Bookbot

Henry Kammer

    Die jungen Rebellen
    Fiasko
    Ende eines Familienromans
    Tuinfeest
    Buch der Erinnerung
    Ich - ein anderer
    • Im Jahr 1918 in einer ungarischen Kleinstadt haben Abél und seine Freunde gerade die Matura abgelegt und warten auf ihren Militärdienst. Die Welt der Erwachsenen, in die sie eintreten sollen, empfinden sie als abstoßend. Stattdessen ziehen sie sich in ihre eigene Welt zurück, verbringen ihre Zeit miteinander und widmen sich sinnlosen Aktivitäten: Sie unterschlagen Geld, versetzen Familiensilber und lassen sich fantasievolle Kostüme schneidern. Diese Flucht in ihre Scheinwelt endet abrupt, als die harte Realität in Form eines Pfandleihers, eines homosexuellen Schauspielers und des zurückkehrenden Vaters in ihr Leben tritt. Mit diesem autobiografischen Debütroman erlangte Sándor Márai im Alter von 29 Jahren große Bekanntheit. Die rebellischen Jugendlichen lassen sich durchaus mit Robert Musils „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ vergleichen, da beide Geschichten in der im Niedergang begriffenen k.u.k.-Monarchie spielen. Márais Prosa wirkt zunächst unscheinbar, entfaltet jedoch schnell eine starke Sogwirkung. Im Gegensatz zu Musil verzichtet Márai auf übermäßige Psychologisierung und überzeugt durch atmosphärisches Schreiben. Dieses Werk über das Niemandsland der Jugend bleibt auch nach über 70 Jahren eindrucksvoll und lesenswert.

      Die jungen Rebellen2003
      3,3
    • Imre Kertész, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 als 14-Jähriger nach Auschwitz und Buchenwald deportiert. In seinem «Roman eines Schicksallosen» hat er diese Erfahrung auf außergewöhnliche Weise verarbeitet. Das Buch erschien zuerst 1975 in Ungarn, wo er während der sozialistischen Ära jedoch Außenseiter blieb und vor allem von Übersetzungen lebte (u. a. Nietzsche, Hofmannsthal, Schnitzler, Freud, Joseph Roth, Wittgenstein, Canetti). Erst nach der europäischen Wende gelangte er zu weltweitem Ruhm, 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis. Seitdem lebte Imre Kertész überwiegend in Berlin und kehrte erst 2012, schwer erkrankt, nach Budapest zurück, wo er 2016 starb.

      Ich - ein anderer2003
      4,2
    • Ein Mann um die Fünfzig muß mit dem Fiasko fertigwerden, daß sein Erstlingswerk, der «Roman eines Schicksallosen», vom Verlag abgelehnt wurde. In seinem winzigen Arbeitszimmer eingesperrt, unternimmt er den träumerischen Versuch, einer Begegnung mit seiner Existenz auszuweichen: er erfindet sich einen Helden, dem er die Bürde seiner eigenen Erfahrungen auflädt, und verdammt ihn zur Wiederholung. Dieser «Fiasko» betitelte Roman im Roman spielt Anfang der fünfziger Jahre. Ein Schriftsteller namens Steinig kommt auf einer Flugreise von weither an einen gespenstisch fremden und gleichzeitig merkwürdig vertrauten Ort. Er gerät in ein undurchschaubares System, dessen Straf- und Verfolgungsmethoden sich jeder, auch Steinig, unterzieht, ohne zu begreifen, wie ihm geschieht. Als sich aber die Möglichkeit zur Flucht bietet, bleibt er: aus Einsicht, dass er nur dort, in der einzigen Sprache, die ihm geblieben ist, schreiben kann, was er schreiben muss.

      Fiasko1999
      3,5
    • Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, ist Fotograf und Schriftsteller. Bis 1977 verhinderte die ungarische Zensur das Erscheinen seines ersten Romans «Ende eines Familienromans» (dt. 1979). Sein «Buch der Erinnerung» (dt. 1991) erhielt zahlreiche internationale Literaturpreise. Zuletzt erschienen der große Roman «Parallelgeschichten» und seine Memoiren eines Erzählers: «Aufleuchtende Details». Unter anderem wurde Nádas mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), dem Kossuth-Preis (1992), dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (1995) und dem Franz-Kafka-Literaturpreis (2003) ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der Würth-Preis für Europäische Literatur verliehen. Péter Nádas lebt in Gombosszeg.

      Buch der Erinnerung1993
      4,1
    • Ende eines Familienromans

      • 184 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, ist Fotograf und Schriftsteller. Bis 1977 verhinderte die ungarische Zensur das Erscheinen seines ersten Romans «Ende eines Familienromans» (dt. 1979). Sein «Buch der Erinnerung» (dt. 1991) erhielt zahlreiche internationale Literaturpreise. Zuletzt erschienen der große Roman «Parallelgeschichten» und seine Memoiren eines Erzählers: «Aufleuchtende Details». Unter anderem wurde Nádas mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), dem Kossuth-Preis (1992), dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (1995) und dem Franz-Kafka-Literaturpreis (2003) ausgezeichnet. 2014 wurde ihm der Würth-Preis für Europäische Literatur verliehen. Péter Nádas lebt in Gombosszeg.

      Ende eines Familienromans1989
      3,4
    • Tuinfeest

      • 423 Seiten
      • 15 Lesestunden

      Tegen het decor van de Hongaarse en Hongaars-joodse geschiedenis trekt in Tuinfeest een stoet van levende, maar ook dode verwanten, vrienden, tegenstanders en naamloze passanten aan het geestesoog van de ik-figuur voorbij. Tragische gebeurtenissen worden afgewisseld met sterk erotische passages, met vrolijkheid en inkeer, humor en geluk. Tenmidden van het feestgedruis wordt de ik-figuur geconfronteerd met zijn eigen afstandelijkheid en met de actieve politieke betrokkenheid van de hartsvriend van zijn jeugd, die tenslotte naar het Westen emigreert. De ik-figuur heeft zich minder gehecht, maar is wel gebleven.

      Tuinfeest1988
      3,9