Jürgen Habermas ist ein deutscher Soziologe und Philosoph, der in der Tradition der kritischen Theorie und des amerikanischen Pragmatismus steht. Sein Werk konzentriert sich auf die Grundlagen der Sozialtheorie und Erkenntnistheorie, die Analyse fortgeschrittener kapitalistischer Gesellschaften und der Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit im sozial-evolutionären Kontext sowie auf die gegenwärtige Politik. Habermas' theoretisches System offenbart die Möglichkeit von Vernunft, Emanzipation und rational-kritischer Kommunikation, die in modernen Institutionen und der menschlichen Fähigkeit zur Deliberation und Verfolgung rationaler Interessen latent vorhanden sind.
Die "Trilogie der Entgeisterung" erzählt von Menschen, die in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts immer noch und erst recht an den schönsten modernen Mythos glaubten: Das Leben ist ein Bildungsroman, wir können unsere Individualität entfalten, unseren Platz in der Gesellschaft finden und die Welt verbessern. Am Ende aber begreifen selbst die Klügsten: So sehr wir diese Idee auch lieben, alle unsere Erfahrungen sprechen dagegen. Was bleibt sind Gewalt und Lächerlichkeit. Und ein Staunen, das nicht mehr philosophisch ist. "I cant forget, but I don't remember what." (Leonard Cohen).
Am 18. Juni 2009 feiert der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass hat er eine Auswahl wichtiger Texte zusammengestellt, darunter auch unveröffentlichte, die den philosophischen Kern seines umfangreichen Werks offenbaren. In ausführlichen Einleitungen zu jedem Band skizziert er die Grundzüge und Motive seines Denkens zu Themen wie Sprache, Wahrheit, Vernunft, Moral, Recht und Demokratie, die sich in Auseinandersetzung mit den Einzelwissenschaften entwickelt haben. Diese Bände ersetzen ungeschriebene philosophische Monographien und bieten einen tiefen Einblick in ein Denken, das die Geistesgeschichte der Gegenwart maßgeblich geprägt hat. Der dritte Band behandelt Diskursethik und Sprachtheorie und umfasst ein Vorwort, eine Einleitung sowie mehrere zentrale Texte. Dazu gehören Notizen zu einem Begründungsprogramm der Diskursethik, ein Interview zur Verbindung von Diskursethik und Gesellschaftstheorie, Erläuterungen zur Diskursethik, eine genealogische Betrachtung des kognitiven Gehalts der Moral, sowie Überlegungen zum praktischen Gebrauch der Vernunft und zur Richtigkeit moralischer Urteile. Schließlich wird die Architektonik der Diskursdifferenzierung in einer kleinen Replik behandelt.
Error: You exceeded your current quota, please check your plan and billing details. For more information on this error, read the docs: https://platform.openai.com/docs/guides/error-codes/api-errors.
Error: You exceeded your current quota, please check your plan and billing details. For more information on this error, read the docs: https://platform.openai.com/docs/guides/error-codes/api-errors.
Am 18. Juni 2009 feiert der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas seinen 80. Geburtstag. Zu diesem Anlass hat er eine Auswahl wichtiger Texte zusammengestellt, darunter auch unveröffentlichte, die den philosophischen Kern seines Werks offenbaren. In jeder Einführung erläutert er die Grundzüge seines Denkens zu Themen wie Sprache, Wahrheit, Vernunft, Moral, Recht und Demokratie, die in Auseinandersetzung mit den Einzelwissenschaften entstanden sind. Diese Bände ersetzen ungeschriebene Monographien und bieten einen umfassenden Einblick in ein Denken, das die Geistesgeschichte der Gegenwart maßgeblich geprägt hat. Der vierte Band behandelt die politische Theorie und umfasst ein Vorwort sowie eine Einleitung. Die zentralen Themen sind die Volkssouveränität als Verfahren, normative Modelle der Demokratie, die epistemische Dimension der Demokratie, der Zusammenhang von Rechtsstaat und Demokratie, die paradoxe Verbindung widersprüchlicher Prinzipien im demokratischen Rechtsstaat, vorpolitische Grundlagen desselben, kulturelle Gleichbehandlung im Kontext des postmodernen Liberalismus, die Legitimation durch Menschenrechte und die Chancen der Konstitutionalisierung des Völkerrechts.
Mit Beiträgen von Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Jean Améry, Gottfried Benn, Hans Magnus Enzensberger, Jürgen Habermas, Ralf Dahrendorf, Ernst Bloch u. a.
