebenden mit aktuellen Bezügen zu Kirchenkritik und Feminismus

      Abaelards Liebe1991
      3,5
    • So etwas Gemeines! Da steht endlich dieser helle Stern am Himmel und die Väter von Balthasar, melchior und der kleinen Kaspierina, die Heiligen Drei Könige, machen sich allein auf den Weg. Dabei wären die Kinder so gerne mitgekommen. So beschließen sie, den Vätern heimlich zu folgen. Doch wenn sie gewusst hätten, wie viele Abenteuer sie auf dem Weg nach bethlehem zu bestehen haben, vielleicht wären sie zuhause geblieben.

      Drei Kinder und ein Stern1990
      3,0
    • Wachsender Mond

      • 244 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Tagebuchaartige Aufzeichnungen, Betrachtungen und Anekdoten aus dem Alltagsleben der Autorin, in dem Politik eine zentrale Rolle spielt.

      Wachsender Mond1988
      4,0
    • Das Squirrel

      Eine Geschichte von sichtbaren und unsichtbaren Wesen

      • 115 Seiten
      • 5 Lesestunden
      Das Squirrel1985
      5,0
    • »Luise Rinser bleibt sich treu«: Dieser Satz prägt die Ankündigung eines neuen Buches der engagierten Autorin, die sich in ihrer Auseinandersetzung mit der Welt und den Menschen stets selbst treu bleibt. Ihre Treue ist dynamisch, sie umfasst sowohl Mitgehen als auch Entgegentreten. Schreiben und Handeln sind für Rinser eins; ihre Perspektive wandelt sich im Laufe der Jahre, beeinflusst von Hoffnung und Verzweiflung. Leidenschaftlich und schonungslos, schont sie sich selbst nicht. Ihr kämpferischer Zorn und strenges Urteil werden von ihrer Menschenliebe überlagert, die als Treibkraft ihrer Arbeit dient. 1970 veröffentlichte sie den Band ›Baustelle‹, ein Tagebuch, das ihre eigene Form der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen darstellt. Es folgten weitere Tagebücher, die ihre Gedanken und Erlebnisse aus den Jahren 1970 bis 1982 dokumentieren. Diese neuen Notizen, Reflexionen und Prosastücke vereinen sich unter einem vertrauten Gesamtnenner, der ihr schwermütiges Grundgefühl widerspiegelt. Sie schildert Reisen in die USA und die DDR, Friedenskonferenzen und -demonstrationen, ihre Proteste und philosophische Lektüre. Rinser bringt temperamentvoll und charaktervoll zum Ausdruck, was sie denkt und fühlt, stets in Sorge um den Menschen, die Natur und Kreatur.

      Im Dunkeln singen1985
      3,6
    • Der Held dieser Geschichte, Franz, ist nicht erfunden, Wir kennen ihn als den Heiligen Franziskus. Warum erzählt Luise Rinser diese Geschichte des Franz von Assisi, die in historischen Aufzeichnungen überliefert ist, und vor allem wie erzählt sie vom Leben und Wirken dieses jungen Feuergeistes, des Dichters und Sängers aus dem Mittelalter, der als reicher Kaufmannssohn ein wilder Playboy und Verschwender war, bis er als Bettler fortging ins Gebirge zu den Armen und Aussätzigen? Für Luise Rinser war Francesco Bernardone ein geistgetriebener Revolutionär, ein Unbequemer und Außenseiter in einer Zeit, die über die Jahrhunderte hinweg in vielem der heutigen gleicht: Mit der Gründung der ersten Fabrik (Webereien) begann damals der Privatkapitalismus, das Geld der Fabrikanten und Kaufleute, der Fürsten und der Kirche führte zu Machtkämpfen und Kriegen, macht die Armen ärmer und unglücklicher. Luise Rinser geht den historischen Überlieferungen nach und projiziert das Leben des Heiligen Franziskus in unsere Zeit. Ein Zeitungsreporter sucht im Assisi des 20. Jahrhunderts in den Bergen nach der Kommune des Franz, befragt die Leute, die Gegner und Anhänger. Wie Franz von Assisi heute gelebt hätte - als Urwald-Arzt oder Arbeiterpriester, als Sozialhelfer oder Gefängnispsychologe -, darüber wird der Zeitungsreporter berichten, skeptisch und doch angerührt wie ein Historiker vor achthundert Jahren.

