Im Dialog
- 171 Seiten
- 6 Lesestunden
German
Christa Wolf war eine Schriftstellerin, die eine kritische Distanz zum kommunistischen Regime wahrte und sich dennoch als überzeugte Sozialistin verstand. Ihre Werke thematisierten oft die Spaltung der Gesellschaft und die inneren Konflikte des Individuums, wobei sie sich durch tiefen moralischen Ernst und erzählerische Kraft auszeichneten. Wolf stellte sich mutig den Hoffnungen und Fehlern ihrer Zeit und erwarb sich Anerkennung für ihre kompromisslose intellektuelle Ehrlichkeit und ihr literarisches Können. Ihre Schriften bieten tiefgründige Einblicke in die menschliche Verfassung in einer komplexen politischen Landschaft.







German
1960 erging an die Schriftsteller der Welt ein Aufruf der Moskauer Zeitung Iswestija, sie mögen den 27. September dieses Jahres so genau wie möglich beschreiben. Maxim Gorki hatte 1936 damit begonnen, „Einen Tag der Welt“, wie es damals hieß, zu porträtieren - mit großer Resonanz. Christa Wolf reizte diese Idee, sie hat dann aber nicht nur den 27. September 1960 beschrieben, sondern von diesem Jahr an jeden darauffolgenden 27. September genau beobachtet und festgehalten, „mehr als die Hälfte ihres erwachsenen Lebens“ - ein einmaliges literarisches Projekt, das nun veröffentlicht werden kann. „Christa Wolfs Romane, Erzählungen, Essays gehören zu den bedeutendsten und schönsten Werken der gegenwärtigen Weltliteratur.“ Lew Kopelew „Grelle Töne sind Christa Wolfs Sache nie gewesen; nicht als Autorin, nicht als Zeitgenossin hat sie je zur Lautstärke geneigt und doch nie Zweifel an ihrer Haltung gelassen.“ Heinrich Böll „Christa Wolfs Sprache hat mit der Zeit Nebensätze verloren, womit ihre Hauptsätze an Kraft gewonnen haben. Die Gradlinigkeit ihres Erzählens ist ein selten gewordener literarischer Wert.“ Günter Gauß
Die Bilanzierung aus der Sicht des Leasingnehmers und des Leasinggebers - Praxisleitfaden zur internationalen Rechnungslegung (IFRS) spezial
Der neue Standard zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) führt zu einer Revolution der Bilanzierung von Leasingverhältnissen aufseiten des Leasingnehmers, verbunden mit erheblichen Herausforderungen im Rahmen der Erstellung von IFRS-Abschlüssen und wesentlichen Auswirkungen auf Unternehmenskennzahlen (KPIs). Dieses Buch beschäftigt sich umfassend mit dem neuen Standard, sowohl aus der Perspektive des Leasingnehmers als auch aus der Sicht des Leasinggebers. Neben einer Darstellung der relevanten Vorschriften tragen vor allem die zahlreichen Fallbeispiele zum Verständnis bei. Praxishinweise runden jedes Kapitel ab.
„Sie werden verstehen, daß ich Ihnen schreiben muß“ - Christa Wolf beginnt den Briefwechsel mit Charlotte Wolff, nachdem sie in Wolffs Autobiographie auf ihren eigenen Namen stößt. Charlotte Wolff, ebenfalls Schriftstellerin, entdeckt in Christa Wolfs „Kein Ort. Nirgends“ ein poetisches Bild, das sie ähnlich in einem ihrer Gedichte verwendet hat. Sie beschreibt in ihrer Autobiographie, dass es ein Wunder sei, dass zwei Geister solch ähnliche poetische Ausdrücke schaffen konnten. Der Austausch thematisiert oft solche „Wunder“, Koinzidenzen und Begegnungen, die die Rationalität herausfordern. In der Zeit des Briefwechsels wurde Christa Wolfs „Kassandra“ veröffentlicht, in der sie die selbstzerstörerischen Tendenzen der abendländischen Zivilisation und deren patriarchale Wurzeln untersucht. Häufig geht es jedoch um Persönliches: Charlotte Wolff fragt sich, ob sie nach einem langen Leben im Exil Heimat finden kann, und reflektiert über die Herausforderungen neuer Projekte. Während des Austauschs arbeitet Christa Wolf an „Sommerstück“, während Charlotte Wolff an ihrer Biographie über Magnus Hirschfeld, den Pionier der Sexualforschung, schreibt. Diese Biographie wird ihr letztes Werk sein, da sie im September 1986 stirbt. Ihr beider Wunsch, sich zu begegnen, bleibt unerfüllt.
