Emile Zola, zu Lebzeiten als Vaterlandsverräter und Pornograph beschimpft, gilt längst als einer der Wegbereiter der literarischen Moderne. Ohne Rücksicht auf bürgerliche Tabus hat Zola der Literatur völlig neue soziale Welten erschlossen. Wie sinnlich er zu erzählen versteht, wird in keinem seiner Romane deutlicher als in seinem Hauptwerk ›Germinal‹, in dem Zola als einer der Ersten eine Sprache gefunden hat für die schmutzige, nach Zwiebeln und Ausbeutung stinkende Welt des Frühkapitalismus. 'Selten wurde soziale Ungerechtigkeit so unmittelbar fühlbar gemacht' (Gustav Seibt). Mit dem Werkbeitrag aus dem Neuen Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
Frans Masereel Bücher
Frans Masereel war ein flämischer Maler und Grafiker, der vor allem für seine Holzschnitte bekannt ist. Sein Werk, das sich durch starke Sozialkritik und ein humanistisches Ethos auszeichnet, erforscht häufig die Konflikte zwischen Individuum und Gesellschaft. Masereel wurde besonders berühmt für seine ganzseitigen Holzschnitte und als Pionier des modernen wortlosen Romans, einer Form des visuellen Erzählens, der er sich mit außergewöhnlichem Geschick und emotionaler Tiefe widmete.






Die Stadt
100 Holzschnitte
»Wenn einmal alles zugrunde geht – alle Bücher, Monumente, Photos und Berichte – und es blieben nur die Holzschnitte von Masereel übrig, die er in zehn Jahren erschaffen hat, dann könnte man nur damit unsere gegenwärtige Welt wieder erschaffen.« Stefan Zweig Der Belgier Frans Masereel brachte vor allem mit seinen frühen, in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstandenen Büchern, die politischen und sozialen Zustände des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Zeit ins Bild: als Beobachter und Chronist, als Erzähler mit seinen Romanen in Bildern, als Zeichner und Maler. Zu seinen Bewunderern gehörten unter anderem Thomas Mann, Max Brod oder Hermann Hesse. Sein aus 100 Holzschnitten bestehendem Werk »Die Stadt« erschien 1925 gleichzeitig in Paris und München. Ihm stellte er ein Zitat Walt Whitman voran: »Was die anderen interessiert, interessiert auch mich«. Abgewandelt gilt das bis heute. Seine Bilder der Großstadt sind bis heute von eindringlicher Kraft.
Holzschnitte gegen den Krieg
- 55 Seiten
- 2 Lesestunden
Monografie des belgischen Künstlers Frans Masereel.
Der Horla u. and. grausame Geschichten.
- 203 Seiten
- 8 Lesestunden
Erschienen 1887, ist Der Horla zweifellos das originellste und erschreckendste der fantastischen Erzählungen von Maupassant. Der Autor ließ sich von dem berühmten Spezialisten für Neurosen und Hysterie, Dr. Charcot, inspirieren. Zudem spiegeln sich in der Erzählung die nervlichen Störungen wider, die ihn zunehmend belasteten. Diese Geschichte, die von der Besessenheit des Protagonisten durch eine unsichtbare Macht handelt, wird ohne die üblichen Fiktionstechniken erzählt, fast mit einer klinischen Trockenheit. In dieser Hinsicht bricht Der Horla radikal mit romantischen oder symbolistischen Traditionen und zeigt einen "objektiven Fantastik"-Ansatz, der sogar als "naturalistisch" bezeichnet werden könnte. Diese Sammlung enthält zudem eine weitere fantastische Erzählung, L'Auberge, sowie Geschichten, die aus Maupassants gewohnter realistischer Ader stammen, geprägt von einem gnadenlosen Mix aus psychologischer Grausamkeit und sozialem Pessimismus, der sein gesamtes Werk kennzeichnet.
Ein literarisches Kleinod in neuer Übersetzung Im Paris des Jahres 1918 begegnen sich Pierre und Luce. Im trunkenen Gefühl ihrer Liebe vergessen sie den Geschützdonner über der Stadt - zwei selige Kinder, die über dem Abgrund spielen. „Hier spürte ich menschliche, moralische Überlegenheit, eine innere Freiheit ohne Stolz, Freiheit als Selbstverständlichkeit einer starken Seele. Auf den ersten Blick erkannte ich den Mann, der in entscheidender Stunde das Gewissen Europas sein würde“, schrieb Stefan Zweig über den Nobelpreisträger Romain Rolland, den es mit dieser Neuübersetzung wiederzuentdecken gilt. Im Paris des Jahres 1918, in das der Krieg tiefe Wunden schlägt, erleben zwei junge Menschen eine unvergleichliche Liebe. Pierre, Kind einer bürgerlichen Familie, verzweifelt angesichts der Rohheit, die ihn umgibt: Nur wenige Monate trennen ihn von der Einberufung. Luce dagegen, die sich mit Malarbeiten ihr Brot verdient, ist heiter, unbekümmert um ihre Armut wie um das Leben, das morgen schon zu Ende sein kann. Sie lieben sich, verschließen die Augen vor dem Abgrund des Krieges, verbergen sich in ihrem Glück, wissend um seine Unmöglichkeit. Romain Rolland, dessen Pazifismus ihn zeitweilig zum großen Antipoden Thomas Manns werden ließ, gibt hier eine literarische Antwort auf die Grausamkeit des Krieges.