Der Band enthält philosophische Aufsätze. Die ersten drei Beiträge reagieren auf neuere Versuche einer Rückkehr zu metaphysischen Denkformen. Die Aufsätze, die die pragmatische Wende in der Sprachanalyse nachvollziehen, entfalten den Begriff der kommunikativen Vernunft im Kontext zeitgenössischer Bedeutungs- und Handlungstheorien. Dasselbe Thema behandelt der siebte Beitrag aus größerer Distanz, und zwar in Auseinandersetzung mit den kontextualistischen Varianten einer heute dominierenden Vernunftkritik. In den beiden letzten Beiträgen werden zwei Fäden aus diesem Argumentationsgewebe aufgenommen und fortgesponnen: einmal geht es um das Problem der Unaussprechlichkeit des Individuellen, zum anderen um die Frage, warum philosophische Texte, ungeachtet ihres wesentlich rhetorischen Charakters, nicht in Literatur aufgehen.
Wohin bewegen sich die Universitäten? In den Aufsätzen dieses Bandes kommentiert und analysiert Jürgen Habermas, einer der Mentoren der Universitätsreform, die Rolle der studentischen Protestbewegung.
DVD
Schüler und Studenten demonstrieren in Berlin: Dokumentation zur „deutschen Unruhe“ aus dem Jahr 1968.
Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas feierte am 18. Juni 2009 seinen 80. Geburtstag und präsentierte zu diesem Anlass eine systematische Auswahl bedeutender Texte, darunter auch unveröffentlichte. Diese Sammlung offenbart den philosophischen Kern seines umfangreichen Schaffens. In den einleitenden Kapiteln zu jedem Band erläutert Habermas die zentralen Aspekte seines Denkens zu Themen wie Sprache, Wahrheit, Vernunft, Moral, Recht und Demokratie, die in Auseinandersetzung mit den Einzelwissenschaften entstanden sind. Die Bände ersetzen somit ungeschriebene philosophische Monographien und bieten einen tiefen Einblick in ein Denken, das die Geistesgeschichte der Gegenwart maßgeblich beeinflusst hat. Der erste Band thematisiert die sprachtheoretischen Grundlagen der Soziologie und umfasst Vorlesungen zur sprachtheoretischen Fundierung, Erklärungen zum kommunikativen Handeln sowie die Analyse von Handlungen, Sprechakten und sprachlich vermittelten Interaktionen. Des Weiteren werden die Individuierung durch Vergesellschaftung, Aspekte der Handlungsrationalität und die Unterscheidung zwischen rekonstruktiven und verstehenden Sozialwissenschaften behandelt. Abschließend wird ein Rückblick auf zwei Traditionen der Moderne geworfen.
I. Die Lebenswelt als Raum der Gründe. 1. Von den Weltbildern zur Lebenswelt -- 2. Die Lebenswelt als Raum symbolisch verkörperter Gründe -- 3. Eine Hypothese zum gattungsgeschichtlichen Sinn des Ritus -- II. Nachmetaphysisches Denken. 4. Ein neues Interesse der Philosophie an Religion. Ein Interview von Eduardo Mendieta -- 5. Religion und nachmetaphysisches Denken. Eine Replik -- 6. Ein Symposion über Glauben und Wissen. Replik auf Einwände, Reaktion auf Anregungen -- III Politik und Religion. 7. "Das Politische" -- Der vernünftige Sinn eines zweifelhaften Erbstücks der Politischen Theologie -- 8. Das "gute Leben" eine "abscheuliche Phrase". Welche Bedeutung hat die religiöse Ethik des jungen Rawls für dessen Politische Theorie? -- 9. Rawls' Politischer Liberalismus. Replik auf die Wiederaufnahme einer Diskussion -- 10. Religion in der Öffentlichkeit der "postsäkularen" Gesellschaft.
Mit seiner Friedenspreisrede eröffnete Jürgen Habermas 2001 die Auseinandersetzung mit Vertretern der katholischen Kirche: Er traf sich mit Joseph Kardinal Ratzinger. Unter dem Titel „Ein Bewußtsein von dem, was fehlt“ führte er nun ein Gespräch mit renommierten Philosophen der Hochschule für Philosophie der Jesuiten. Habermas betont, daß die moderne Vernunft sich selbst nur verstehen könne, wenn sie ihre Stellung zum religiösen Bewußtsein kläre. Hintergrund für seine Argumentation ist u. a. auch die Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft, die Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede formuliert hatte. Der Band versammelt den Essay sowie die Beiträge der Debatte. Die Einleitung gibt einen Überblick über Habermas’ religionsphilosophische Interventionen.