      Bruder Feuer1983
      3,8
    • Mirjam

      Roman

      »Hier bringt eine Frau die versteinerte Männerwelt um Jesus zum Tanzen: Judas („Jehuda“) will Politik machen, Johannes („Jochanan“) grübelt ewig, Jesus („Jeschua“) heilt, und Mirjam aus Magdala, die schöne Makkabäer-Tochter, sucht sich selber und den Sinn des Lebens. Sie ist Rebellin und Getreue, Begleiterin und oft Zweifelnde, eine starke, liebende Frau. Sie harrte aus unter dem Kreuz und sah als erste Jesus nach seinem Tod. Eine Frau also von zweifelhaftem Ruf war zuerst vertraut mit dem größten Mysterium des christlichen Glaubens. „Weibergeschwätz“ war die erste Reaktion der Männer, als Mirjam von dem „Auferstandenen“ erzählte... Luise Rinser erweckt den Mann aus Nazareth zu neuem Leben. Mirjam erinnert abendländische Christen an ihre Jesus-Vergeßlichkeit.« Franz Alt in Die Zeit

      Mirjam1983
      4,1
    • Mit wem reden

      • 121 Seiten
      • 5 Lesestunden

      German

      Mit wem reden1982
      2,3
    • Den Wolf umarmen

      • 411 Seiten
      • 15 Lesestunden

      »Eine Kindheit im oberbayerischen Dorf, gelenkt von einem "saturnischen" Vater und einer nüchternen Mutter, erste mystische und philosophische Erfahrungen, die Seminarzeit im Zeichen geistiger Frühreife, pädagogische Erfahrungen in abgelegenen Siedlungen, die von den Idealen der deutschen "Schulreformer" zehren und sich den Ansprüchen des Nationalsozialismus an Schule und Erziehung verweigern, die Ehe mit "Ariel" - dem Komponisten Horst Günther Schnell, der jung in Rußland fällt -, Bombardements in Braunschweig und Rostock, Rückkehr nach Bayern, das Leben im Waldhaus, die Verhaftung und Überführung nach dem Gefängnis Traunstein, ein Neubeginn nach der Stunde Null mit fünfunddreißig Jahren; das sind Stationen in Luise Rinsers fesselnden Lebenserinnerungen.« Neue Zürcher Zeitung

      Den Wolf umarmen1981
      3,9
    • Das Geheimnis des Brunnens

      • 124 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Nick ist verschwunden! Und der steinerne Löwe vom Brunnen auch. Was ist geschehen? Susi bekommt es heraus.

      Das Geheimnis des Brunnens1979
      3,0
    • Kriegsspielzeug

      Tagebuch 1972-1978

      Nach den Bänden "Baustelle" und "Grenzübergänge" präsentiert Luise Rinser ihr drittes Tagebuch, das die Jahre 1972 bis 1978 umfasst. Diese Zeit war für sie die schmerzlichste der Nachkriegszeit. In der Hysterie des Herbstes 1977, nach der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer, wurde sie von Teilen der Öffentlichkeit in die Nähe von Gewalttätern gerückt, und es gab Forderungen, ihre Texte aus den Schullesebüchern zu entfernen. Rinser, die Zeit ihres Lebens für Gewaltlosigkeit und Toleranz eingetreten ist, erinnerte sich an ihre Denunziation gegen Ende des Dritten Reiches, als sie auf ihre Hinrichtung wartete. Viele Einträge handeln von der antigeistigen Stimmung im Land, doch sie erlebte auch positive Rückmeldungen von Lesern, die sich öffentlich zu ihr bekannten. Die Tagebücher enthalten zudem Notizen von Reisen in die USA, auf eine indonesische Lepra-Insel, nach Korea, Spanien und Chile sowie Impressionen aus ihrem Alltag in Rom, Diskussionen mit Schülern und Predigten in Luzern. Rinser gibt Einblicke in ihre Korrespondenz und zeigt sich als Kämpferin gegen Elend, Gewalt und Unrecht – radikal im besten Sinne des Wortes.

