Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. »Diese Geschichten erzählen von den elementaren Kräften menschlicher Existenz. Von Einsamkeit. Von Liebe. Von Verlust. Von Tod. Von Sehnsucht. Von Verzicht und Verlangen. Also von den grundlegenden Dingen, die jeden betreffen.« Amos Oz
Sondra Silverston Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)




»Von all den großartigen Büchern, die Keret geschrieben hat, ist das sein allerbestes.« Jonathan Safran Foer - Mit einer grandiosen Kurzgeschichtensammlung meldet sich der israelische Meistererzähler nach längerer Pause zurück. Die Figuren sind älter geworden, erwachsen womöglich, aber einfacher ist ihr Leben glücklicherweise nicht. Wir begegnen einem pathologischen Lügner, der feststellen muss, dass alle seine Lügen wahr sind, einer Frau, die einen Mini-Reißverschluss im Mund ihres Geliebten entdeckt und herausfindet, was sich dahinter verbirgt. Keret kondensiert ein ganzes Leben in ein paar Sätze, witzig, überraschend, immer zugleich surreal und nah an der Wirklichkeit. Mit einem feinen Verständnis für Popkultur und Politik entlarvt Keret Klischees, Nostalgien und Sehnsüchte, mit wilder Phantasie und großer menschlicher Tiefe: »Etgar Keret ist ein Genie.« New York Times
Suddenly In the Depths of the Forest
- 137 Seiten
- 5 Lesestunden
In a distant village, all animals and birds have vanished. Only a young teacher and an old man discuss these mythical creatures with children who have never seen them, while a lonely boy dreams of animals amidst the eerie silence surrounding the topic.
Das ganze Land - in eine kleine, pulsierende Blase gepresst. In der Wand zwischen den beiden Wohnungen ist ein Loch, damit man von beiden Seiten an den Schalter fürs warme Wasser kommt. Auf der einen Seite wohnen Noa, angehende Photographin, und Amir, Psychologiestudent, auf der anderen Seite ihre Vermieter, Moshe und Sima. Im Haus gegenüber eine Familie, deren Sohn Gidi gerade im Libanon gefallen ist. Dessen kleiner Bruder Yotam gehört zu den Erzählstimmen, die Nevo seinen Protagonisten leiht: unterschiedliche Perspektiven, Tonfälle, Seelenlagen. Noa betrachtet die Welt durch eine Linse, Amir kennt sich besser mit Abschiednehmen aus, Moshe wird immer religiöser, sehr zum Missfallen von Sima, die sich ihrer Versäumnisse bewusst wird, wenn sie Noa und Amir lieben hört. Schließlich Ssadeq, der arabische Bauarbeiter, dessen Mutter von Rückkehr träumt und den Schlüssel zu ihrem 1948 verlassenen Haus besitzt, in dem jetzt Moshes Eltern wohnen. Der Ort: ein Vorort von Jerusalem, heute vor allem von Kurden bewohnt. Die Zeit: nach der Ermordung Jitzchak Rabins, als Terroranschläge das Land erschüttern und die Hoffnung auf Frieden zunichte machen. Im Zusammenspiel der Stimmen lässt Nevo das alltägliche Leben von Juden und Palästinensern mit all ihren Geschichten, Gefühlen, Nöten und Sehnsüchten erstehen.