Jürgen Habermas ist ein bedeutender und einflussreicher europäischer Philosoph, der über dreißig Jahre hinweg wesentliche Beiträge zu verschiedenen Bereichen wie Gesellschaft, Wissen, Geschichte und Ethik geleistet hat. Er ist eine zentrale Figur in Deutschland und beteiligt sich häufig an öffentlichen Debatten, in denen er die tiefgreifenden Veränderungen in Deutschland, Europa und weltweit thematisiert. Diese Sammlung von Interviews zeigt Habermas' tiefes Engagement für zeitgenössische Themen und behandelt zentrale Fragen der 1990er Jahre, darunter die deutsche Einheit, Debatten zur deutschen Geschichte, Asylpolitik, die NS-Zeit und die Bemühungen um ein friedliches Europa sowie die Auswirkungen des Golfkriegs. Ein abschließendes Interview untersucht das Verhältnis von Theorie und Praxis und hebt die Verbindung zwischen Philosophie und realen Problemen hervor. Im Nachwort erörtert Habermas eine Reihe von Herausforderungen, vor denen Deutschland und andere Nationen am Ende des Jahrhunderts stehen. Dieses Werk bietet ein eindrucksvolles Porträt eines Intellektuellen, der sowohl in der akademischen Philosophie als auch im öffentlichen Diskurs versiert ist und die Kluft zwischen beiden Bereichen überbrückt.
InhaltsverzeichnisVorwort Ernst Bloch. Ein marxistischer Schelling (1960) Theodor W. Adorno. Urgeschichte der Subjektivität und verwilderte Selbstbehauptung (1969) Bewußtmachende oder rettende Kritik. Die Aktualität Walter Benjamins (1972) Herbert Marcuse über Kunst und Revolution (1973) Hannah Arendts Begriff der Macht (1976) Die verkleidete Tora. Rede zum 80. Geburtstag von Gershom Scholem (1978) Textnachweise Biographische Notiz Buchveröffentlichungen
Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats
704 Seiten
25 Lesestunden
Auch in den etablierten Demokratien sind die bestehenden Institutionen der Freiheit nicht mehr unangefochten, obgleich die Bevölkerungen hier eher auf mehr, denn auf weniger Demokratie zu drängen scheinen. Ich vermute allerdings, daß die Beunruhigung noch einen tieferliegenden Grund hat - die Ahnung nämlich, daß im Zeichen einer vollständig säkularisierten Politik der Rechtsstaat ohne radikale Demokratie nicht zu haben und nicht zu erhalten ist. Aus dieser Ahnung eine Einsicht zu machen, ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung.
Gespräche mit Stefan Müller-Doohm und Roman Yos | Der perfekte Einstieg in den Habermas-Kosmos
253 Seiten
9 Lesestunden
Der Autor bietet Einblicke in die Entwicklung seines Denkens und die prägenden Erfahrungen, die seine Werke beeinflussten. Er beschreibt den Entstehungsprozess seiner Ideen, bedeutende Lektüren und wichtige Begegnungen mit Kollegen. Dadurch entfaltet sich ein facettenreiches Netzwerk, das sich durch die intellektuelle Landschaft des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart zieht und die Veränderungen seines Denkens über die Jahrzehnte hinweg dokumentiert.
Der Kurienkardinal im Gespräch mit dem wohl bedeutendsten Gegenwartsphilosophen über Grundlagen einer freiheitlichen und friedlichen Gesellschaftsordnung. Wie ist zu verhindern, dass Modernisierung entgleist? Kann Religion der Vernunft Grenzen setzen - und umgekehrt? Das Dokument einer zukunftsweisenden Begegnung zur geistigen Situation unserer Zeit.
Die entscheidende Arbeit, die die Grundlagen der Theorie der kommunikativen Aktion von Habermas festlegte. In diesem unverzichtbaren Buch führte Jürgen Habermas eine umfassende Revision der marxistischen Theorie des historischen Materialismus durch, einem konzeptionellen Rahmen, der in Europa so einflussreich ist, dass er trotz einer tiefgreifenden kritischen Überprüfung weiterhin unbestreitbare stimulierende Kraft besitzt. Eingebettet in die Bewegung der Kritik am marxistischen Gesellschaftsanalyse und gleichzeitig in diese Analyse vertieft, nutzte das Buch (ursprünglich 1976 veröffentlicht) die neuen Beiträge der Sozialwissenschaften, um die Theorie mit einem erneuerten Geist neu zu gestalten und so besser das Ziel zu erreichen, das es sich setzte, unter Berücksichtigung des kontextuellen Wandels des späten 20. Jahrhunderts, das durch den Kapitalismus vollständig transformiert wurde. Dieses entscheidende Buch hatte zum Ziel, eine auf Sprache basierende Politik zu begründen, die uns von den Täuschungen der Ideologie befreien kann, die die freie Kommunikation behindern.
