Ethik als Erste Philosophie
Aus dem Französischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Gerhard Weinberger
- 96 Seiten
- 4 Lesestunden
Emmanuel Levinas war ein Philosoph, dessen Werk sich auf die ethische Begegnung mit dem Anderen konzentriert. Er entwickelte das Konzept der „Ethik als erste Philosophie“, das besagt, dass unsere Verantwortung für den Anderen jeder Suche nach objektiver Wahrheit vorausgeht. Levinas argumentierte, dass sich der Andere als transzendent und nicht auf eine bloße Objektivierung durch das Selbst reduzierbar offenbart. Seine tiefgründigen Untersuchungen befassen sich mit der Natur der Subjektivität, der Unersetzlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen und der grundlegenden ethischen Verantwortung, die unserer Existenz innewohnt.







Aus dem Französischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Gerhard Weinberger
Kniha Objevování existence s Husserlem a Heideggerem (1967) obsahuje soubor textů, které Emmanuel Levinas – jedna z klíčových postav filosofie dvacátého století – věnoval myšlení zakladatelů fenomenologie. Tyto studie vznikaly v období pokrývajícím několik desetiletí. Úvodní část knihy obsahuje Levinasovy rané studie o Husserlovi a Heideggerovi, jejichž cílem je představit jejich myšlení francouzskému čtenáři. V dalších částech najdeme texty, ve kterých si Levinas se svými někdejšími učiteli vyrovnává účty, pokud jde o specifičtější otázky – o problematiku řeči, intencionality, počitku atd. Toto zaujetí odstupu mu potom umožňuje vybudovat v průběhu času svou vlastní, původní myšlenkovou pozici, která bude ve své rozvinuté podobě vyjádřena v knihách Totalita a nekonečno(1961) či Jinak než být aneb mimo esenci (1974). Konkrétní podoby rozvíjení této pozice lze sledovat v textech tvořících závěrečné partie přítomného souboru, v nichž jsou některé motivy ze zmíněných knih již zcela jasně naznačeny. Čtenáři se tímto způsobem dostává do rukou určité svědectví o filosofickém vývoji Levinase samotného, jež bezesporu umožňuje lépe uchopit jeho vlastní přínos pro francouzskou fenomenologii i pro filosofii obecně.
Kniha je prvým knižným prekladom Levinasa do slovenčiny. Obsahuje štyri prednášky (Voči blížnemu, Pokušenie pokušenia, Zem zasľúbená alebo zem dovolená, Strý ako svet), prednesené v rokoch 1963-1966 na kolokviu židovských intelektuálov v Paríži. Tieto talmudické komentáre sú, ako hovorí Levinas, pokusom preložiť židovské myslenie do jazyka súčastnosti. To znamená, že na jednej strane objasňujú prostredníctvom židovských textov problémy, ktorým čelíme dnes, na druhej strane vysvetľujú zmysel týchto textov prostredníctvom súčasných problémov.
Untersuchungen zur Phänomenologie und Sozialphilosophie
Lévinas verabschiedet das durch die Selbstherrlichkeit des Ich geprägte Seins-Denken zugunsten einer Ethik als neuer Erster Philosophie. Alles Denken, so seine Überzeugung, das vom Ich oder Selbst ausgeht, bleibt im Grunde allein und schließt den Anderen aus, ja vernichtet ihn in letzter Konsequenz. Doch der Andere ist immer schon da. er begegnet als „Antlitz': als Verbot „Du sollst mich nicht töten', als Gebot „Du sollst mich in meinem Sterben nicht allein lassen'. Diese Begegnung, als Schock erlebt, reißt das Ich aus dem Schlaf der Selbstgewissheit.
Ce texte reproduit quatre conférences faites en 1946 et 1947, sous ce titre, au Collège de philosophie fondé par Jean Wahl, lieu d'ouverture dans lequel se retrouvait, au lendemain de la Libération, " la multiplicité même des tendances dans la philosophie vivante ". Repris dans la collection Quadrige, il est régulièrement réédité, preuve que " cette façon d'interroger le temps nous semble en être, aujourd'hui encore, le problème vivant " remarque l'auteur dans sa préface.
