Die Europäische Union steht in der Kritik. Ist diese Kritik gerechtfertigt oder entspringt sie einer allgemeinen Unzufriedenheit mit den Verhältnissen, die sich missmutig eine Adresse sucht und diese in «Brüssel» findet? Manches kann man an der EU zu Recht bemängeln: das Demokratiedefizit, die Bürokratie, die Konstruktionsschwäche des Euro, die fehlende Solidarität in der Flüchtlingspolitik u. a. m. Georg Kreis begibt sich in die historischen Tiefen der EU-Geschichte und geht der Frage nach, warum sich die EU zu der Institution entwickelt hat, die sie heute ist, und wer dafür verantwortlich ist. Die Darstellung verknüpft Ausführungen zu den einzelnen Etappen der europäischen Integrationsgeschichte mit den juristischen, geschichts- und sozialwissenschaftlichen Debatten, die in den vergangenen Jahrzehnten rund um das Demokratiedefizit der EU und die europaweite Politikverdrossenheit geführt worden sind. Kritiker der EU sollten diese Debatten kennen, wenn sie zur EU Stellung nehmen. Es fiele dann leichter, zu einem gerechten Urteil zu kommen und konstruktive Erwartungen an das europäische Gemeinschaftsprojekt zu richten.
Georg Kreis Bücher






Zwischen Geschichte, Kultur und Politik liegt ein gemeinsames Erinnerungsgut, auf das wir uns beziehen können. Es sind Mythen, historische Gemeinplätze, Referenzorte der kollektiven Kommunikation, Lieux de mémoire. Ihre Bedeutung wurde von der französischen Geschichtsschreibung entdeckt. Inzwischen sind für viele weitere Länder Inventare von Erinnerungsorten zusammengestellt worden. Georg Kreis erkundet nun die schweizerische Erinnerungslandschaft. Er präsentiert eine Auswahl solcher 'Orte', erzählt dazu ihre Geschichten und reflektiert, wie sie funktionieren. Er erfasst historische Erinnerungsorte wie Wilhelm Tell oder General Guisan, aber auch alltägliche wie die des Soldatenmessers oder der Swissair. Die Sammlung ist eine leicht lesbare Lektüre, die gleichzeitig das Bewusstsein stärkt für dieses Phänomen der gesellschaftlichen Verständigung und des kollektiven Gedächtnisses.
Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg
- 149 Seiten
- 6 Lesestunden
Europa und seine Grenzen
- 228 Seiten
- 8 Lesestunden
Die Publikation beleuchtet die prägenden Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs in der Grenzregion Basel von 1933 bis 1945. Zwölf Autorinnen und Autoren bieten in dreissig bebilderten Kurzbeiträgen Einblicke in persönliche Schicksale sowie geografische und moralische Grenzfälle. Die Themen reichen von der Beziehung der Basler Bevölkerung zu den nationalsozialistischen Ideologien bis hin zu aktuellen Diskussionen über den Umgang mit dieser belasteten Vergangenheit. Ein anregendes Werk für alle, die sich mit dieser historischen Epoche auseinandersetzen möchten.
Die Bergier Kommission oder das Gespenst einer Staatsgeschichte
Wie wirkte sich der Erste Weltkrieg auf die schweizerische Gesellschaft aus? In welchem Mass hat die Schweiz ihre Offenheit und Verbundenheit mit der sie umgebenden Welt im Ersten Weltkrieg eingebüsst? Nahm das Reduitdenken, das im Zweiten Weltkrieg und danach im Kalten Krieg weiterlebte, bereits damals seinen Anfang und erschwert damit die heutigen Beziehungen zu Europa? Nachdem der Zweite Weltkrieg in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit absorbiert hat, wird der Erste Weltkrieg zurzeit international breit thematisiert. Vieles wurde 1914-1918 vorweggenommen, was sich 1939-1945 wiederholen sollte. Georg Kreis gibt, basierend auf den neusten Forschungen, einen allgemeinen Überblick über diese Periode und wirft aus gegenwartsbestimmtem Interesse einen spezifischen Blick auf die Jahre 1914-1918. Stand früher die Frage im Vordergrund, wie es der kleinen Schweiz gelungen ist, sich aus dem grossen Krieg herauszuhalten, steht heute das vielseitige Betroffensein im Zentrum.
Basel - Geschichte einer städtischen Gesellschaft
- 436 Seiten
- 16 Lesestunden
Dieses reich illustrierte Standardwerk bietet einen Überblick über die Geschichte einer aussgergewöhnlichen Stadt.
