Buchhandhabung und andere gute Ratschläge
- 88 Seiten
- 4 Lesestunden
Dieser irische Autor gilt als eine Schlüsselfigur der modernen irischen Literatur, berühmt für seinen bizarren Humor und seine modernistische Metafiktion. Seine Werke, die oft in der Absurdität der Existenz wurzeln, erforschen Themen wie Identität und Realität mit einer einzigartigen Art von Ironie. Der Autor setzt Sprache und literarische Konventionen meisterhaft ein, um unverwechselbare, oft beunruhigende Welten zu erschaffen, die die Wahrnehmung der Leser herausfordern.







Von 1940 an hat Flann O´Brien unter dem Pseudonym Myles na gCopaleen fast 30 Jahre lang in einer satirischen Kolumne für die Irish Times alle Aspekte irischen Wesens und Unwesens kommentiert. Trost und Rat spendet O´Brien insbesondere »dem einfachen irischen Volk«, das in seinen Kolumnen als Gesprächspartner auftritt und dabei die selbstbewusste Stimme der unerschütterlichen Mediokrität verkörpert. O´Brien erteilt fundierte Ratschläge auf Fragen wie »Was hält sich seit Jahren in meinem Schlafzimmer auf?« und nimmt sich mit besonderer Vorliebe immer wieder neureichen und bildungsbeflissenen Emporkömmlingen an. Diesen empfiehlt er etwa, die eben erworbene Bibliothek von erfahrenen »Buchhandhabern« einlesen zu lassen - schließlich gehören Bücher zerzaust und mit Eselsohren versehen. Harry Rowohlt hat die besten Texte in der vorliegenden Auswahl zusammengestellt, übersetzt und mit einem Nachwort versehen; entstanden ist ein berauschendes Destillat aus O´Briens langjähriger Kolumnistentätigkeit.
Erzählt wird die Geschichte von Bonaparte O’Coonassa, von seinem einzigen Schultag und seitherigen Müßiggang, seiner kurzen Ehe und noch kürzeren Vaterschaft, seiner Verurteilung zu neunundzwanzig Jahren Gefängnis, wo er »heil und sicher, gegen die Widrigkeiten des Lebens gefeit«, sein irisches Schicksal absitzt. Gnadenlos kommentiert Flann O’Brien das irische Leben schlechthin, mit einem satirischen Seitenblick auf »schwere Zeiten«, »Armut«, »Trunkenheit«, »geistige Getränke« und »Kartoffeln« in einer von Regen dampfenden Atmosphäre.
Wer einmal das Vergnügen hatte, einem Leseabend mit Harry Rowohlt beizuwohnen, weiß, dass es sich dabei nicht gerade um eine trockene Angelegenheit handelt. Die Lachtränen fließen beim Publikum und der Künstler selbst hat während seines Vortrags Guinness-Bier und Whiskey zur Hand. Kein Wunder, dass die Erzählung Durst von Flann O'Brien da regelmäßig zum Höhepunkt gerät. Auf seine unnachahmliche Weise liest, nein spielt Harry Rowohl diese Szene in einem irischen Pub nach der Sperrstunde: Ein hereinschneiender Polizist im Dienst soll durch eine durstmachende Geschichte des Wirts zum komplizenhaften Mittrinken veranlasst werden. Flann O'Brien-Fan und -Übersetzer Harry Rowohlt läuft bei dieser Live-Aufnahme aus dem Jahre 1997, bei der auch die Reaktionen des Publikums deutlich vernehmbar sind, wieder einmal zu großer Form auf. Als Interpret von Hörbüchern ist Harry Rowohlt ein Großer. Sein ganzes Talent aber zeigt sich nur live, wenn er mit trockenem Witz mit dem Publikum kommuniziert, mühelos zwischen den verschiedenen Rollen hin und her wechselt und sich alle Zuhörer unversehens in einen irischen Pub zwischen durstige Männer versetzt wähnen. --Christian Stahl Live-Aufnahme, 1 CD, Spieldauer ca. 44 Minuten.
In diesem umfangreichen Sammelband sind folgende Geschichten enthalten: ➯ In Schwimmen-zwei-Vögel (At Swim-Two-Birds) ➯ Slatterys Sago-Saga oder Von unter der Erde bis hoch auf dem Baum ➯ Die Krone des Märtyrers ➯ John Duffys Bruder ➯ Durst ➯ Faustus Kelly ➯ Wie man im Tunnel ein Faß aufmacht.
Erzählt wird die Geschichte von Bonaparte O'Coonassa, von seinem einzigen schmerzhaften Schultag und seitherigen Müßiggang, seiner Bedrohung durch das Seeungeheuer, seiner kurzen Ehe und noch kürzeren Vaterschaft, seiner Verurteilung zu neunundzwanzig Jah
O’Brien berichtet von den seltsamen Ereignissen, die dem Ich-Erzähler zustoßen. Mit sechzehn verliert er seine Eltern und erbt Haus und Hof, ein Pub und den Verwalter John Divney inbegriffen. Aber dennoch bleibt er mausarm und widmet sich – statt seinem Anwesen – dem Studium des von ihm verehrten Gelehrten de Selby. Um diese Passion weiter alimentieren zu können, verübt er gar einen Raubmord. Bei der Auflösung dieses Mordes geschehen wunderliche Dinge mit komischen Gesetzeshütern, surrealen polizeilichen Dienstfahrten und alogisch tiefsinnigen Gesprächen. Der Clou des Romans? Lesen Sie selbst. Der dritte Polizist ist neben Auf Schwimmen-zwei-Vögel eines der wichtigsten Bücher von Flann O’Brien. Brillant entlarvt der irische Kultautor in diesem Meisterwerk des absurden Sprachwitzes die Torheit des Menschen mittels Ironie und Parodie.