Dans Altérité et transcendance - le dernier ouvrage de philosophie publié de son vivant -, Emmanuel Levinas définit sa problématique en confrontant des écrits de sa dernière période avec des pages des années 1960-1970, arrachées au silence. Ces textes nous offrent de nouvelles et percutantes analyses sur la proximité et la paix, sur l'interdit de la représentation, sur les droits de l'autre homme, et développent une saisissante réflexion sur la mort. On y retrouve, également, le thème de la " métaphysique du visage " qui, nul ne l'ignore désormais, est au cœur de son paysage conceptuel. Son texte liminaire, " Philosophie et transcendance ", rappelle avec force, dans un monde où sévit si souvent le fanatisme religieux, que la voie par excellence de la transcendance est l'éthique. Dans l'étude suivante sur " Totalité et totalisation ", Levinas se demande " si la notion de l'être ne doit pas être repensée en fonction de l'idée de totalité ". A la lumière de la biographie de l'auteur, qui fut tributaire des vicissitudes d'un siècle inondé de barbarie, cette ultime parole philosophique est d'une actualité prégnante. On célèbre en 2006 le centenaire de la naissance d'Emmanuel Levinas, dont l'œuvre compte désormais parmi les plus emblématiques dans l'histoire de la philosophie du XXe siècle.
Ausweg aus dem Sein (De l'évasion), das zuerst 1935 in den „Recherches Philosophiques“ veröffentlicht wurde, ist laut der Biographin von Levinas, Marie-Anne Lescourret, „sein allererster persönlicher Text“. Doch weit mehr handelt es sich bei diesem Text um den Grundstein Levinasschen Denkens, das mit einer grundlegenden Abrechnung mit der ontozentristischen Philosophie Heideggers, einem Auflehnen gegen die Totalität und Omnipräsenz des Seins, gegen seinen Lastcharakter, der das Dasein zu erdrücken droht, anhebt.
Die drei Talmud-Lesungen des Bandes befassen sich mit dem Verhältnis des jüdischen Denkens zum griechisch-abendländischen Denken und Staatsverständnis, mit der Frage der Transzendenz, die für die Inspiration des Denkens durch die Berührung mit dem Anderen steht, sowie mit der Suche nach Identität und der Besinnung auf das Eigene. Der moderne Mensch steht unter dem Einfluss so vielfältiger kausaler Ketten (Psychoanalyse, Soziologie, politische Ökonomie etc.), dass ihm der Sinn für das ihm Eigene verloren zu gehen droht. Levinas untersucht die Frage der Subjektivität, die in Europa eine lange Tradition hat. In der abendländischen Erkenntnistheorie wird sie als eine Frage der Erkenntnis behandelt, die immer vom Anspruch des Einzelnen, die Welt durch Wissen beherrschen zu wollen, ausgeht. Dabei kommt das zu kurz, was das Subjekt dem Anderen verdankt. Auch die Lesung, die sich der Transzendenzfrage widmet, wendet das Thema ins Ethische. Jede Lektüre der Bibel, wie auch jedes Lesen von Literatur, ist ohne die Fähigkeit, sich selbst zu transzendieren, nicht möglich. Sogar im rationalen Denken entdeckten die Talmudisten (Levinas zufolge) das »Prophetische«, also die Dimension einer interpersonellen Kommunikation, die auf ethischer Grundlage steht. Der Schlussband der Talmud-Exegesen von Emmanuel Levinas wird durch ein Nachwort des Übersetzers Frank Miething ergänzt.
Dieses schon vor dem Zweiten Weltkrieg konzipierte und zum Teil in deutscher Gefangenschaft redigierte Buch macht das Bewusstsein der Gefangenschaft des Menschen zum Thema. Die Erfahrung der Gefangenschaft artikuliert sich in der tragischen Verstrickung des Menschen in die Vergangenheit, die Lévinas als die Seinsverstrickung des Menschen vorführt. Die Perspektive einer Befreiung wird dem Menschen jedoch nicht aus eigener Kraft zuteil, sondern aus der Beziehung zum Anderen, zum Weiblichen. Lévinas versteht seine Analyse des Weges vom Sein zum Seienden und vom Seienden zum Anderen zugleich als eine Analyse der Zeit. „Ein trotz des geringen Umfangs großes, weil reiches und konzentriertes Buch.„ Süddeutsche Zeitung „Reich an Einzelstudien, die die phänomenologische Schule verraten, ist das opusculum ein gedanklich dicht gedrängter, origineller Versuch über das Subjekt. Bemerkenswert auch, dass die Apologie des Subjekts auf Zentralbegriffe und -topoi jüdischer und christlicher Tradition zurückgreift und sie reinterpretiert.“ Theologische Revue
Rozhovor Emmanuela Lévinase s Bernhardem Casperem 11. června 1981 v Paříži -- Rozhovor Emmanuela Lévinase s Christophem von Wolzogenem 20. prosince 1958 v Paříži
Jedna z prvních prací francouzského filozofa novodobého humanismu. Ontologie lidské jinakosti v čase. Vychází synopticky česky a francouzsky.