      Kriegsspielzeug1978
      3,9
    • Der Sündenbock. Roman

      • 176 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Der Ausgangspunkt ist ein Verbrechen, dessen Beurteilung selbst Kriminalisten und Richtern schwerfiele. Der Dichterin aber geht es auch gar nicht darum, einen Fall in juristischem Sinne zu klären. Sie fragt vielmehr nach einer Wahrheit, die jenseits der menschlichen Erfahrung liegt. Denn das, was ge-meinhin als das Böse angesehen wird, ist nun einmal in die Welt gesetzt; es wächst und zieht immer weitere Kreise. Die Schuld fällt schließlich auf einen, irgendeinen, der zum Sündenbock wird. Dennoch hat Luise Rinser kein düsteres Buch geschrieben. Ihre Darstellung zeugt von menschlicher Güte und ist voller Verständnis für das Schicksal derer, denen das Leben übermäßig viel Schweres zumutet. Unglückliche, die helfen wollen, in ihrer menschlichen Hilflosigkeit aber einen Weg wählen, der sie vor die Schranken des irdischen Richters bringt. Um »ihres Kindes« willen nimmt die alte Magd Schuld auf sich, indem sie sich zur Rächerin macht, obgleich sie weiß, daß der Herr spricht: »Mein ist die Rache.«

      Der Sündenbock. Roman1978
      3,0
    • Der verwundete Drache

      • 244 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Dialog über Leben und Werk des Komponisten Isang Yun.

      Der verwundete Drache1977
      4,0
    • Die chronologische Reihenfolge der Erzählungen ermöglicht einen guten Über blick über die verschiedenen Stadien der künstlerischen Entwicklung Luise Rinsers. Von der poetischen Traumwelt der Kindheitsgeschichte „Die Lilie“ über die drei realistisch hart und desillusionierend geschilderten Frauenschicksale „Anna“, „Elisabeth“ und „Daniela“ führt der Weg bis zur klaren Objektivität der schon klassisch gewordenen Erzählung „Jan Lobel aus Warschau“ und zum Dialog zwischen Bäuerin und Engel in „Ein Bündel weißer Narzissen“, dessen Thematik auf einer reifen und bewußten Ebene an den Glauben der Kindheit anknüpft. Dazwischen liegen die aus der Erschütterung der ersten Nachkriegsjahre heraus entstandenen Erzählungen „Die kleine Frau Marbel“, „Ein alter Mann stirbt“ und „Eine dunkle Geschichte“. Luise Rinser sieht Menschen und Dinge mit einer Nüchternheit, die zuweilen fast grausam wirkt. Und doch gibt ihr eben diese Nüchternheit, verbunden mit ihrem ausgeprägten Sinn für soziale Gegebenheiten, jenen inneren Abstand, der die Grundvoraussetzung für eine künstlerische Gestaltung der Wirklichkeit ist.

      Ein Bündel weißer Narzissen1975
      4,4
    • Luise Rinser erzählt in der ersten Person, doch diese Geschichte ist nicht autobiographisch, sondern erfundene Wahrheit - die Geschichte einer Rückkehr und damit einer Überprüfung des Gestern und des Heute. Eine bayerische Mittelstadt. Menschen, Schicksale in ihr. Verschüttetes, Wiederaufgedecktes. Zwei alternde Schwestern, traumumfangene Künstlerin die eine, ganz von nüchterner Sachlichkeit und praktischem Sinn geleitet die bucklige andere. Die bohrenden Fragen der Besucherin werden zögernd beantwortet. Erlebnisse und Taten aus der Nazizeit allmählich aus dem Schatten gezogen, menschliche Triebkräfte, Schwächen, Verstrickungen aufgespürt. Die Lebenswege der so scharf wie rund gezeichneten Figuren in ihrer Kreatürlichkeit, ihrer Festigkeit, ihrer Verfügbarkeit und ihrem Widerspruch verknüpfen, die Geschichte der einzelnen und die Geschichte der Zeit verweben sich. Fragen über Fragen: manche müssen offen bleiben - was hat es auf sich mit dem schwarzen Esel?