Der absonderliche Wissenschaftler De Selby erfindet eine Substanz zur Zerstörung allen organischen Lebens. De Selby ist durchaus bereit, von seiner Erfindung Gebrauch zu machen, begnügt sich allerdings vorerst damit, innerhalb einer Woche uralten Malt-Whiskey zu destillieren und, mit Hilfe eines mysteriösen Luftkompressionsverfahrens, in einer Unterwasserhöhle der Dublin-Bay bekannte biblische Gestalten oder frühchristliche Kirchenväter wie den Hl. Augustinus zu beschwören und in theologische Diskussionen zu verwickeln. Außerdem tritt in diesem Buch James Joyce auf, und zwar als ältlicher Pub-Wirt, der empört bestreitet, jemals ein Machwerk wie Finnegans Wake geschrieben zu haben. Vielmehr gibt sich Joyce als Verfasser jener Traktat-Heftchen zu erkennen, die gern an den Eingangspforten katholischer Kirchen ausliegen, und hat nur einen Herzenswunsch - nämlich Mitglied des Jesuitenordens zu werden.
Diese respektlose Komödie und unbarmherzige Satire vereint die besten irischen Tugenden des Erzählens und trägt zugleich das unverwechselbare Siegel Flann O’Briens. Sie ist ein Panoptikum irischer Exzentrik, bevölkert von fanatischen Wohltätern, lasterhaften Priestern und frühreifen Jugendlichen. Diesmal schlägt O’Brien seine erzählerischen Haken von einer gründlich in die Hose gehenden Kur über pubertäre Räusche bis zu einem famosen Jüngling, der den Raubdruck sozusagen neu erfindet, Fernkurse in Fächern wie Seiltanzen, Laubsägen, Hypnose, Jiu-Jitsu oder Vogelhaltung gibt und es damit zu erstaunlichem Reichtum bringt.
»EIN Anfang und EIN Ende pro Buch waren etwas, das mir nicht behagte.« Damit spricht der Dubliner Student Bran aus, was programmatisch für das ganze Buch gilt. Auf Schwimmen-zwei-Vögel beginnt mit drei Anfängen. Es ist ein Roman im Roman über das Romanschreiben. Bran, der meist im Bett liegt, reichlich dem braunen Starkbier und dem Whiskey zuspricht, denkt nebenbei über einen Roman nach und entwirft dabei die Figur des noch fauleren Desmond Trellis. Dieser erfindet seinerseits Figuren wie beispielsweise den altirische Barden Finn Mac Cool, der wie ein Running-Gag auf- und wegtaucht und laufend Verse von sich gibt. Doch Trellis' Figuren werden aufmüpfig gegenüber ihrem erfundenen Erfinder, sind unzufrieden mit dem ihnen zugedachten »Leben« und nehmen dieses kurz entschlossen selber in die Hand. Diverse Handlungsstränge spielen sich auf mehreren, sich überschneidenden Ebenen ab, die Grenzen zwischen den Genres heben sich auf. Zitate, Wortspiele, epische Heldensagen, Lexikaauszüge, abgelauschte Gespräche von Dubliner Kleinbürgern u.a.m. fügen sich zu einer kunstvollen und zugleich äußerst witzigen Textcollage.
Das Barmen erzählt die Geschichte von Bonaparte O’Coonassa, von seinem einzigen Schultag und seitherigen Müßiggang, seiner kurzen Ehe und noch kürzeren Vaterschaft, seiner Verurteilung zu neunundzwanzig Jahren Gefängnis, wo er »heil und sicher, gegen die Widrigkeiten des Lebens gefeit«, sein irisches Schicksal absitzt. Gnadenlos kommentiert Flann O’Brien das irische Leben schlechthin, mit einem satirischen Seitenblick auf »schwere Zeiten«, »Armut«, »Trunkenheit«, »geistige Getränke« und »Kartoffeln« in einer von Regen dampfenden Atmosphäre. Ein irischer Lebenslauf in bitterster Armut, voller Vorurteile und Whiskey, den man lieben muss, weil »es seinesgleichen nicht mehr geben wird«.
Kolumnen aus der "Irish Times" 1940-1945
Presents a collection of short stories and part of an unfinished novel by the Irish writer. 5 of the stories have been translated from Irish.
This collection looks at the years of innocence, the pains and pleasures of schooldays and the struggles of adolescence in stories by such writers as Seamus Heaney, Roddy Doyle, Flann O'Brien, William Trevor, Bryan MacMahon, Samuel Beckett, Neil Jordan, Sean O'Faolain, Edna O'Brien, Brian Friel, Maeve Binchy, Brendan Behan and many more.
Podtitul: mizerný příběh jednoho krušného osudu. Nejlepší humoristický román napsaný v moderní irštině. Satira na přístup městských intelektuálů a úředníků k irsky mluvícímu venkovu, která paroduje mimo jiné autobiografické romány irských venkovanů (které se dají přirovnat k roli Babičky v osnovách našich škol). Nevysmívá se však jejich autorům, ale idealizování těchto textů a stereotypu, který na jejich základě vznikl. Knihu autor napsal irsky, pod pseudonymem Myles na gCopaleen; do angličtiny byla přeložena roku 1973.
Книги Флэнна О`Брайена удостаивались восторженных похвал Джойса и Грэма Грина, Сарояна и Берджесса, Апдайка и Беккета. Но мировую славу писателю принес абсурдистский, полный черного юмора роман `Третий полицейский`, опубликованный уже после его смерти.