Bruce ChatwinReihenfolge der Bücher (Chronologisch)
13. Mai 1940 – 18. Jänner 1989
Bruce Chatwin war ein englischer Romanautor und Reiseschriftsteller, dessen Werke sich oft mit Themen wie Reise, Kultur und menschlicher Existenz befassen. Sein unverwechselbarer Stil verbindet lyrische Prosa mit einem scharfen beobachtenden Auge und verwischt die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion, um tiefgründige Wahrheiten über die menschliche Verfassung zu erforschen. Chatwin verwebt meisterhaft persönliche Erfahrungen mit breiteren historischen und kulturellen Teppichen und lädt die Leser ein, unseren Platz in der Welt und die Natur nomadischer Existenz zu betrachten. Sein Schreiben zeichnet sich durch eine einzigartige Stimme aus, die den Geist des Abenteuers und die tief verwurzelte menschliche Suche nach Bedeutung einfängt.
Das Abseits als sicherer Ort Reinhard, ein schlecht rasierter, promovierter Mittvierziger ohne Perspektive, hangelt sich halbherzig durchs Leben. Sonja, die Frau an seiner Seite, will nicht länger zusehen, wie er sich zunehmend vernachlässigt und ins gesellschaftliche Aus manövriert. Sie verlässt ihn und heiratet einen anderen, der fest im Leben zu stehen scheint. Die vermeintliche Stabilität des »Normalen« allerdings bietet ihr keine Rettung, nur gähnende Langeweile. Kann es ein Happy End im sozialen Abseits geben? Mit Witz und Genauigkeit erkundet Wilhelm Genazino den schmalen Grat, der Eigenbrötelei vom Absturz trennt.
"Wonderful...the closest we are ever going to get to a Chatwin autobiography." -William Dalrymple, The Times Literary Supplement (London) The celebrated author of such beloved works as In Patagonia and The Songlines, Bruce Chatwin was a nomad whose desire for adventure and enlightenment was made wholly evident by his writing. This marvelous selection of letters-to his wife, to his parents, and to friends, including Patrick Leigh Fermor, James Ivory, and Paul Theroux- reveals a passionate man and a storyteller par excellence. Written with the verve and sharpness of expression that first marked him as an author of singular talent, Chatwin's letters provide a window into his remarkable life and strikingly detailed insights regarding his literary ambitions and tastes.
In 1933 the delightfully eccentric Robert Byron set out on a journey through the Middle East via Beirut, Jerusalem, Baghdad and Teheran to Oxiana -the country of the Oxus, the ancient name for the river Amu Darya which forms part of the border between Afghanistan and the Soviet Union. His arrival at his destination, the legendary tower of Qabus, although a wonder in itself, it not nearly so amazing as the thoroughly captivating, at times zany, record of his adventures. In addition to its entertainment value, The Road to Oxiana also serves as a rare account of the architectural treasures of a region now inaccessible to most Western travellers. When Paul Fussell "rediscovered" The Road to Oxiana in his recent book Abroad, he whetted the appetite of a whole new generation of readers. In his new introduction, written especially for this volume, Fussell writes: "Reading the book is like stumbling into a modern museum of literary kinds presided over by a benign if eccentric curator. Here armchair travellers will find newspaper clippings, public signs and notices, official forms, letters, diary entries, essays on current politics, lyric passages, historical and archaeological dissertations, brief travel narratives (usually of comic-awful delays and disasters), and--the triumph of the book--at least twenty superb comic dialogues, some of them virtually playlets, complete with stage directions and musical scoring."
Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin
360 Seiten
13 Lesestunden
Reisen und Identität in der Moderne Während manche das Ende des Reisens im „globalen Dorf“ diagnostizieren, ist zumindest die Reisesehnsucht - neben der Urlaubsroutine - in den westlichen Gesellschaften ungebrochen. Sabine Boomers beleuchtet die gegenwärtige Praxis des Reisens vor dem Hintergrund moderner Identitätssuche und beschreibt in Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin drei verschiedene Typen des obsessiven Unterwegsseins. Diese Dauerreisenden erleben stellvertretend für das Publikum, was zu einem grundlegenden Begehren des modernen Menschen wurde: Sich im Reisen als anderer zu erfahren, das Selbst im Fremden zu entdecken und trotz der vermuteten Selbstfremdheit zu Ganzheit und Sinn zu finden.