      Der schwarze Esel1974
      3,7
    • Hochzeit der Widersprüche

      • 262 Seiten
      • 10 Lesestunden

      "Aus der Fülle von Briefen, die ich bekomme, wählte ich jene aus, die als signifikant gelten können für unsere Zeit und ihre besondere Problematik. Die am häufigsten und dringlichst gestellten Fragen wie kann man mit Depressionen und Neurosen leben; gibt es "seelische Gesundheit" und besteht sie in der Anpassung an die Gesellschaft oder im Widerspruch zu ihr; ist Politik der Feind der Religion; muß man aus bestehenden Kirchen austreten, um wahrer Christ zu sein; gibt es eine geistige Entwicklung der Menschheit und lohnt es überhaupt, zu leben; ist Selbstmord erlaubt; was ist der Tod und was kommt danach; ist Gott eine "Realität"; wie kann man es ertragen, in Widersprüchen politischer und geistiger Systeme zu leben?Der Titel deutet meinen Versuch an, zu zeigen, daß man aus der Welt der Widersprüchlichkeiten weder in die Resignation noch in die Neurose flüchten muß, sondern daß man die Widersprüche "vermählen" kann auf einer je höheren Bewußtseinsebene." (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Hochzeit der Widersprüche1973
    • Eine fromme, fleißige und nicht erfolglose Autorin legt ihre "Tagebuch-Notizen" vor. Luise Rinser, 61, nimmt oft Einladungen an: nach Rußland und nach Polen, zum Jugendtreffen in der Schweiz, zur Schriftsteller Speisung. zum Akademie-Empfang. Außerdem bewirtet und berät sie Mitmenschen in Lebenskrisen -- verirrte Linke (Gudrun Enßlin und Andreas Baader) und verstörte Priester, Eheopfer und durchgebrannte Kinder. Dabei setzt sie nicht zuletzt sich selbst durch Großmut, Mitgefühl und ihr so hochempfindliches Gewissen in Erstaunen. Dem Bundespräsidenten naht sie gleich mit einer "Fürbitte"; dem blassen Knaben, der Flugblätter austeilt. schenkt sie Geld, damit er essen könne; dem Alten an der Drehorgel gönnt sie ein Lächeln und fünf Mark; das Honorar für eine Lesung soll der leidenden Fabrikarbeiterin zugute kommen: den jungen Leuten, die der Drogensucht entronnen sind, spendiert sie Bratwürste. Den Kränkungen ihrer Branche ist die Verfasserin auf solche Art entrückt: "Das Leid meiner Mitmenschen geht mich mehr an als Literaturkritik."

      Grenzübergänge1972
      4,0
    • Baustelle

      • 390 Seiten
      • 14 Lesestunden

      In vielen Geschichten, in Betrachtung und Anekdote, Sentenz und Polemik schildert Luise Rinser Natur und Menschen, Wirklichkeit und Traum, Erlebtes und Gelesenes. Und hinter all den kleinen Beobachtungen und Ereignissen stellt sie immer wieder die Frage nach den Elementen des Daseins, nach Gott und der Welt. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

      Baustelle1970
    • Was ich wohl mit diesem Tobias gemeint habe? Wie konnte ich so einen zur Welt bringen, einen Zwanzigjährigen von heute, schwierig, nicht angenehm, mit Problemen, die nicht die meinen sind? Was mir beim Schreiben widerfuhr, erlebte ich nie vorher: dieser von mir konzipierte Tobias (ein desorientierter junger Mann, der mit seinem leiblichen Vater unzufrieden ist und glaubt, er sei ein uneheliches Kind) machte sich bald in einem Maße selbständig, dass nicht ich ihn schuf, sondern er mich.

      Ich bin Tobias1967
      3,6
    • Vom 22. Oktober bis zum 21. Dezember 1944 reichen die Aufzeichnun-gen, die Luise Rinser heimlich in der Zelle eines nationalsozialistischen Frauengefängnisses gemacht hat, während in Berlin ein Prozeß wegen Hochverrats gegen sie lief. Sie beschreibt, was sie beobachtet und am eigenen Leibe erfahren hat. Ihr Bericht ist Anklage, für die jedoch, die das Regime der Gewalt nicht bewußt erlebt haben, ein Dokument.

      Gefängnistagebuch1963
      4,0
    • In diesem Roman schildert Luise Rinser ein Familienbild des intellektuellen deutschen Mittelstandes. Eine junge Frau, Kind der Provence, kommt in das Haus eines unduldsamen, nervösen Dozenten, der sich nur in der Dunkelheit seines privaten Raumes geborgen fühlt. Marie-Catherine setzt ihre ganze Zartheit und Kraft ein, um das Leben dieses Mannes und seiner stolzen, von psychischer Last gedrückten Familie zu erhellen. Vergeblich, so scheint es; aber alle, die in ihren Kreis treten, wandeln sich. Sie hinterläßt ein Stück geordneter und hoffnungsvoller Welt.