In den zeitdiagnostischen Beiträgen und Interviews dieses Sammelbandes, dessen Titel rasch zu einem geflügelten Wort avancierte, nimmt Jürgen Habermas Stellung zu aktuellen Fragen, angefangen mit dem Vordringen des Neokonservatismus im geistigen und politischen Leben der USA und der Bundesrepublik, über die Krise des Wohlfahrtsstaates und der Erschöpfung utopischer Energien bis hin zum gegenwärtigen intellektuellen Klima in der Bundesrepublik. Der Band, der kurz nach seinem Erscheinen mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wurde, verschafft nicht nur einen glänzenden Überblick über Habermas? bisheriges Gesamtwerk, er verdeutlicht überdies die Motive seiner Arbeit.
In diesem Band, so ist mein Eindruck, präsentiert sich eine nachdenkliche Linke, gleich weit entfernt von Gewißheit wie von Unsicherheit. In diesen Jahrgängen ist das Bewußtsein, daß unsere Republik auch im dreißigsten Jahr ihres Bestehens noch auf tönernen Füßen steht und daß sie gegen die, die sich heute nicht mehr genieren, ein Zuviel an Demokratie offen zu beklagen, verteidigt werden muß, in beinahe konventioneller Klarheit ausgebildet.« (Jürgen Habermas in der Einleitung)
„»Neue Potentiale einer erweiterten technischen Verfügungsgewalt machen das Mißverhältnis zwischen Ergebnissen angespanntester Rationalität und unreflektierten Zielen, erstarrten Wertsystemen, hinfälligen Ideologien offenbar.« Die Ursachen und Folgen dieses Mißverhältnisses (und die Möglichkeiten seiner Aufhebung durch Reflexion) sind das Thema der vorliegenden Aufsätze von Jürgen Habermas; er untersucht, auf welche Weise die Gewalt technischer Verfügung in den »Konsensus handelnder und verhandelnder Bürger zurückgeholt werden kann«, wie Technik, Wissenschaft und Demokratie unter den Bedingungen der fortgeschrittenen Industriegesellschaft zu vermitteln seien.“
Mit diesem Band setze ich die Untersuchungen zu Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln (stw 422) fort. Den Hintergrund der Diskussion bilden vor allem Einwände gegen universalistische Begriffe der Moral, die auf Aristoteles, Hegel und den zeitgenössischen Kontextualismus zurückgehen. Jenseits des sterilen Gegensatzes zwischen einem abstrakten Universalismus und einem sich selbst widersprechenden Relativismus versuche ich, den Vorrang des deontologisch verstandenen Gerechten vor dem Guten zu verteidigen. Das bedeutet aber nicht, daß die im engeren Sinne ethischen Fragen aus der rationalen Erörterung ausgeschlossen werden müssen. (Jürgen Habermas)
Die gegenwärtige geistige Situation wird von zwei gegensätzlichen Tendenzen geprägt: der Ausbreitung naturalistischer Weltbilder und der Rückkehr religiöser Orthodoxien. Auf der einen Seite beeinflussen Fortschritte in Biogenetik, Hirnforschung und Robotik unser Selbstverständnis und dringen in alltägliche Handlungen ein. Diese Entwicklung stellt die Philosophie vor die Herausforderung eines szientistischen Naturalismus, wobei die Diskussion nicht um die Abhängigkeit menschlicher Geisteshandlungen von organischen Substraten kreist, sondern um die angemessene Auffassung der kulturellen Evolution. Auf der anderen Seite erleben wir eine unerwartete Wiederbelebung religiöser Traditionen und die Politisierung von Glaubensgemeinschaften. Diese religiösen Kräfte fordern die Philosophie heraus, das nachmetaphysische und nichtreligiöse Selbstverständnis der westlichen Moderne grundlegend zu hinterfragen. Hierbei geht es nicht nur um die politischen Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der wissenschaftlich-technischen und wirtschaftlichen Infrastrukturen des Westens, sondern um die Deutung der Säkularisierungsfolgen einer kulturellen und gesellschaftlichen Rationalisierung. Der vorliegende Band versammelt Aufsätze, die sich mit diesen Fragestellungen befassen und dabei den komplementären Herausforderungen von Naturalismus und Religion sowie dem normativen Eigensinn einer detranszendentalisierten Vernunft nachgehen.