Ultimo libro pubblicato da Chatwin, questo romanzo fu subito salutato come "una gemma squisita, compatta, luccicante, riccamente sfaccettata". Secondo Susannah Clapp il protagonista di Utz (1988) ricorda assai da vicino un collezionista praghese di porcelane che Kate Foster, un colega di Sotheby's, "conobbe una trentina d'anni fa e di cui parlò a Bruce, il quale non molto tempo dopo andò a cercarlo... Era un uomo molto freddo e cinico, con una voce sottile e aspra e uno sguardo acuto, un uomo forse un po' grigio, ma di grande vigore intellettuale... la sua biografia si rispecchia, almeno a grandi linee, in quela di Utz: la collezione e la sua inspiegabile scomparsa, i dettagli dei pezzi più significativi, gli attriti con le autorità cecoslovacche, il matrimonio con la governate, il ristorante frequentato dai militanti del Partito".
Betrat Bruce Chatwin einen Raum, bezauberte er alle durch seine Erzählungen - ein Wanderer, der über Nacht bleibt und aus seinem Rucksack eine Geschichte nach der anderen zieht. In „Chatwins Rucksack“ tritt er uns noch einmal entgegen, erklärt in einem langen Gespräch seine Kunst des Findens, macht uns in Porträts mit seinen Freunden bekannt.
Auf seinen zahlreichen Reisen hat Bruce Chatwin, Wanderer aus Leidenschaft, auch fotografiert. Ein farbig dekorierter Torbogen in Tunesien, das bizarre Arrangement bunter Kissen in einem Schaufenster der Türkei, die tintenblauen Rauchfahnen aus den Schloten einer Ölraffinerie im Iran. Die Fotografien zeigen Menschen, Städte und Landschaften, deren Physiognomien ganze Geschichten erzählen. Die Bilder dokumentieren auch Chatwins schiere Freude an Farben und Formen und seinen verblüffenden Sinn für das Schöne noch im kleinsten Detail.
Bruce Chatwin gilt als einer der bedeutendsten Reiseschriftsteller des 20. Jahrhunderts. Die magische Wirkung seiner Prosa entfaltet sich auch in diesen kürzeren Texten aus seinem Nachlass. Es sind Geschichten und Reiseskizzen, Artikel und Essays. Autobiographische Perspektiven werden eröffnet, Reisen nach Timbuktu oder in die Toskana beschrieben. Der »nomadischen Alternative« als gegenläufiger Lebensform zu unserer sesshaften Zivilisation ist ein großer Essay gewidmet. Noch einmal berührt, was hier an Texten versammelt wurde, die großen Themen, um die Bruce Chatwins Leben und Schreiben kreisten. Als ein roter Faden ziehen sie sich durch sein gesamtes Werk: von »Patagonien« bis zu den »Traumpfaden«.
Bruce Chatwin, "Englands meistgepriesener travel writer" (DIE ZEIT) und Wanderer aus Leidenschaft, hat auf seinen vielen Reisen auch photographiert. Der vorliegende Band versammelt Bilder aus Patagonien und Westafrika, aus Afghanistan und Nepal, Peru, England und den USA. Chatwins immense Beobachtungsgabe und sein ausgeprägter Schönheitssinn manifestieren sich in den Bildern ebenso wie in den beigefügten Reisenotizen.
Bruce Chatwin, "Englands meistgepriesener travel writer" (DIE ZEIT) und Wanderer aus Leidenschaft, hat auf seinen vielen Reisen auch photographiert. Der vorliegende Band versammelt Bilder aus Patagonien und Westafrika, aus Afghanistan und Nepal, Peru, England und den USA. Chatwins immense Beobachtungsgabe und sein ausgeprägter Schönheitssinn manifestieren sich in den Bildern ebenso wie in den beigefügten Reisenotizen.
Auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen und Geheimnisvollen haben zwei »literarische« Reisende ein wildes und ödes Land erkundet, das, am äußersten Rand unserer Welt gelegen, zur Metapher für das Ungeheuerliche, Unheimliche und verhängnisvoll Anziehende wurde. Sie folgten sagenumwobenen Pfaden und realen Spuren und halten nun eine reizvolle Zwiesprache über ihre merkwürdigen Erlebnisse.
Dank einer Intervention Bucharins konnte Ossip Mandelstam (1891-1938), Fremdkörper in der immer stärker verwalteten und gleichgeschalteten Sowjetliteratur, 1930 eine Reise nach Georgien und Armenien antreten. Die Reise nach Armenien, in das Land der frühesten christlichen Kultur, an den Ursprung, bietet uns in raschem Wechsel die Momentaufnahmen eines gierigen Auges, das den Schock, die Anregung zum Sehen vermitteln will. Doch man merkt rasch, daß dies ein Auge mit historischem Gedächtnis, Auge eines humanistisch Gebildeten ist, Auge mit dem Anspruch, »über die Akustik zu verfügen«, Urorgan zu sein, alle Sinne zu vereinigen und zu vergeistigen.