»Warum: Jenseits des Buchstabens? Weil die fest konturierten Verse, in die man die Heiligen Schriften zerlegt hat, Rätsel aufgeben, obwohl ihr Sinn auf der Hand liegt. Der offenbare Sinn verlangt eine Hermeneutik, die aus der unmittelbaren Bedeutung des Satzes jene herausarbeiten soll, die nur implizit in ihm liegen. Sind die so herausgeholten Bedeutungen dann eindeutig? Auch sie müssen, auf andere Weise, interpretiert werden.« (Aus dem Vorwort) In den Talmud-Lesungen tritt auf unterschiedlichen Wegen dieses »Jenseits des Buchstabens«, dieses unaufhörliche Wenden der Deutung in Kraft. Dabei begreift Levinas die Theologie als Theo-Logik, eine rationale Weise, von Gott zu sprechen. Die Themen der Lektionen: »Das Modell des Westens«, »Asylstädte«, »Wer lacht als Letzter?«, »Der Pakt«. Neben den vier Talmud-Lesungen enthält der Band den Text »Über religiöse Rede und Gottesfurcht« - Paul Ricoeur zu seinem 65. Geburtstag gewidmet -, der sich auf die Normen der religiösen Rede bezieht, die man Gebet nennt.
Lévinas' Kritik an der abendländischen Ontologie besteht darin, dass sie weder die Frage nach dem Anderen noch die ethische Frage nachdrücklich genug gestellt hat. Er betont, dass seine Beziehung zur Unendlichkeit des Anderen letztendlich der Erörterung unzugänglich bleibt. Gleichwohl hält er es für die Aufgabe der Philosophie, dieser Beziehung Sprache zu verleihen. Lévinas nimmt die Krise des neuzeitlichen Humanismus so ernst, dass im Kampf um die Sinnhaftigkeit einer bis an die Grenze gehenden Sprachlosigkeit die Berufung zu einer vorgängig anders bestimmten Conditio humana vernehmbar wird. Ihr Ort ist die Sinnlichkeit und Verletzlichkeit des Menschen, ihre Bestimmung eine "unübernehmbare Passivität", für die man sich sowenig vertreten lassen kann wie für das eigene Sterben.
Diese deutsche Ausgabe von zentralen Aufsätzen zur Religionsphilosophie gibt Zeugnis von dem Versuch, Transzendenz zur Sprache zur bringen, ohne ihr durch den Zugriff des Begriffs den Charakter des Transzendenten zu nehmen. Eine besondere Rolle spielen die Auseinandersetzung mit der Phänomenologie Husserls sowie Descartes' Idee des Unendlichen. In ihr findet Lévinas das Modell eines Denkens, das sich unendlich betreffen lässt von einem bis zur Abwesenheit transzendenten Gott, der sich in der unbedingten Verpflichtung zur Verantwortung für den Anderen zu erkennen gibt.„Von der deutschen Ausgabe dieser Abhandlungen gilt in emphatischem Sinn: Sie ist lesbar. Von Gewicht ist bei Lévinas das Prophetische, das mit einem neuen Sprechen über Gott eng verbunden ist. Prophetische Philosophie - dieses scheinbare Paradoxon nimmt Lévinas ausdrücklich an. Dem Verlag und dem Übersetzer ist zu danken, dass der deutsche Leser Fragen an die Philosophie von Lévinas stellen kann.“Frankfurter Allgemeine Zeitung
In diesem zweiten Band (nach „Eigennamen“), sind Arbeiten zusammengestellt, die das Verhältnis von Emmanuel Lévinas zu anderen Denkern beleuchten. Lévinas, Philosoph aus Frankreich, Schüler Husserls und lebenslanger Interpret Heideggers, hat sie Zeitgenossen gewidmet, die „ein Denken beschreiben und betonen, das die Nähe von Mensch zu Mensch, die Nähe des Nächsten oder der Empfang, den der Mensch dem Menschen bereitet, benennt, unterstreicht und unterstützt“. Martin Buber und Franz Rosenzweig, Jean Wahl und Vladimir Jankélévitch, Heidegger und sein gespanntes Verhältnis zur Theologie: mit ihnen und an ihnen erprobt der talmudisch geschulte Lévinas die Finessen und Nuancen der jüdischen Bibelauslegung und der weltlichen Rhetorik.