»Wir staunen, was wir offenbar schon lange gedacht haben und was wir uns jetzt laut zurufen: Demokratie jetzt oder nie!« Als Christa Wolf am 4. November 1989 diese Worte den versammelten Menschen am Alexanderplatz zuruft, steht die weltberühmte Schriftstellerin im Zentrum politischer Umbrüche. Sogar das Staatspräsidentenamt wird ihr angeboten. Wie hat die engagierte Autorin die DDR, den Mauerfall und die Wiedervereinigung erlebt? Im Jahr 2008 führte Thomas Grimm ein Interview mit Christa Wolf und ihrem Mann Gerhard Wolf. Christa Wolf erinnert sich in dem Gespräch an den Alltag in der DDR, die Überwachung durch die Stasi und die friedliche Revolution von 1989, zu deren wichtigsten Stimmen sie gehörte. Sie spricht über ihre vergebliche Hoffnung auf einen wirklich demokratischen Sozialismus in der DDR, über die Wiedervereinigung und ihre Eindrücke des sich verändernden Kunst- und Kulturbetriebs. Ihre gesellschaftlichen Diagnosen sind ihrer Zeit weit voraus, ob es den Wegzug junger Leute aus Ostdeutschland, die Ausbreitung rechter Gesinnungen oder die drohenden Folgen des Klimawandels betrifft. Christa Wolf zeigt sich als scharfsinnige Analytikerin der Wendezeit und couragierte Zeitgenossin und gibt ganz persönliche Einblicke in ihr Leben.
In Selbstbetrachtungen und in der Auseinandersetzung mit Frauen und Männern, deren Leben von Hoffnung und Verzweiflung geprägt ist, ergründet Christa Wolf die tiefen Auswirkungen der Verwerfungen des Jahrhunderts auf das individuelle Schicksal. Frida Kahlo, die Malerin, war durch einen Autounfall in ein Stahlkorsett gezwungen, während Irmtraud Morgner versuchte, die starren Verhältnisse der DDR mit weiblicher Phantasie zu transformieren. Franz Führmann teilte mit Wolf die Hoffnung auf eine bessere Welt und die Überzeugung, dass Schriftsteller sich der Gegenwart stellen und die Geschichte sowie den Mythos nach Zeugen der Humanität und des Widerstands durchforschen sollten. Wolf zeigt, wie Kassandra und Medea ihr halfen, die heutigen Gesellschaftsstrukturen zu durchschauen. Anhand einer Messe von Joseph Haydn betont sie die Notwendigkeit von Utopien, denn „dünn ist die Decke der Zivilisation“. Mit dem Wort „Brot“ eröffnet sie das Verständnis für Heinrich Böll. Die Menschen, die Wolf würdigt und deren Werke sie einfühlsam betrachtet, werden zu Figuren ihres eigenen Schaffens, als versammelten sie sich alle „Im Stein“. Während einer Operation sind zwar die Schmerzen der Ich-Erzählerin ausgeschaltet, doch die Empfindungen und das Bewusstsein umkreisen das gesamte Leben und den Sinn desselben.
»Post, Post, Post«. Dieser Stoßseufzer, notiert im Kalender unter dem Datum vom Sonntag, dem 4. März 1990, kommt nicht von ungefähr: Christa Wolf war eine ungeheuer produktive Korrespondentin. Ihre Briefe an Verwandte und Freunde, Kollegen, Lektoren, Politiker, Journalisten geben faszinierende Einblicke in ihre Gedankenwelt, ihre Schreibwerkstatt, ihr gesellschaftliches Engagement. Ob sie an Günter Grass oder Max Frisch schreibt, von Joachim Gauck Einsicht in ihre Stasi-Akte fordert oder sich mit Freundinnen wie Sarah Kirsch und Maxie Wander austauscht, wir sind Zeuge von Freundschaften und Zerwürfnissen, Auseinandersetzungen und von Bestätigung, von der Selbstfindung einer der wichtigsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt beeindruckt ihr Umgang mit der Flut von Leserbriefen, die sie mit zunehmendem schriftstellerischen Erfolg erreicht und auf die sie geduldig und kundig – und manchmal auch mit der gebotenen Direktheit – eingeht.