»Die Moderne - ein unvollendetes Projekt hieß der Titel einer Rede, die ich im September 1980 bei der Entgegennahme des Adorno-Preises gehalten habe. Dieses Thema, umstritten und facettenreich, hat mich nicht mehr losgelassen. Seine philosophischen Aspekte sind im Zuge der Rezeption des französischen Neostrukturalismus noch stärker ins öffentliche Bewußtsein gerückt - so auch das Schlagwort der »Postmoderne« im Anschluß an die Veröffentlichungen von F. Lyotard. Die Herausforderung durch die neostrukturalistische Vernunftkritik bildet deshalb die Perspektive, aus der ich den philosophischen Diskurs der Moderne schrittweise zu rekonstruieren suche.« Jürgen Habermas
Die Theorie des kommunikativen Handelns dient der Klärung der Grundlagen einer kritischen Gesellschaftstheorie. Der Grundbegriff des kommunikativen Handelns erschließt den Zugang zu drei Themenkomplexen, die miteinander verschränkt sind: zum Begriff der kommunikativen Rationalität, zu einem zweistufigen, die Paradigmen von Handlung und System verknüpfenden Gesellschaftskonzept und zu einem theoretischen Ansatz, der die Paradoxien der Moderne mit Hilfe einer Unterordnung der kommunikativ strukturierten Lebenswelt unter die imperativen verselbständigten, formal organisierten Handlungssysteme erklärt
Der Haupttitel deutet an, worum es Jürgen Habermas in diesem Buch vor allem geht: um die Frage, wie denn auf die Revolution in der damaligen DDR zu reagieren sei. Es versteht sieh von seihst, daß er der Euphorie von 1989/90, wonach sich die Bundesrepublik historisch als die »beste aller Welten« erwiesen habe, kritisch gegenübersteht. Dennoch verkennt er nicht, daß in der DDR eine Revolution stattgefunden hat, die nachholend genannt werden kann, wenn man sie an den Verfassungsgrundsätzen der westlichen Demokratien mißt
Die Schrift »Erkenntnis und Interesse« hatte weitreichende Auswirkungen auf den politischen Diskurs der 70er Jahre und stellte die Kantische Vorstellung in Frage, dass Erkenntnis allein auf der Selbstbestimmtheit des erkennenden Subjekts beruht. Jürgen Habermas entwickelte in dieser 1968 veröffentlichten Arbeit die Grundlagen seiner »Theorie des kommunikativen Handelns«, indem er den Fokus von der transzendentalen Leistung des autonomen Subjekts auf den gesellschaftlich vermittelten Diskurs lenkte. Nach Habermas sind es vor allem Interessen, die der Erkenntnis zugrunde liegen und ohne die sie nicht möglich ist. Er identifiziert drei wesentliche erkenntnisleitende Interessen, die mit grundlegenden Funktionskreisen der materiellen Reproduktion der Menschheit verknüpft sind: technische, praktische und emanzipatorische Interessen. Obwohl Habermas später einige seiner Grundannahmen revidierte und den Begriff des »Gattungswesens« durch »kommunikatives Handeln« ersetzte, bleibt diese Schrift zentral für den Übergang von der Transzendentalphilosophie zur Theorie des kommunikativen Handelns. Anke Thyen gibt im Nachwort zur Neuausgabe einen Überblick über die Thematik und die Wirkung des Werks und betont, dass die Aufnahme in die 'Philosophische Bibliothek' keine nostalgische Veranstaltung ist.
»Aufgabe der vorliegenden Untersuchung ist die Analyse des Typus ›bürgerliche Öffentlichkeit‹.« Um dieser komplexen Aufgabe gerecht zu werden, integriert Habermas Aspekte aus soziologischen, ökonomischen, staatsrechtlichen, politologischen sowie sozial- und ideengeschichtlichen Untersuchungen. ›Bürgerliche Öffentlichkeit‹ begreift er als eine epochaltypische Kategorie, die sich nicht aus der spezifischen Entwicklungsgeschichte der im europäischen Hochmittelalter entspringenden ›bürgerlichen Gesellschaft‹ herauslösen läßt. ›Öffentlichkeit‹ faßt er als eine historische Kategorie und zeigt beispielsweise, daß in einem präzisen Sinn etwa von ›öffentlicher Meinung‹ erst im England des späten 17. und im Frankreich des 18. Jahrhunderts die Rede sein kann.
Die in diesem Buch vereinigten Aufsätze kreisen um zwei Grundfragen der theoretischen Philosophie. Zum einen geht es um die ontologische Frage des Naturalismus: Wie kann die aus der Teilnehmerperspektive unhintergehbare Normativität einer sprachlich strukturierten Lebenswelt, in der wir uns als sprach- und handlungsfähige Subjekte »immer schon« vorfinden, mit der Kontingenz einer naturgeschichtlichen Entwicklung soziokultureller Lebensformen in Einklang gebracht werden? Zum anderen geht es um die erkenntnistheoretische Frage des Realismus: Wie ist die Annahme einer von unseren Beschreibungen unabhängigen, für alle Beobachter identischen Welt mit der sprachphilosophischen Einsicht zu vereinbaren, daß uns ein direkter, sprachlich unvermittelter Zugriff auf die »nackte« Realität versagt ist?
