»Die Comprachicos − im siebzehnten Jahrhundert berühmt-berüchtigt, im achtzehnten Jahrhundert vergessen. Die Comprachicos − sie kauften und verkauften Kinder. Und was machten sie mit diesen Kindern? Sie machten Ungeheuer aus ihnen. Warum Ungeheuer? Zum Vergnügen. Das Volk will lachen, die Könige auch. Die Straßenecken brauchen ihren Hanswurst, die königlichen Schlösser ihren Narren.«
Roger Borderie Bücher




Der letzte Tag eines Verurteilten
- 128 Seiten
- 5 Lesestunden
1828 kam Victor Hugo über den Platz der Guillotine, als dort die letzten Vorbereitungen für eine Hinrichtung getroffen wurden. Der Scharfrichter veranstaltete eine Art Generalprobe. Am anderen Morgen setzte sich Victor Hugo an seinen Schreibtisch und begann die Niederschrift seines Buches ›Der letzte Tag eines Verurteilten‹. 1829 erschien das dramatische Plädoyer gegen die Todesstrafe. Ein dramatischeres wurde in der Tat wohl niemals geschrieben. Dass Hugo sich in das Leid der anderen versenken konnte, ist die große Quelle seiner Kraft und seiner Wirkung. Dass wir neben dem Verstand und dem Gefühl des Dichters das Herz des großen Menschen spüren, das sichert dieser spannenden, packenden und ergreifenden Erzählung ihren mitreißenden Erfolg.
Ein junger Baron ist in eine verheiratete Frau, Clémence Desmarets, verliebt. Er verdächtigt sie des Ehebruchs und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Mehrmals entkommt er nur knapp dem Tod. Wer steckt hinter diesen Anschlägen? Wenn Clémence so rein und tugendhaft ist, welche Verbindung hat sie dann zu dem finsteren Ferragus, einem aus dem Gefängnis entflohenen Sträfling und Mitglied gefährlicher geheimer Organisationen? Ferragus ist sowohl ein Noir-Roman als auch ein Kriminalroman und ein Ehedrama, ein düsterer und gewalttätiger Erzählung, reich an Geschichten über Liebe, Begierde und Hass. Dieses erste Kapitel der Geschichte der Dreizehn, das die große balzacianische Arbeit vorwegnimmt, entfaltet alle Motive des Werkes.