Die Tagebuchprosa, Schriftstellerwürdigungen, Briefe, Vorträge und Essays stellen die eigene Biographie, eigene "Irritationen und Überzeugungen", inden Kontext zu als katastrophal empfundenen Verwerfungen im Prozeß der deutschen Einheit
Der Band versammelt die großen Erzählungen Christa Wolfs aus der Zeit zwischen 1960 und 1980 : von ihrer ersten Prosaveröffentlichung Moskauer Novelle, einer Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Russen, über Juninachmittag bis zu Selbstversuch. Auch die Protagonistin dieser vieldiskutierten Erzählung handelt im Namen der Liebe - ebenso wie im Dienste der Forschung -, als sie in den wissenschaftlichen Versuch einwilligt, sich in einen Mann verwandeln zu lassen.
Für die fünfzehnjährige Ich-Erzählerin ist ihre Mutter Charlotte der Mittelpunkt der Familie, geliebt, alles beherrschend und geradeheraus. Das Offensichtliche aber wird auch von Charlotte totgeschwiegen: dass die Nachrichten von der Front beunruhigen und die Flüchtlingstrecks aus dem Osten in immer kürzeren Abständen durch die Stadt ziehen. Bis zu dem Januarmorgen 1945, an dem plötzlich vollgestopfte Bettensäcke im Flur bereitstehen, vom Führerbild an der Wand nur noch ein heller Fleck zu sehen ist und die Mutter ihren Silberfuchs mit einer endgültigen Geste, die ihre Tochter nicht mehr vergessen wird, in den Schrank zurücklegt. Mitreißend, anrührend und mit liebevoller Ironie erzählt Christa Wolf von den inneren Verflechtungen einer Familie, von einer Fünfzehnjährigen, die erwachsen wird, vom Trauma der Flucht. 1971 entstanden, ist diese Erzählung der Auftakt zum späteren, weit ausholenden Kindheitsmuster, dem autobiographischen Meisterwerk, das bis heute ein Weltecho hat.
Christa Wolf war, obwohl im wesentlichen regimekonform, auch westlichen Literaturkritikern Lobeshymnen und Preise wert. Doch mit der Wende fiel ihr Marktwert; "Was bleibt", ihr erstes Buch nach der Wiedervereinigung, wurde in den Medien verrissen, als dann bekannt wurde, daß Christa Wolf gegen Ende der fünfziger Jahre vom Staatssicherheitsdienst drei Jahre lang als inoffizielle Mitarbeiterin geführt wurde, war der Skandal perfekt. Mit der Veröffentlichung der "Täter-Akte" der Christa Wolf, ergänzt durch Stimmen aus den Medien und Briefe von und an Christa Wolf, versucht Hermann Vinke die Diskussion um die Autorin zu versachlichen; dem Leser wird die Möglichkeit gegeben, zu einem eigenen Urteil über das Verhalten der Autorin zu gelangen.
"Christa Wolfs Kindheitsmuster ist der hartnaeckig borende, vor Verletzungen ihrer selbst nicht zurueckschreckende Versuch, den historischen Faschismus wie die unmittlebare Gegenwart aus ihrer eigenen Biographie, ihrer beschaedigten Kindheit heraus verstehbar und handhabbar zu machen, die 'verfluchte Verfaelschung von Geschichte zum Traktat' zu ueberwinden. Und das Preiswuerdige des Buches sehe ich in der Rueckhaltlosigkeit und der kraft der sinnlichen Vergegenwaertigung, mit der dieses Vorhaben dem Leser zugaenglich gemacht wird. Dieses Buch beende ein langes Schweigen, auch fuer die DDR, hat Stefan hermlin von 'Kindheitsmuster' gesagt. Es handelt vom bis dato vergessenen, verdraengten, unterschlagenen Faschismus: dem 'normalen', alltaeglichen, gewoehnlichen, wie er von einer Masse von alltaeglichen, gewoehnlichen Menschen, wo nicht aktiv getragen, so doch zumindest hingenommen wurde." --Wolfgang Emmerich.
