In seinem neuen Erzählungsband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zu der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen prägnante und feinfühlige Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Da ist Zvi, der pessimistische Gärtner, der alle im Kibbuz mit aktuellen Katastrophenmeldungen versorgt; David, der Lehrer, der die Frauen liebt; Nina, eine eigensinnige junge Frau, die es keine Nacht mehr mit ihrem Mann aushält; und Martin, ein Schuster, der den Holocaust überlebt hat. Oz tastet sich behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.
Sondra Silverston Bücher




»Von all den großartigen Büchern, die Etgar Keret geschrieben hat, ist das sein allerbestes.« Jonathan Safran Foer. Mit einer grandiosen Kurzgeschichtensammlung meldet sich der israelische Meistererzähler Etgar Keret zurück. Wir begegnen einem sprechenden Goldfisch, der Wünsche erfüllt, einem pathologischen Lügner, der feststellen muss, dass alle seine Lügen wahr sind, und einer Frau, die einen Reißverschluss im Mund ihres Geliebten entdeckt. Etgar Keret kondensiert ganze Leben in ein paar Sätze, witzig, überraschend, immer zugleich surreal und nah an der Wirklichkeit. Er schreibt über Nostalgien und Sehnsüchte – mit unwiderstehlicher Phantasie und großer menschlicher Tiefe.
Das ganze Land - in eine kleine, pulsierende Blase gepresst. In der Wand zwischen den beiden Wohnungen ist ein Loch, damit man von beiden Seiten an den Schalter fürs warme Wasser kommt. Auf der einen Seite wohnen Noa, angehende Photographin, und Amir, Psychologiestudent, auf der anderen Seite ihre Vermieter, Moshe und Sima. Im Haus gegenüber eine Familie, deren Sohn Gidi gerade im Libanon gefallen ist. Dessen kleiner Bruder Yotam gehört zu den Erzählstimmen, die Nevo seinen Protagonisten leiht: unterschiedliche Perspektiven, Tonfälle, Seelenlagen. Noa betrachtet die Welt durch eine Linse, Amir kennt sich besser mit Abschiednehmen aus, Moshe wird immer religiöser, sehr zum Missfallen von Sima, die sich ihrer Versäumnisse bewusst wird, wenn sie Noa und Amir lieben hört. Schließlich Ssadeq, der arabische Bauarbeiter, dessen Mutter von Rückkehr träumt und den Schlüssel zu ihrem 1948 verlassenen Haus besitzt, in dem jetzt Moshes Eltern wohnen. Der Ort: ein Vorort von Jerusalem, heute vor allem von Kurden bewohnt. Die Zeit: nach der Ermordung Jitzchak Rabins, als Terroranschläge das Land erschüttern und die Hoffnung auf Frieden zunichte machen. Im Zusammenspiel der Stimmen lässt Nevo das alltägliche Leben von Juden und Palästinensern mit all ihren Geschichten, Gefühlen, Nöten und Sehnsüchten erstehen.
Plötzlich tief im Wald
- 111 Seiten
- 4 Lesestunden
Ein Dorf, umschlossen von Bergen und dunklen Wäldern, am Ende der Welt: Eine seltsame Stille und Traurigkeit liegt über ihm, ein Bannfluch. Einmal war es ein Dorf wie andere auch - dann aber verschwanden auf mysteriöse Weise in einer Winternacht vor vielen Jahren alle Tiere, zahme wie wilde, und nie wieder zeigte sich dort auch nur ein Vogel am Horizont. Die Erwachsenen, die sich noch daran erinnern, hüllen sich in Schweigen. Sobald es dunkel wird, schließen sich alle Menschen in ihre Häuser ein, und nur eines wissen die Kinder: Nie, unter gar keinen Umständen, dürfen sie den umgebenden Wald betreten. Doch eines Tages brechen ein Mädchen und ein Junge die stillschweigende Übereinkunft aller Dorfbewohner: Maja und Mati entschließen sich zu ergründen, was einst geschah, und begeben sich in den Wald, in den unheimlichen Herrschaftsbereich des gefürchteten Bergteufels Nehi. Amos Oz' Märchen für Kinder und Erwachsene führt uns in eine Welt, die der unseren zugleich enthoben und nahe ist, erzählt mit poetischer Dichte von einer Gemeinschaft im Schatten einer verschwiegenen Geschichte, die erst durch den Mut zweier Kinder sich enthüllt: Plötzlich tief im Wald.