Niklas Luhmann war ein deutscher Soziologe und ein bedeutender Vertreter der Systemtheorie, der zunehmend als einer der wichtigsten Gesellschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts anerkannt wird. Sein umfangreiches Werk, das sich mit Themen wie Recht, Wirtschaft, Politik, Kunst und Liebe befasste, ist für seine Komplexität und seinen anspruchsvollen, oft bewusst rätselhaften Stil bekannt. Luhmanns Theorie zielt darauf ab, oberflächliche Missverständnisse zu vermeiden und ein tieferes Verständnis der komplexen sozialen Strukturen zu fördern.
Mit souveräner Konsequenz und Umsicht hat Niklas Luhmann in den letzten drei Jahrzehnten an einer Theorie der Gesellschaft gearbeitet, die er nun mit Die Gesellschaft der Gesellschaft vorlegt.
Mit souveräner Konsequenz und Umsicht hat Niklas Luhmann in den letzten drei Jahrzehnten an einer Theorie der Gesellschaft gearbeitet, die er nun mit Die Gesellschaft der Gesellschaft vorlegt.
Absicht dieses Buches ist es, zwei verschiedene Theoriebereiche zu verknüpfen, und entsprechend kann man es von zwei verschiedenen Ausgangspunkten her lesen. Einmal handelt es sich um einen Beitrag zur Gesellschaftstheorie. Die Gesellschaft modernen Zuschnitts wird als funktional differenziertes Sozialsystem aufgefaßt und Wissenschaft folglich als eines der Teilsysteme dieses umfassenden Sozialsystems. Der andere Ausgangspunkt liegt in Diskussionen, die seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts unter Bezeichnungen wie Erkenntnistheorie oder Epistemologie geführt werden. Hier zeichnen sich heute Trends zu "konstruktivistischen" Konzepten ab, die auf idealistische oder transzendentale (und in diesem Sinne subjektive) Begründung verzichten und statt dessen durchaus reale Systeme voraussetzen, die eigene Beobachtungen an eigenen Konstruktionen orientieren und orientieren müssen, weil sie keinen eigenen Zugang zur Umwelt haben.
Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? - 5. Auflage
184 Seiten
7 Lesestunden
Die Gesellschaft kann nur unter den sehr beschrankten Bedingungen ihrer eigenen Kommunikationsmoglichkeiten auf Umweltprobleme reagieren. Das gilt auch fur Umweltprobleme, die sie selbst ausgelost hat. Okologische Kommunikation kann sich daher nur nach Massgabe der wichtigsten Funktionssysteme wie Politik, Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Erziehung, Religion entwickeln - oder im Protest gegen diese Systeme. In beiden Fallen besteht die doppelte Gefahr von zu wenig und zu viel Resonanz. Dieses Buch bietet eine kompakte (und wahrscheinlich die verstandlichste) Zusammenfassung der Systemtheorie. Dabei wird die Frage nach den okologischen Risiken der modernen Gesellschaft aus Sicht Luhmanns beantwortet."
Niklas Luhmann gilt als einer der bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Der vorliegende Band zeichnet die Entwicklung seiner Theorie anhand ausgewählter, in sich abgeschlossener Texte wie z. B. »Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation« nach. Die Rede »Erkenntnis als Konstruktion« wird hier erstmals in größerem Rahmen veröffentlicht. Ergänzend bildet das umfangreiche Nachwort von Oliver Jahraus eine vorzügliche Einführung in das Luhmannsche Werk.
Die Frage nach der Rolle des Menschen in der Gesellschaft ist zentral. Die Position der Systemtheorie ist hier eine der umstrittensten Ansätze. Das Buch stellt die wichtigsten Arbeiten Luhmanns zum Thema zusammen.
Jede Organisation, und sei sie noch so behäbig, erfährt eine gewisse Erschütterung durch die Nachricht, dass ein neuer Chef oder eine neue Chefin ins Haus steht. Flurgespräche häufen sich, mit Wissensvorsprüngen wird gepunktet, Ungewissheit liegt in der Luft. Aber auch nach vollzogenem Wechsel gibt es Probleme, etwa wenn der, der »von oben« überwachen soll, »von unten« angelernt werden muss. Kurzum: Die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen ist kompliziert. Niklas Luhmann hat sie unter die soziologische Lupe genommen und zeigt, wodurch sie strapaziert wird: durch Kommunikationsschwierigkeiten und Selbstdarstellungsinteressen, Rollenfindungsprobleme und Wertvorstellungsdissonanzen. Der Schatten des Vorgängers kann lang, der Einfluss innerbetrieblicher Cliquen schwer zu durchbrechen sein. Und über allem schwebt die Frage: Wer hat die Macht? Es ist, soviel ist sicher, nicht per se der Chef – vorausgesetzt, so Luhmann, die Untergebenen beherrschen die Kunst, ihren Vorgesetzten zu lenken. »Unterwachung« ist sein Stichwort und Takt das wichtigste Mittel zum Zweck. Aber Vorsicht: Wer es darin zur Meisterschaft bringt, der wird nicht selten – der neue Chef.
Diese Aufsatzsammlung Niklas Luhmanns, in der zentrale Arbeiten zur funktional-strukturellen Theorie sozialer Systeme vorliegen, ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte seiner Theorieentwicklung.