159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben und in unserem neuen Lay-out noch übersichtlicher gestaltet. Schematische Darstellungen, Hinweise in Textkästchen am Rand der Erläuterungen und in Kopf- und Fußleisten ermöglichen eine schnelle Orientierung.
Inhalt:- Briefwechsel- Dienstag, der 27. September- Juninachmittag- Unter den Linden- Neue Lebenansichten eines Katers- Selbstversuch
Vielleicht wird man besonders sensibel für Landschaften und Orte, wenn man wie Christa Wolf in jungen Jahren und unfreiwillig den Landstrich seiner Kindheit verlassen musste. Landschaften bilden denn auch häufig den Hintergrund ihrer Bücher, sei es als befreiende Erfahrung, als bedrohter Lebensraum oder nur als Blick einer Person aus dem Fenster, als Gartenszene, als Beobachtung.§Solche federleichten nachdenklichen bis ironischen Impressionen von Natur und Landschaft sind zu einem Gang durch Tages- und Jahreszeiten arrangiert, der mit stimmungsvollen Fotografien bebildert wird.
Mottenburg nennen die Patienten ihre Lungenheilstätte, in der alle an derselben Krankheit leiden, alle die »Motten« haben. Einer von ihnen ist der achtjährige August, der seine Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen verloren hat und selbst verloren wäre, gäbe es da nicht Lilo. Lilo ist siebzehn, sie ist schön, sie wagt es, sich mit der Oberschwester anzulegen, und wenn Lilo seinen Namen ausspricht, klingt er anders als sonst. Mehr als sechzig Jahre danach sind die Erinnerungen an diese Zeit immer noch präsent, kann August darin wie in einem Bilderbuch blättern. In »August«, Christa Wolfs letzter, begeister aufgenommener Erzählung, ebenso wie in den Erzählungen »Blickwechsel« und »Zu einem Datum« lesen wir von schwierigen Zeiten im Zeichen von Krieg und Krankheit, aber auch von Menschen, die etwas erfahren haben, das man wohl Glück nennen könnte.
In den Briefen, die Christa Wolf und Franz Fühmann zwischen 1968 und 1984 wechselten, geht es vor allem um Politik und die schriftstellerische Arbeit. Der Briefwechsel dokumentiert die Schwierigkeiten, mit denen kritische Intellektuelle in der DDR zu kämpfen hatten.
Bald nach der Wende verbrachte Christa Wolf längere Zeit in Santa Monica als Fellow des Getty Center, Los Angeles. Weit im Westen, unter für sie fremden gesellschaftlichen Verhältnissen, blickt sie auf ihr Leben in der DDR zurück und läßt Erinnerungen aufsteigen. Die Themen und Motive, die Christa Wolfs Arbeiten berühmt gemacht haben, stehen in diesen neun Erzählungen ebenso im Mittelpunkt wie die – heiter-ironische – Auskunft darüber, was ihre Welt im Innersten zusammenhält.
Essays und Aufsätze; Reden und Gespräche; 1959-1985 (Band 1)
Aufsätze Essays Gespräche Reden
Essays und Aufsätze; Reden und Gespräche; 1959-1985 (Band 2)
German
Zum 100. Geburtstag am 19.11.2000 Über die Autorin des weltberühmten "Siebten Kreuzes" ist viel geschrieben und gestritten worden. Bekannt sind die Daten ihrer Biographie, aber kaum, wie sie gelebt wurden. Dieser Band vermittelt mit wenig bekanntem Foto- und Dokumentarmaterial ungewöhnliche Einblicke in die Lebensumstände der Netty Reiling, die sich Anna Seghers nannte: Jugend in Mainz, Heidelberger Studentenzeit, die Jahre in Berlin nach der Heirat mit Laszlo Radvanyi, Exil in Frankreich und Mexiko, Rückkehr nach Deutschland, Leben in der DDR. Der Band eröffnet einen aufregend neuen Zugang zur Persönlichkeit der Autorin. Er zeigt sie in ihrem Umkreis: mit den Eltern, den Großeltern, mit Freunden, als Studentin in chinesischer Kostümierung, als stillende Mutter, als charmante Gastgeberin, im Krankenhaus nach dem schweren Unfall in Mexiko, als allmählich alternde Frau, in deren schönem Gesicht die Zerreißproben ihres Lebens eingeschrieben sind, die Spuren von Enttäuschungen, von unterdrücktem Kummer und Zweifel.