Was mache ich hier ist wohl das persönlichste Buch von Bruce Chatwin. Weitgehend noch von ihm selbst zusammengestellt in den letzten Monaten vor seinem Tod im Januar 1989, offenbart diese aufregend vielseitige Auswahl an Geschichten, Porträts, Reiseberichten und »seltsamen Begegnungen« seinen besonderen Blick auf die Welt, seine geschärfte Sensibilität und seine außerordentliche Empfänglichkeit für das Fremdartige. Chatwin sieht sich um ein Haar in einen Militärputsch in Westafrika verwickelt, geht mit Indira Gandhi auf Wahlkampfreise, sucht im Himalaya nach den Spuren des Yeti, recherchiert die Geschichte eines Wolfskindes, besucht Nadeshda Mandelstam, Ernst Jünger und André Malraux. Vorliebe für das Entlegene und Skurrile zeigen besonders die Schilderungen seiner Begegnung mit einem chinesischen Geomanten, seines Besuchs bei Madame Vionnet, »die um die Jahrhundertwende die Frauen von der Tyrannei des Korsetts befreite«. Worüber er in diesen journalistischen Arbeiten auch schreibt, immer hat ein »Prozeß der freien Erfindung stattgefunden«, erweist er sich auch hier als großer Geschichtenerzähler.
Traumpfade – das sind die unsichtbaren labyrinthischen Wege, die den australischen Kontinent duchziehen und entlang derer, so will es der Schöpfungsmythos der Ureinwohner, die Ahnen wanderten und mit ihren Liedern die Welt erschlossen. Chatwin geht diesen Fußspuren in seinem faszinierenden Buch nach, das, Roman und Reisebericht zugleich, ein Glücksfall der zeitgenössischen Literatur ist.
Utz - eigentlich Kaspar Baron Utz, doch man befindet sich im real existierenden Sozialismus rund um den Prager Frühling - ist ein kauziger Privatgelehrter, dem zwar das Schloß seiner Vorfahren samt Dörfern und Grundbesitz abhanden gekommen ist, der aber etwas viel Kostbareres in seine schäbige Zweizimmerwohnung hineingerettet hat: seine riesige Sammlung Meißner Porzellan. Jahr für Jahr hindert sie ihn daran, in den Westen zu gehen, denn er kann schließlich seine Figuren nicht im Stich lassen. Aber es steckt natürlich noch etwas anderes dahinter - seine Liebe zu Prag, sein bizarres Arrangement mit seiner treusorgenden Haushälterin Marta, die in jeder Weise, nicht nur hinsichtlich der Installation seiner anspruchsvollen erotischen Existenz, unbezahlbar ist, und es steckt ein ästhetisches Lebensgefühl dahinter, das von Ideologien weder irritiert noch verlockt werden kann, weil es unendlich hoch über allen steht.
Sein schönster Roman - jetzt endlich wieder als Fischer Taschenbuch.„Auf dem schwarzen Berg“ erzählt von dem merkwürdigen, geradezu archaischen Leben der beiden Zwillingsbrüder Lewis und Benjamin Jones auf dem elterlichen Bauernhof in Wales. Bestimmt vom Rhythmus der Jahreszeiten, der Landschaft, der Arbeit, hat ihr Dasein eine Gewißheit, die durch niemanden und nichts zu erschüttern ist. In einer Art Unschuld kehren sie dem modernen Zeitalter den Rücken.
Bruce Chatwin, geboren 1940 in Sheffield, arbeitete acht Jahre lang im Londoner Auktionshaus Sotheby's und später als Journalist bei der «Sunday Times». Seit 1962 führten ihn ausgedehnte Reisen nach Asien, in die Sowjetunion, nach Osteuropa, Westafrika, Ausstralien und nach Lateinamerika. Für «In Patagonien» erhielt er mehrere internationale literarische Auszeichnungen. In Deutschland ist Chatwin, dessen Werke inzwischen in fünfzehn Sprachen übersetzt sind, durch seinen Roman «Der Vizekönig von Ouidah» die Vorlage für Werner Herzogs Film «Cobra Verde», bekannt geworden. Bruce Chatwin starb 1989 in Nizza.
Reise in ein fernes Land
Patagonien - das malerisch schöne Land am Ende der Welt, das seit Anfang dieses Jahrhunderts politisch zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt ist. Bruce Chatwin hat auf einer langen Reise dieses wilde Land erkundet. Seine Neugier und seine behutsame Art, auf die Einheimischen wie auf die Eingewanderten zuzugehen oder den Schicksalen Verschollener nachzuforschen, waren der Schlüssel zu den abenteuerlichsten Entdeckungen.