Seit 1980 versammeln die Bände der Reihe »Kleine politische Schriften« Analysen, Stellungnahmen und Zeitdiagnosen Jürgen Habermas‘. Titel wie »Die neue Unübersichtlichkeit« sind längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Im titelgebenden Aufsatz dieser Folge knüpft Habermas an seine viel beachteten europapolitischen Interventionen der letzten Jahre an. Angesichts der Gefahr, dass technokratische Eliten die Macht übernehmen und die Demokratie auf Marktkonformität zurechtstutzen könnten, plädiert er für grenzüberschreitende Solidarität. Neben Habermas‘ hochaktueller Heine-Preis-Rede enthält der Band Porträts von Denkern wie Martin Buber, Jan Philipp Reemtsma und Ralf Dahrendorf sowie einen Aufsatz, in dem der Philosoph sich mit der prägenden Rolle jüdischer Remigranten nach dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt. Mit Band XII beschließt der Autor eine Buchreihe, die kaleidoskopisch Grundzüge einer intellektuellen Geschichte der Bundesrepublik widerspiegelt.
Jürgen Habermas untersucht in seinem neuen Buch die Auswirkungen dieses vielgestaltigen Prozesses auf die Zukunft der Demokratie. Er fragt nach den möglichen Konsequenzen für Rechtssicherheit und Effektivität des Verwaltungsstaats, für die Souveränität des Territorialstaats, die kollektive Identität sowie die demokratische Legitimität des Nationalstaats. Jürgen Habermas diskutiert die gängigen politischen Antworten auf diese Herausforderung und skizziert eigene Vorschläge.
Das Buch kann als paradigmatistische Interpretation und Kritik des sozialen Zustands im Rahmen des sogenannten "westlichen Marxismus" der 60er Jahre verstanden werden.
1962 erschien Strukturwandel der Öffentlichkeit, Jürgen Habermas' erstes Buch. In sozialhistorischer und begriffsgeschichtlicher Perspektive profiliert er darin einen Begriff von Öffentlichkeit, der dieser einen Platz zwischen Zivilgesellschaft und politischem System zuweist. Der Strukturwandel reihte sich alsbald ein unter die großen Klassiker der Soziologie des 20. Jahrhunderts und hat eine breite Forschung in den Geschichts- und Sozialwissenschaften angeregt. Und auch Habermas selbst hat sich in späteren Arbeiten immer wieder mit der Rolle der Öffentlichkeit für die Bestandssicherung des demokratischen Gemeinwesens beschäftigt. Angesichts einer durch die Digitalisierung veränderten Medienstruktur und der Krise der Demokratie kehrt er nun erneut zu diesem Thema zurück.
Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2001
56 Seiten
2 Lesestunden
»Wer einen Krieg der Kulturen vermeiden will, muss sich die unabgeschlossene Dialektik des eigenen, abendländischen Säkularisierungsprozesses in Erinnerung rufen.« Jürgen Habermas
Jürgen Habermas wurde am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren. Von 1949 bis 1954 studierte er in Göttingen, Zürich und Bonn die Fächer Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie. Er lehrte unter anderem an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main sowie der University of California in Berkeley und war Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Jürgen Habermas erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) und den Kyoto-Preis (2004).
Die Euro-Krise und die oft populistischen politischen Reaktionen lassen das Scheitern des europäischen Projekts als realistisch erscheinen. In seinem Essay verteidigt Jürgen Habermas Europa gegen diese Skepsis und bietet ein neues, überzeugendes Narrativ für die Geschichte und Zukunft der Europäischen Union. Er räumt Denkblockaden zur Transnationalisierung der Demokratie aus dem Weg, indem er den Einigungsprozess in den Kontext der Verrechtlichung und Zivilisierung staatlicher Gewalt einordnet. Habermas appelliert an die Politik, das europäische Projekt von den geschlossenen Räumen in die Öffentlichkeit zu bringen und einen offenen, argumentativen Meinungskampf zu führen. Neben diesem zentralen Essay enthält der Band den Aufsatz „Das Konzept der Menschenwürde und die realistische Utopie der Menschenrechte“ aus dem Jahr 2010 sowie drei Interventionen, die Habermas seit der Finanzkrise veröffentlicht hat. Er betont, dass das politisch ungesteuerte Wachstum der Komplexität in der Weltgesellschaft den Handlungsspielraum der Nationalstaaten einschränkt und fordert, die politischen Handlungsfähigkeiten über nationale Grenzen hinaus zu erweitern, was aus dem normativen Sinn der Demokratie selbst hervorgeht.
Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Habermas zeichnet nach, wie sich die Philosophie sukzessive aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und säkularisiert hat. In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Konflikte, Lernprozesse und Zäsuren heraus sowie die sie begleitenden Transformationen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft. Das neue Buch von Jürgen Habermas ist aber nicht nur eine Geschichte der Philosophie. Es ist auch eine Reflexion über die Aufgabe einer Philosophie, die an der vernünftigen Freiheit kommunikativ vergesellschafteter Subjekte festhält: Sie soll darüber aufklären, » was unsere wachsenden wissenschaftlichen Kenntnisse von der Welt für uns bedeuten – für uns als Menschen, als moderne Zeitgenossen und als individuelle Personen«.
In den zeitdiagnostischen Beiträgen und Interviews dieses Sammelbandes, dessen Titel rasch zu einem geflügelten Wort avancierte, nimmt Jürgen Habermas Stellung zu aktuellen Fragen, angefangen mit dem Vordringen des Neokonservatismus im geistigen und politischen Leben der USA und der Bundesrepublik, über die Krise des Wohlfahrtsstaates und der Erschöpfung utopischer Energien bis hin zum gegenwärtigen intellektuellen Klima in der Bundesrepublik. Der Band, der kurz nach seinem Erscheinen mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wurde, verschafft nicht nur einen glänzenden Überblick über Habermas? bisheriges Gesamtwerk, er verdeutlicht überdies die Motive seiner Arbeit.
Band 1: Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen. Band 2: Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen
1800 Seiten
63 Lesestunden
Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Habermas zeichnet nach, wie sich die Philosophie sukzessive aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und säkularisiert hat. In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Konflikte, Lernprozesse und Zäsuren heraus sowie die sie begleitenden Transformationen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft. Das neue Buch von Jürgen Habermas ist aber nicht nur eine Geschichte der Philosophie. Es ist auch eine Reflexion über die Aufgabe einer Philosophie, die an der vernünftigen Freiheit kommunikativ vergesellschafteter Subjekte festhält: Sie soll darüber aufklären, » was unsere wachsenden wissenschaftlichen Kenntnisse von der Welt für uns bedeuten – für uns als Menschen, als moderne Zeitgenossen und als individuelle Personen«.
Die Entwicklung der Biotechnologie kann, so Jürgen Habermas, zweifellos einer der bedeutendsten Philosophen und Soziologen der Gegenwart, durchaus zu begrüßenswerten medizinischen Fortschritten führen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Innovation und gefährlicher Entwicklung, zwischen therapeutischen und eugenischen Eingriffen? Die Trennlinie ist unscharf, jedoch ist eine Markierung dort nötig, wo ein biotechnologischer Eingriff allein dazu dient, den menschlichen Organismus leistungsfähiger zu machen. Die daraus entstehenden Konsequenzen würden unweigerlich zu weniger Gerechtigkeit, ungleich verteilten Chancen sowie einer neuen Form von Rückständigkeit führen. Hier zeigt sich auch die große Herausforderung sowohl an die öffentliche Diskussion als auch an die Diese können mit den rasanten technischen und industriellen Entwicklungen nicht Schritt halten. Jürgen Habermas erhielt 2012 zwei große Wiener Wissenschaftspreise. Aus diesem Anlass treten der Theologe Ulrich H. J. Körtner, der Philosoph Peter Kampits und der Sozialwissenschaftler Hubert Christian Ehalt in Diskussion mit seinen Thesen.
Nach den Anschlägen des 11. Septembers hat Giovanna Borradori Jürgen Habermas und Jacques Derrida in den USA befragt. Die bedeutendsten Protagonisten der zeitgenössischen deutschen und französischen Philosophie reflektieren über den Begriff des Terrorismus, über die Tauglichkeit von Dialogmodellen auf interkultureller Ebene und die Durchschlagskraft des internationalen Rechts. Jenseits inhaltlicher und stilistischer Differenzen überraschen die beiden Philosophen durch Einigkeit: in ihrem Votum für Aufklärung, in ihrem Eintreten für Demokratie und ihrem entschiedenen Plädoyer für den Ausbau internationaler Rechtsinstitutionen, und sie nehmen die Gelegenheit wahr, die Rolle des Intellektuellen in einer Zeit, die von Terror und Ungewißheit bestimmt ist, von Grund auf neu zu überdenken.
Philosophisch-politische Profile erweitert unser Verständnis der intellektuellen Odyssee eines der führenden zeitgenössischen Denker Deutschlands und bietet eine Reihe von faszinierenden Einblicken in das Denken der Generation, die ihm vorausging.