Rede, daß ich dich sehe – die sokratische Aufforderung deutet an, welches Ziel Christa Wolf mit ihren Büchern verfolgt: sich zu erkennen zu geben, »an die Wurzeln unserer Existenz vorzudringen«. In diesem Band sind es die Werke von Schriftstellerkollegen und bildenden Künstlern, denen sie sich zuwendet. Sie schreibt über Doktor Faustus und Thomas Manns Exil in Los Angeles, Schauplatz ihres großen Romans »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud«. Sie erzählt von den Kassandra-Radierungen der Malerin Nuria Quevedo, von den Aschebildern Günther Ueckers zu Tschernobyl und vom legendären Carl friedrich Claus, der seine Sprachblätter in einer Aktentasche mit sich herumtrug. Sie zeichnet ein liebevolles Porträt von Uwe Johnson, ist streitbar für Günter Grass und entwirft beim Nachdenken über den »blinden Fleck« eine kurze Mentalitätsgeschichte der Deutschen und ihres Verhältnisses zur Literatur. In den Essays, Reden und Gesprächen der letzten Jahre, von Christa Wolf selbst ausgewählt, viele davon hier erstmals veröffentlicht, webt eine große Autorin unserer Zeit ein dichtes Netz des künstlerischen Dialogs, in dessen Zentrum wir ihr eigenes Werk sehen. Und wie nebenbei entsteht über den Weg der Kunst ein Bild unserer Verhältnisse, wie sie sind und wie sie auch sein könnten.
German
Von Matzkowski, Bernd 160 S. Neu: 9585 699 2. A.
Einen Sommer auf dem mecklenburgischen Land erlebt die Schriftstellerin Ellen, zusammen mit Familie und Freunden. Der gesellschaftliche Stillstand ist Ende der siebziger Jahre deutlich zu spüren, aber für die Dauer einiger weniger Monate, die in der Erinnerung einmalig und endlos scheinen, entsteht hier eine lebendige Gemeinschaft. Sommerstück ist die Geschichte eines Jahrhundertsommers und zugleich der Abgesang auf eine politische Utopie.
»Moskau! Ich hatte mich vorher gefragt, was wohl in Moskau mich als erstes beeindrucken würde.« So beginnen Christa Wolfs Aufzeichnungen über eine Stadt, die sie 1957 zum ersten Mal besucht. Im Oktober 1989, mitten in den Wochen des Umbruchs, tritt sie ihre letzte Reise in die Sowjetunion an. Insgesamt zehnmal ist sie dort, von den Sicherheitsdiensten der UdSSR wie der DDR beobachtet. Sie folgt als Touristin zusammen mit Dostojewskis Enkel den Spuren des großen Russen in Sankt Petersburg. Fährt mit Max Frisch auf der Wolga nach Gorki. Trifft in Gagra am Schwarzen Meer eine schlagfertige Moskauer Rechtsanwältin. Besucht Vilnius und Riga und steht in Komarowo am Grab Anna Achmatowas. Vor allem aber ist sie eine scharfe Beobachterin der sozialen und politischen Verhältnisse, die die Freundschaft verfolgter Dissidenten wie Lew Kopelew gewinnt. In den Tagebuchnotizen entsteht ein facettenreiches Bild des Riesenreichs im Wandel, bis hin zu den Tagen des dramatischen Endes, und gleichzeitig erleben wir Christa Wolf im persönlichen Dialog mit sich selbst und den russischen Freunden. Ergänzt werden ihre Aufzeichnungen durch Begleittexte ihres Mannes Gerhard Wolf sowie durch Briefe, zeitgenössische Fotos und Dokumente.