In diesem Buch wird ein neues Verständnis von Wissen auf der Grundlage der Kommunikationsprozesse eines Individuums mit seiner Umwelt entworfen. Gestützt auf neueste neurobiologische Forschungen unterscheidet der Autor ein Wissen über die Umwelt aus den Wahrnehmungen, aus den Emotionen und aus den Reflexionen, wobei den Emotionen die unverzichtbare Aufgabe der Bewertung der Wahrnehmungen zufällt. Dieser Zugang ermöglicht es, objektiviertes Wissen über die Welt, wie es die Naturwissenschaften hervorbringen, systematisch zu verknüpfen mit den subjektiven Aspekten des Individuums, wie sie in den Geisteswissenschaften zum Ausdruck kommen. Aus dieser unauflöslichen Verbindung lässt sich ein Alleinvertretungsanspruch der Naturwissenschaft nicht aufrechterhalten, weil zu einem Wissen über die Welt die emotionalen Bewertungen hinzugehören. Da letztere Verhaltensänderungen und Handlungen veranlassen, erschließt der Autor aus dieser systematischen Verbindung einen Weg zu einer Ethik der Naturwissenschaften.
Pourquoi l'au-delà du verset ? Parce que les fermes contours des versets qui se découpent dans les Saintes Ecritures ont un sens obvie qui est aussi énigmatique. Ils sollicitent une herméneutique appelée à dégager, dans la signification que livre immédiatement la proposition, celles qui s'y trouvent seulement impliquées. Les significations dégagées sont-elles sans énigmes ? A leur tour, selon d'autres modes, elles doivent être interprétées. Et en quête d'enseignements nouveaux d'incessants retours à l'herméneutique se produisent aussi vers les versets déjà interprétés, mais inépuisables. Lecture de l'Ecriture ainsi toujours recommencée : révélation toujours continuée. Des textes talmudiques, par des voies diverses, mettent en valeur cet "au-delà des versets". Les lectures commentées de quelques-uns d'entre eux sont proposées ici, continuant la série de celles qui furent publiées dans les Quatre lectures talmudiques et que suivirent cinq autres lectures dans le volume intitulé Du Sacré au Saint. A ces textes viennent s'ajouter dans le nouveau recueil plusieurs études qui se réfèrent, elles aussi, aux souvenirs talmudiques, mais traitent des problèmes spéciaux comme la méthodologie exégétique, des points de doctrine, de philosophie religieuse et d'actualité.
Ethik und Unendliches spürt der Entwicklung des Lévinas’schen Denkens nach. Das Buch, das nun in neuer Auflage erscheint, gilt als die beste Einführung in sein Werk. Emmanuel Lévinas wird heute als der wichtigste Philosoph einer zeitgenössischen Ethik erachtet, die die schrecklichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts berücksichtigen muss. Ethik ist für Lévinas keine Spezialdisziplin der Philosophie, sondern deren Kern. Die in diesem Band enthaltenen zehn Gespräche zwischen Emmanuel Lévinas und Phillippe Nemo folgen der Entwicklung des Denkens von Lévinas und gelten als die beste Einführung in sein Werk, das unter anderem auch für Jacques Derrida ein wichtiger philosophischer Bezugspunkt war. Die Gesprächsform dieses Buches gestattet es Lévinas, immer wieder auf die Verknüpfung seiner philosophischen Themen mit lebens- und zeitgeschichtlichen Erfahrungen hinzuweisen, und macht es zu einer gut lesbaren Darstellung seiner Philosophie.
Au cœur de la philosophie de Lévinas se trouve une éthique singulière, qui ne repose pas sur des axiomes a priori comme chez Kant, mais sur l'expérience de la rencontre avec le visage. Cet ouvrage propose une analyse délicate des situations de la vie quotidienne, où se révèle la richesse intérieure de l'existence humaine.