Die Unternehmensgeschichte der Castell-Bank umfasst auch die Zeit des Nationalsozialismus und das Verhalten der Bank gegenüber jüdischen Kunden. Dem Fürsten von Castell ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte seiner Familie und Unternehmen während dieser Zeit wichtig. Aus diesem Grund wird das Buch der fürstlich Castell’schen Bank anlässlich seines 80. Geburtstags am 13. August 2005 veröffentlicht. Seine anfänglich distanzierte Haltung gegenüber dem Judentum hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Nach dem Krieg, als die Gräueltaten in den Konzentrationslagern bekannt wurden, suchte er den Kontakt zu überlebenden Juden, um Unterstützung anzubieten. Diese Entscheidung entwickelte sich von einer rationalen Überlegung zu einer tiefen emotionalen Verbindung, die auch zu einer Liebe zu Israel führte, dessen Judentum die Wurzeln seines christlichen Glaubens berührt. Nach dieser persönlichen Einführung wird die Geschichte der gräflich Castell’schen Credit-Cassen im 18. und 19. Jahrhundert dargestellt, beginnend mit der hohen Dichte jüdischer Gemeinden in Franken. Zu den ersten Kunden gehörte der Schutzjude Leser (Jud) aus Burghaslach, der 1774 einen Hypothekenkredit aufnahm. Ein weiterer wichtiger Kunde war Wilhelm Andreas Köhler aus Nürnberg, der 1774 2000 Gulden anlegte, gefolgt von Alexander Stier aus Castell als erstem Kreditnehmer.
Jesko Graf zu Dohna Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