1804 sind sich Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist bei einer Teegesellschaft in Winkel am Rhein begegnet – oder hätten sich zumindest dort begegnen können. Christa Wolf läßt die beiden Außenseiter aufeinandertreffen, läßt sie nachdenken über den fehlenden Freiraum, das nicht lebbare Leben und zeigt die Parallelen zu ihrer eigenen Gegenwart. Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebt in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis und dem Deutschen Bücherpreis für ihr Gesamtwerk, ausgezeichnet.
Christa Wolfs gesammelte Erzählungen: Blickwechsel -- Dienstag, der 27. September -- Juninachmittag -- Unter den Linden -- Neue Lebensansichten eines Katers -- Kleiner Ausflug nach H. -- Selbstversuch.
Till Eulenspiegel, seine Wahrheit und sein Lachen - Christa und Gerhard Wolf sehen diese unsterbliche Volksfigur auf eigene und doch so ganz vertraute Weise. Till Eulenspiegel ist ein schlagfertiger, aufgeweckter Bauernjunge, der von seinem kleinen Anwesen vertrieben wird. Als Fahrender muß er nun, am Vorabend des Bauernkriegs, durch die bunte Welt des Mittelalters ziehen. Oft verdankt er seinem Witz das Leben. Selbst aus bitteren Erfahrungen gewinnt er listige und derbe, schockierende und kluge Späße. Beim Junker, beim großen Kaufmann und kleinen Zunftmeister hält Till Eulenspiegel sich auf; er lebt beim Kaiser und kennt den Bischof und ist zuhause doch nur beim Volk. Till Eulenspiegel hat es gelernt, die "List der Schwachen" in die "Kunst des Narren" zu verwandeln. Er ist ein weiser Narr, der die Welt durchschaubarer macht, weil er sie menschlicher haben will.
Nachdenken über Christa T. begründete den Weltruhm Christa Wolfs und gehört zu den wichtigsten Werken der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Mit nur 36 Jahren stirbt Christa T. an Leukämie. Ihre ehemalige Schulkameradin und Studienfreundin erinnert sich an sie: an eine Frau, die der Forderung nach Anpassung ihre Phantasie, ihr Gewissen und vor allem ihre Sehnsucht nach Selbstverwirklichung entgegensetzt.
Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Sie spürt dem Schicksal einer gewissen L. nach, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der »Virus der Menschenverachtung« in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wiederbelebt? In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt sich die Erzählerin einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit, das sie in eine existentielle Krise bringt und zu einem Ringen um die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerung führt. Der neue große Roman von Christa Wolf ist auch autobiographische Prosa: Sie erzählt von einem Menschenleben, das drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen standhält, von einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, von der Kunst, sich zu erinnern. »Du bist dabei gewesen. Du hast es überlebt. Du kannst davon berichten.«
Sie ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten, von Euripides wurde sie als Kindsmörderin in die Literatur eingeführt, spätere Jahrhunderte haben sie immer wieder um- und anders gedeutet: Medea. Heilerin, Priesterin, Liebende, Eifersüchtige, Verräterin, Intrigantin - Christa Wolf erzählt die Geschichte jenseits solcher Urteile und Verurteilungen neu, entwirft das Porträt einer eigenwilligen, einer ungewöhnlichen Frau „zwischen den Zeiten“. Medea ist in der eindrücklichen Schilderung Christa Wolfs eine Frau zwischen zwei Welten, die sich - fremd hier wie dort - zu behaupten versucht. Ihr Verhalten, so steht zu vermuten, gilt als Provokation der Macht und der Mächtigen, seit Geschichte überliefert und geschrieben wird.
Bettina von Arnim: Die Gunderode Edition Holzinger. Taschenbuch Berliner Ausgabe, 2013 Vollstandiger, durchgesehener Neusatz mit einer Biographie der Autorin bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger Erstdruck: Charlottenburg (Egbert Bauer) 1844. Textgrundlage ist die Ausgabe: Bettina von Arnim: Werke und Briefe. Herausgegeben von Gustav Konrad, Bde. 1-5, Frechen: Bartmann, 1959. Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger Reihengestaltung: Viktor Harvion Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Bettina von Arnim (Medaillon, um 1810) Gesetzt aus Minion Pro, 9 pt.
