Wie eng war die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Schweiz mit den Nazis wirklich? In welchem Ausmaß hat sich die Schweiz am „Nazigold“ bereichert? Wie ist die Schweiz mit Flüchtlingen aus Deutschland umgegangen? Und inwieweit war die neutrale Schweiz selbst vom Krieg betroffen? Georg Kreis, führender Schweizer Experte auf diesem Gebiet, gibt Antworten auf diese brisanten Fragen. Begleitet von zahlreichen historischen Fotografien, zeichnet er so ein spannendes und aufschlußreiches Gesamtbild der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg.
Die Publikation beleuchtet die prägenden Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs in der Grenzregion Basel von 1933 bis 1945. Zwölf Autorinnen und Autoren bieten in dreissig bebilderten Kurzbeiträgen Einblicke in persönliche Schicksale sowie geografische und moralische Grenzfälle. Die Themen reichen von der Beziehung der Basler Bevölkerung zu den nationalsozialistischen Ideologien bis hin zu aktuellen Diskussionen über den Umgang mit dieser belasteten Vergangenheit. Ein anregendes Werk für alle, die sich mit dieser historischen Epoche auseinandersetzen möchten.
Wie wirkte sich der Erste Weltkrieg auf die schweizerische Gesellschaft aus? In welchem Mass hat die Schweiz ihre Offenheit und Verbundenheit mit der sie umgebenden Welt im Ersten Weltkrieg eingebüsst? Nahm das Reduitdenken, das im Zweiten Weltkrieg und danach im Kalten Krieg weiterlebte, bereits damals seinen Anfang und erschwert damit die heutigen Beziehungen zu Europa? Nachdem der Zweite Weltkrieg in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit absorbiert hat, wird der Erste Weltkrieg zurzeit international breit thematisiert. Vieles wurde 1914-1918 vorweggenommen, was sich 1939-1945 wiederholen sollte. Georg Kreis gibt, basierend auf den neusten Forschungen, einen allgemeinen Überblick über diese Periode und wirft aus gegenwartsbestimmtem Interesse einen spezifischen Blick auf die Jahre 1914-1918. Stand früher die Frage im Vordergrund, wie es der kleinen Schweiz gelungen ist, sich aus dem grossen Krieg herauszuhalten, steht heute das vielseitige Betroffensein im Zentrum.
Das Generationenhaus im Tessin: Der bekannte Basler Historiker Georg Kreis lässt in seinen Notizen aus Pedrinate seine eigene Kindheit und Jugend, aber auch die Gegenwart aufleben. Ort des Geschehens ist eines der schönsten, weitgehend unzerstörten Dörfer des Tessins, dort, wo die Schweiz unweigerlich zu Ende ist, dort, wo man in früheren Jahren eingekauft hat und bei einem Gläschen Roten sitzen geblieben ist. Der Schweizer Historiker und Europa-Experte ist auch ein Schriftsteller von grosser Gestaltungskraft. In gleichsam kräftigen Pinselstrichen entstehen vor dem Leser eindrückliche Bilder einer Seelenlandschaft: Die Familie, die im ersten eigenen Auto über den Gotthard fährt, der Wandel der Landschaft, die Wärme des späten Herbsttages unter Platanen und die Freundschaften mit den Svizzeri des Sottoceneri, für die Bellinzona weit weg und Bern auf einem anderen Kontinent liegt. Die Lebensgeschichte von Georg Kreis ist verflochten mit der Geschichte seines Hauses und der Geschichte eines Dorfes. Wer sich einlässt, dem öffnen sich südlich des Gotthard neue Topografien des Denkens: Mit weitem Blick in die Herzen der Menschen, deren Heimat seit Jahrhunderten, von Grenz-Erfahrungen geprägt, zu Gastfreundschaft und Herzlichkeit einlädt. Eine Hommage an das Tessin, ein Lesevergnügen für Deutschschweizer, die hier erfahren, dass die Schweiz auch südlich des Bré und des Generoso noch lange nicht zu Ende ist.
Basler Professoren-Persönlichkeiten In der Mitte des 20. Jahrhunderts war die Universität Basel durch mehrere herausragende Professorenpersönlichkeiten zu einem geistigen Zentrum Europas geworden. Karl Barth (1886-1968) prägte mit seiner Kirchlichen Dogmatik nicht nur die protestantische, sondern auch die katholische Theologie nachhaltig. Edgar Bonjour (1898-1991) galt in der Kriegszeit wie in der Nachkriegszeit als der grosse Deuter der schweizerischen Zeitgeschichte. Der Philosoph Karl Jaspers (1883-1969), der Naturwissenschaftler Adolf Portmann (1897- 1982) und der Nationalökonom Edgar Salin (1892-1974) haben das erschütterte Welt- und Menschenbild ihrer Epoche wieder auf eine humanistische Grundlage gestellt. Ausgehend von einer im Wintersemester 2001/02 durchgeführten Vortragsreihe der Senioren-Universität Basel haben die folgenden Autoren diese Professoren-Persönlichkeiten porträtiert: Heinrich Ott: Karl Barth Georg Kreis: Edgar Bonjour Franz Blankart: Karl Jaspers Roger Stamm: Adolf Portmann Anton Föllmi: Edgar Salin