Jürgen Habermas, der bekannteste Philosoph der deutschen Gegenwart, wird hier in einer knappen und verständlichen Einführung behandelt. Alle Themenbereiche des Habermasschen Denkens werden berücksichtigt und von einem prominenten Kenner der Materie didaktisch klug dargestellt. Es werden nicht nur die Stationen der intellektuellen Entwicklung beschrieben, sondern auch die systematischen Festlegungen. Im Mittelpunkt stehen die politisch-philosophischen Kategorien, mit denen Habermas bis heute in die aktuellen Debatten hineinwirkt. Ein Verzeichnis der Schriften und eine Zeittafel komplettieren den Band. Detlef Horster legt eine vollständig überarbeitete Neufassung seiner erfolgreichenund vielfach gelobtenEinführung vor.. »Diese Einführung ist schön zu lesen.« (FAZ zur Erstausgabe)
Anlässlich der 600-Jahrfeier der Ruperto-Carola-Universität Heidelberg entschied der Gemeinderat der Stadt, sich mit der "Stadt-Heidelberg-Stiftung" und einer Vortragsreihe am Jubiläum zu beteiligen. Die Stadt, die seit sechs Jahrhunderten mit der Universität verbunden ist, wollte über ihre traditionsreichste Einrichtung nachdenken. Die Vortragsreihe trug den Titel, den Karl Jaspers 1946 seiner Schrift über die Heidelberger Universität gegeben hatte: Die Idee der Universität. Im Wintersemester 1985/86 und Sommersemester 1986 hielten sechs herausragende Vertreter interdisziplinärer Forschung und Lehre Vorträge, die in diesem Band zusammengefasst sind. Im Wintersemester beschäftigten sich der Heidelberger Philosoph Prof. Gadamer, der Hamburger Wissenschaftssenator Prof. Meyer-Abich und der Vizepräsident des Wissenschaftskollegs, Prof. Lepenies, mit der historischen und politischen Position der Universität in Deutschland und im internationalen Vergleich. Im Sommersemester konzentrierten sich die Beiträge des Nobelpreisträgers Prof. Eigen, Prof. Lubbe und Prof. Habermas auf die innere Entwicklung der Universität und die Reformbestrebungen der letzten Jahrzehnte. Jaspers beschreibt in seiner Schrift, dass die Aufgabe der Universität die Wissenschaft ist, wobei Forschung und Lehre der Bildung geistigen Lebens als Offenbarwerden der Wahrheit dienen.
Versuche über den Büchermacher und das Buch (Festschrift für Günther Busch)
272 Seiten
10 Lesestunden
Mit Beiträgen von Walter Boehlich, Silvia Bovenschen, Jürgen Habermas, Melusine Huss, Alexander Kluge, Michael Krüger, Hans-Martin Lohmann, Alfred Lorenzer, Gert Mattenklott, Karl Markus Michel, Tilmann Moser, Oskar Negt, Ulrich K. Preuß, Klaus Reichert, Henning Ritter, Rossana Rossanda, Hannelore Schlaffer, Heinz Schlaffer, Klaus Wagenbach
Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen
Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist. Habermas zeichnet nach, wie sich die Philosophie sukzessive aus ihrer Symbiose mit der Religion gelöst und säkularisiert hat. In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Konflikte, Lernprozesse und Zäsuren heraus sowie die sie begleitenden Transformationen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft. Das neue Buch von Jürgen Habermas ist aber nicht nur eine Geschichte der Philosophie. Es ist auch eine Reflexion über die Aufgabe einer Philosophie, die an der vernünftigen Freiheit kommunikativ vergesellschafteter Subjekte festhält: Sie soll darüber aufklären, » was unsere wachsenden wissenschaftlichen Kenntnisse von der Welt für uns bedeuten – für uns als Menschen, als moderne Zeitgenossen und als individuelle Personen«.
We live in a time of turbulent change when many of the frameworks that have
characterized our societies over the last few centuries - such as the
international order of sovereign nation-states - are being called into
question.
On the occasion of Habermas s 80th birthday, the German publisher Suhrkamp
brought out five volumes of Habermas s papers that spanned the full range of
his philosophical thought, from the theory of rationality to the critique of
metaphysics.
Jurgen Habermas's program in formal pragmatics fulfills two main functions. First, it serves as the theoretical underpinning for his theory of communicative action, a crucial element in his theory of society. Second, it contributes to ongoing philosophical discussion of problems concerning meaning, truth, rationality, and action. By the "pragmatic" dimensions of language, Habermas means those pertaining specifically to the employment of sentences in utterances. He makes clear that "formal" is to be understood in a tolerant sense to refer to the rational reconstruction of general intuitions or competences. Formal pragmatics, then, aims at a systematic reconstruction of the intuitive linguistic knowledge of competent subjects as it is used in everyday communicative practices. His program may thus be distinguished from empirical pragmatics—for example, sociolinguistics—which looks primarily at particular situations of use. This anthology brings together for the first time, in revised or new translation, ten essays that present the main concerns of Habermas's program in formal pragmatics. Its aim is to convey a sense of the overall purpose of his linguistic investigations while introducing the reader to their specific details, in particular to his theories of meaning, truth, rationality, and action.