Mein Stundenbuch
167 Holzschnitte
Geschichte ohne Worte
Ein Roman in Bildern
Franz Masereel - Bilder der Großstadt
- 63 Seiten
- 3 Lesestunden
Jeunesse
- 620 Seiten
- 22 Lesestunden
1986 63 Seiten mit der Abbildung von 22 Holzschnitten, illustrierter OLeinenband mit Klarfolienumschlag und Kartonschuber, 28,6 x 20,6 cm Europaverlag, Woien - München - Zürich,
Die Geschichte folgt dem Leben eines prototypischen Jedermann des frühen 20. Jahrhunderts, nachdem er in eine Stadt eingetreten ist. Sie ist mal komisch, mal tragisch; eine kranke Frau, um die sich der Mann kümmert, verliert ihr Leben; der Mann furzt vor einer Gruppe von Geschäftsleuten; und er wird von einer Prostituierten, in die er sich verliebt hat, zurückgewiesen. Er unternimmt auch Reisen zu verschiedenen Orten auf der Welt. Am Ende verlässt der Mann die Stadt und geht in den Wald, hebt die Arme zur Lobpreisung der Natur und stirbt. Sein Geist erhebt sich von ihm, stampft auf das Herz seines toten Körpers und winkt dem Leser zu, während er sich ins Universum aufmacht.
Mit einer Einleitung v. Hesse, Hermann 83 Holzschnitte.
Frans Masereel
Wir haben nicht das Recht zu Schweigen : Les poètes contre la guerre
- 140 Seiten
- 5 Lesestunden
Frans Masereel setzte sich zeitlebens künstlerisch und politisch für eine freie, solidarische Gesellschaft ein. Durch Holzschnitte, Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde stellte er soziale und politische Realitäten dar und trat für Frieden und Gerechtigkeit ein. Er beschrieb sein Werk als ein Plädoyer für die Unterdrückten und gegen die Unterdrücker, für Brüderlichkeit und gegen Spaltung, sowie für den Frieden und gegen Kriegshetzer. Der Blick auf sein bewegtes Leben und umfangreiches Werk, präsentiert von Karl-Ludwig Hofmann und Peter Riede, soll an die verheerenden Weltkriege erinnern, die durch zahlreiche Gedenktage ins öffentliche Bewusstsein rücken, sowie an die anhaltenden Konflikte, die ein friedliches Miteinander der Menschheit verhindern. Der zweite Teil des Buches widmet sich Masereels Beziehungen zu Literaten, die wie er die Schrecken des Krieges thematisierten. Dazu zählen Autoren wie René Arcos, Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Hermann Hesse und Thomas Mann, deren Werke er illustrierte oder die seine Bilderzyklen besprachen. Dies verdeutlicht das künstlerische Netzwerk von Kriegsgegnern aus verschiedenen europäischen Ländern. Rund 170 Werke Masereels sowie Fotos und Zeitdokumente bereichern den Band.
Gesammelte Werke 1-5 + Beiheft
Mein Stundenbuch. Die Sonne. Geschichte ohne Worte. Idee. Das Werk
- 6 Bände
The Idea / Story Without Words: Third Impression
- 160 Seiten
- 6 Lesestunden
Created in the 1920s by the acclaimed wood-engraver Frans Masereel, this book contains two picture novels in one. The Idea depicts the life cycle of an idea, as personified by a naked woman, struggling in the streets of an industrialized city peopled by politicians and businessmen who try to use and destroy her. Story Without Words is a tale of unrequited love and courtship, its images rich with symposium.
Idea
- 180 Seiten
- 7 Lesestunden
IDEA to historia idei, która rodzi się w umyśle mężczyzny doświadczającego olśnienia. Przyjmuje postać kobiety, nagiej jak prawda, którą twórca umieszcza w kopercie i wysyła w świat. Odbiorcy, odkrywając ją, są zszokowani i spieszą się, by ją ubrać. Jednak Idea nie ma nic do ukrycia, buntuje się, zrywa ubrania i ucieka ulicami obcego miasta. Rozprzestrzenia się w prasie i książkach, wzbudzając gniew władz, co prowadzi do autodafe. Mimo to, Idea jest odporna na ogień głupoty, wstaje z płomieni i wykorzystuje nowoczesne środki komunikacji, by jeszcze szybciej siać panikę i chaos w społeczeństwie. Po zakończeniu swojej misji wraca do swojego twórcy. Powieść graficzna ukazała się w 1920 roku w Paryżu i zdobyła ogromną popularność w środowisku artystycznym. Frans Masereel dążył do tego, by jego książki były dostępne dla wszystkich. Jego marzenie spełniło się w 1926 roku, gdy książka została wznowiona w przystępnym wydaniu. Wydawnictwo LOKATOR po 104 latach od pierwszego francuskiego wydania publikuje to dzieło po raz pierwszy na polskim rynku w limitowanym nakładzie 853 numerowanych egzemplarzy, otwierając serię albumów graficznych belgijskiego twórcy.

