Sechs Jahre nach dem Roman „Medea. Stimmen“ legt Christa Wolf wieder eine große Erzählung vor. Sie kehrt zurück aus der antiken Mythologie in unsere gegenwärtige Geschichte und beschreibt meisterhaft - wie vor Jahren in ihrem weltberühmten Text Nachdenken über Christa T. - die lebensbedrohliche Krankheit einer Frau. Leibhaftig ist die namenlose Heldin ihrer neuen Erzählung einer existentiellen Krise ausgesetzt: die Krankheit bringt sie an den Rand des Todes, macht ihren Körper zum Seismographen eines allgemeinen Zusammenbruchs und damit auch zum Schauplatz für Wolfs ureigenes Thema: den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft. . ein großes, ein wichtiges Buch. Die Zeit Christa Wolf beschreibt mitreißend und mit schwarzem Humor den Alptraum eines Krankenhausaufenthalts in der Endzeit der DDR. Der Spiegel
Der morgendliche Blick durch die Vorhänge zeigt es: Wieder steht das Auto mit den unauffälligen Männern von der Stasi vor der Tür. Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin aus Ostberlin, weiß sich unter ständiger Beobachtung, in ihrer Wohnung, beim Telefonieren, auf dem Weg zu einer Lesung. Doch am Ende dieses Tages werden sich auch Lücken im System gezeigt haben, die Anlaß zu Hoffnung geben.
„Unter den Linden bin ich immer gerne gegangen. Am liebsten, du weißt es, allein. Neulich, nachdem ich sie lange gemieden hatte, ist mir die Straße im Traum erschienen. Nun kann ich endlich davon berichten.“ In Christa Wolfs großer Erzählung führt der Gang über Berlins Prachtstraße eine Frau durch die eigene Erinnerung – an eine leidenschaftliche Liebe und den Kampf darum, sich nicht selbst zu verlieren. Der Maler Harald Metzkes stellt der Erzählung neue, eigens für die vorliegende Ausgabe geschaffene Aquarelle zur Seite. Das Werk von Christa Wolf wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Georg-Büchner-Preis und dem Thomas-Mann-Preis. Zuletzt erschien der große autobiographische Roman »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud« (2010).
In die sorgenvollen Gedanken der in einem kleinen Dorf in Mecklenburg lebenden Ich-Erzählerin um ihren Bruder, der sich einer Hirntumoroperation unterziehen muss, drängen sich an jenem Tag im April '86 die beklemmenden Nachrichten aus Tschernobyl
Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung. Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen. Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern – Tage und Nächte hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem Chemikerkongreß in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glauben, daß Rita ihm folgen wird. Sie muß eine Entscheidung treffen, die sie in eine tiefe Krise stürzt.
Till Eulenspiegel, seine Wahrheit und sein Lachen - Christa und Gerhard Wolf sehen diese unsterbliche Volksfigur auf eigene und doch so ganz vertraute Weise. Till Eulenspiegel ist ein schlagfertiger, aufgeweckter Bauernjunge, der von seinem kleinen Anwesen vertrieben wird. Als Fahrender muß er nun, am Vorabend des Bauernkriegs, durch die bunte Welt des Mittelalters ziehen. Oft verdankt er seinem Witz das Leben. Selbst aus bitteren Erfahrungen gewinnt er listige und derbe, schockierende und kluge Späße. Beim Junker, beim großen Kaufmann und kleinen Zunftmeister hält Till Eulenspiegel sich auf; er lebt beim Kaiser und kennt den Bischof und ist zuhause doch nur beim Volk. Till Eulenspiegel hat es gelernt, die "List der Schwachen" in die "Kunst des Narren" zu verwandeln. Er ist ein weiser Narr, der die Welt durchschaubarer macht, weil er sie menschlicher haben will.
Der geteilte Himmel
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Jungen Alexander und Bernhard, die trotz finanzieller Schwierigkeiten in ihrer Familie fleißig und hilfsbereit sind. Als ein Wettbewerb vom König ausgerufen wird, sehen sie die Chance, ihre Lebensumstände zu verbessern. Um zu gewinnen, benötigen sie ein spezielles Fensterputzmittel. Die Erzählung thematisiert den Einfallsreichtum und die Entschlossenheit der beiden Jungen, die sich mit einer kreativen Lösung ihren Traum von einer besseren Zukunft erhoffen.