      Die vollkommene Freude1962
      3,9
    • Daniela ist eine junge Lehrerin, die in einem abgelegenen Moordorf den Menschen helfen will. Sie hat ihren Verlobten, das Elternhaus und den bürgerlichen Wohlstand verlassen, um einer Aufgabe willen, an der sie ebenso wie ihr Vorgänger scheitert. Denn 'solange man nicht sündigt wie sie', heißt es von den Dorfleuten, 'kann man nicht helfen'. Aber nicht nur die Verhältnisse sind gegen Daniela; der Pfarrer des Dor-fes gerät durch sie in einen unlösbaren Konflikt zwischen irdischer und himmlischer Liebe ...

      Daniela1962
      3,2
    • Der Zeitraum, in dem die äußere Handlung dieser Erzählung sich vollzieht, ist kurz: die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges und die ersten danach. Eine Zeit des Übergangs, eine Zeit, in der der einzelne isoliert bleibt oder heimatlos.Einem jungen Juden, Jan Lobel, gelingt die Flucht aus einem süddeutschen Konzentrationslager. Eine junge Gärtnerin nimmt ihn auf und versteckt ihn. Er kann nicht bleiben.›Jan Lobel aus Warschau‹ ist in einer Sprache geschrieben, die uns Heutigen die Spannung zwischen den Menschen in Deutschlandverdeutlicht, ja sie uns nachempfinden läßt, jene Spannung, die sich nicht lösen kann und die verhindert, daß einer auf den anderen wirklich zuzugehen vermag. Alles geschieht gleichsam wie im Traum.

      Jan Lobel aus Warschau1962
      3,4
    • Dieser Briefroman, der zeitlich und thematisch an Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" anknüpft, umkreist die Probleme einer geistig überaus wachen Frau, die an der Seite eines genialen, ihretwegen geschiedenen Künstlers um ihr eigenes Leben kämpft. Sie führt mit diesem Mann - einem ständig gefährdeten Schwermütigen und Süchtigen - eine Ehe, die von Zweifel und Auflehnung belastet ist. Von der Ausweglosigkeit jeder Liebe überzeugt, beginnt Nina einen Briefwechsel mit einem Freund, in dem sie sich Klarheit über das Verhältnis von Mann und Frau in der Ehe, Klarheit auch über Glauben und Erkenntnis zu verschaffen versucht.

      Abenteuer der Tugend1957
      4,1
    • Hochebene

      • 169 Seiten
      • 6 Lesestunden

      1942 verfasst. Die Hochebene, in deren düsterer, schwermütiger Landschaft sich die Lebenswege dreier Menschen kreuzen, ist mehr als ein bloßer geographischer Ort. Wenn sich Juliane Brenton am Ende dieses Liebesromans für das selbstlose Leben an der Seite eines Arztes entschieden haben wird, hat sie in übertragenem Sinne die Hochebene ihres Lebenserreicht...

      Hochebene1953
      3,6
    • Als Luise Rinsers Roman „Mitte des Lebens“ zum ersten Mal erschien, schrieb Die Weltwoche in Zürich: „Dieser Roman, eine Liebesgeschichte teils in Tagebuchform, teils direkt erzählt, ist wahrscheinlich das ausgeformteste und reichste Buch, das die deutsche Literatur heute besitzt. Es schildert die erfüllungslose Liebe eines um zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau heranwächst ... Das Buch ist viel mehr als eine bloße Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen Seiten.“

      Mitte des Lebens1950
      4,3
    • Die gläsernen Ringe

      • 159 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Das Heranwachsen aus der Geborgenheit kindlichen Daseins ist das Thema dieser Erzählung: dem jungen Mädchen, das den schmerzvollen Reifegang an sich erfährt, werden seine Kinderjahre im verwunschenen Garten des Klosters St. Georgen zum Inbegriff verlorenen Glücks und erster Einsicht in eigenes Lebensschicksal. Erst nach Jahren - und nach ersten Erfahrungen mit Tod und Abschied - kehrt es in diesen Garten zurück, um in den Ringen auf dem Wasserspiegel des Klosterbrunnens die Gestalt der eigenen Existenz zu erblicken. »Ich bin durch Ihre Geschichte wie durch einen Garten gegangen, jedem Bilde dankbar, mit jedem einverstanden, und es wird nicht lange dauern, bis ich es zum zweitenmal lese«, schrieb Hermann Hesse an Luise Rinser.

      Die gläsernen Ringe1941
      4,2