Gesprächsraum Romantik
Band 1: Lesen und Schreiben (1961-1980) // Band 2: Wider den Schlaf der Vernunft (1981-1990) // Band 3: Nachdenken über den blinden Fleck (1991-2010)
1973 erklärte Christa Wolf, dass für sie kein grundsätzlicher Unterschied bestehe zwischen ihrer Prosa und ihrer Essayistik, denn deren gemeinsame Wurzel sei »Erfahrung, die zu bewältigen ist: Erfahrung mit dem ›Leben‹, mit mir selbst, mit dem Schreiben, das ein wichtiger Teil meines Lebens ist, mit anderer Literatur und Kunst. Prosa und Essay sind unterschiedliche Instrumente, um unterschiedlichem Material beizukommen«. Das sind auch die Themen ihrer Essays und Reden, die in der chronologischen Reihenfolge ihres Entstehens in dieser Ausgabe versammelt sind. Christa Wolf bezieht als kritische Zeitgenossin Position, setzt sich mit poetologischen Reflexionen über ihr Selbstverständnis als Autorin auseinander und nähert sich über wesentliche Berührungspunkte Gefährt:innen und Kolleg:innen an.
Eine biografische Erzählung
Als sein Sohn ins Visier der Stasi gerät, muss der DDR-Stabsoffizier Gerhard Wolf Stellung beziehen. Soll er sich von seinem Kind lossagen? Anekdotenreich und humorvoll schildert Wolf Szenen aus seinem bewegten Leben zwischen drei Staaten und drei Frauen.
Verändert euch! Nach Fukushima steht die Welt an einem Wendepunkt. Der energiepolitische Neubeginn ist unvermeidlich und kann nur gelingen, wenn es eine Abkehr von unbegrenztem Wachstum auf Kosten der nächsten Generationen gibt. Dieses Buch liefert alle Argumente, zeigt einen realistischen Weg für dieses entscheidende Zukunftsprojekt auf - und dass deshalb keineswegs alle Lichter ausgehen werden. Autoren und Verlag unterstützen das SOS-Kinderdorf Fukuoka in Japan. Mit Beiträgen von Christa Wolf Hans Leyendecker Egmont R. Koch Christian Friege Richard David Precht Friedrich Schorlemmer Franz Alt Jakob Augstein Robert Misik Landolf Scherzer Günter Kunert Claudia Kemfert Sven Giegold Christiane Grefe Christine Anlauff Gayle Tufts Jakob Augstein Gayle Tufts
1., 2006 231 S. Gebundene Ausgabe Aufbau,
German
Book by Christa Wolf
German
Die jährlich erscheinende Anthologie setzt in konzentrierter Form das Programm der Zeitschrift >neue deutsche literatur fort und veröffentlicht bisher ungedruckte Texte bekannter und neuer Autorinnen und Autoren: Erzählungen, Kurzgeschichten, Gedichte, Essays und Aufsätze, Gespräche, Porträts, Polemiken und Aphorismen. Vornehmlich widmet sich die Anthologie den heutigen Realien des Lebens und der Gesellschaft, ohne zu vergessen, dass Literatur als Sprachkunst mehr ist als die Fortschreibung von Gesellschaftskunde mit anderen Mitteln. Sie favorisiert deshalb Texte, deren Autoren gestalterische Risiken eingehen. So ist sie nicht minder ein Verbalienbuch
Der Lektüreschlüssel erschließt Christa Wolfs »Kassandra«. Um eine Interpretation als Zentrum gruppieren sich 10 wichtige Verständniszugänge: * Erstinformation zum Werk * Inhaltsangabe * Personen (Konstellationen) * Werk-Aufbau (Strukturskizze) * Wortkommentar * Interpretation * Autor und Zeit * Rezeption * »Checkliste« zur Verständniskontrolle * Lektüretipps mit Filmempfehlungen * Raum für Notizen Christa Wolfs »Kassandra« stellt einen Musterfall produktiver literarischer Aneignung des griechischen Mythos dar. Die Autorin verfolgte in ihrer Erzählung ein doppeltes Ziel: Die Darstellung einer patriarchalischen Kultur im Moment ihrer Selbstzerstörung sowie den – utopischen – Versuch, eine Frau dieser Gesellschaft zu Stimme und Autonomie kommen zu lassen.
German
German