Blicke auf die koloniale Schweiz
Ein Forschungsbericht
Einem transnationalen Trend folgend, sind in jüngster Zeit auch die von der Schweiz ausgegangenen kolonialen Aktivitäten und Beteiligungen an der Sklavenhaltung zu stark beachteten Themen geworden. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden zahlreiche Spezialstudien veröffentlicht, die von den Medien mit viel Aufmerksamkeit bedacht worden sind. Es ist an der Zeit, einen breit gefassten Überblick über den aktuellen Stand dieses Forschungsbereichs herzustellen. Die Arbeiten zeigen, in welchem Mass die Schweiz, obwohl formell keine Kolonialmacht, eine koloniale Vergangenheit aufweist und Altlasten dieser Zeit weiterwirken. Der Autor fragt nach den Beweggründen, die für die Beschäftigung mit der kolonialen Problematik bestimmend gewesen sind und vermittelt einen Überblick über die in den letzten drei Jahrzehnten erschienene Literatur.
Kein Volk von Schafen
- 268 Seiten
- 10 Lesestunden
'Kein Volk von Schafen' ist die dringend notwendige, allgemeine verständliche und spannend zu lesende Bestandesaufnahme von Rassismus und Antirassismus in der Schweiz. Georg Kreis zeigt auf, was es bedeutet in der real multikulturellen Gesellschaft heute zu leben, welche Instrumente gegen Rassismus existieren, wer vor wem und warum geschützt werden muss. Er geht auf das Argument der Beschränkung der Meinungsfreiheit ein, welches die Gegner der Antirassismus-Strafnorm immer wieder ins Feld führen, und er widmet auch dem Blocher-Faktor ein ganzes Kapitel. Georg Kreis schreibt so fakten- und kenntnisreich wie auch persönlich, messerscharf und leidenschaftlich für eine Gesellschaft, die Respekt und Toleranz gegenüber Minderheiten zeigt. Er schreibt gegen Rassismus und Diffamierung und gegen diejenigen, welche die Arbeit der EKR und die Antirassismus-Strafnorm permanent torpedieren und sie für unnötig halten. 'Kein Volk von Schafen' ist das umfassende und höchst aktuelle Standardwerk zu Rassismus und Antirassismus in der Schweiz und Georg Kreis’ Bilanz nach zwölf Jahren Arbeit als Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus.
Antiamerikanismus
- 126 Seiten
- 5 Lesestunden
Das Buch fügt sich in die umfangreiche Diskussion über Antiamerikanismus ein und besticht durch eine interdisziplinäre, multiperspektivische Betrachtung der Rolle Amerikas für Europa. Die historisch verwobenen amerikanisch-europäischen Beziehungen zeigen, dass die USA lange Zeit als Ableger Europas galten und später zum Vorbild für den Kontinent wurden, wie Alexis de Tocqueville bereits im 19. Jahrhundert feststellte. Heute schwankt das Verhältnis zwischen Urteil und Vorurteil und betrifft nicht nur Intellektuelle und Strategen, sondern auch die breite Öffentlichkeit. Die Debatte ist oft von starken Emotionen geprägt, sei es in positiver oder negativer Form, und führt zu Verallgemeinerungen, die eher Bekenntnischarakter als tiefgehende Auseinandersetzung haben. Die aus einer Vortragsreihe des Europainstituts der Universität Basel hervorgegangenen Arbeiten tragen zur Klärung dieser ambivalenten Beziehung bei. Sie tun dies mit Engagement und akademischer Strenge, indem sie Vorverständnisse deklarieren und nachvollziehbare Argumentationsstrukturen präsentieren.
Die Schweiz und Südafrika 1948 - 1994
- 542 Seiten
- 19 Lesestunden
Vorgeschichten zur Gegenwart
- 574 Seiten
- 21 Lesestunden
Die dreibändige Aufsatzsammlung von Georg Kreis thematisiert den Zusammenhang zwischen der Gegenwart und ihrer Vorgeschichte. Der Titel deutet darauf hin, dass das Verständnis der Gegenwart das Wissen um die Vergangenheit erfordert, wobei Vorgeschichten nicht als einfache Kausalitätsketten zu betrachten sind. Vielmehr können sie auf unterschiedlichste Weise mit der Gegenwart verbunden sein, manchmal sogar als kontrastierende Elemente. Die Geschichte wird aus heutiger Perspektive betrachtet, um die Verbindung zur Vergangenheit herzustellen. Der erste Band behandelt im ersten Teil „Die Schweiz als Kohäsionsfabrik“ nationale Identitätskonstrukte wie Landesausstellungen, Denkmäler und Jubiläen, die kollektive Referenzpunkte bilden, auch bekannt als „lieux de mémoire“. Der zweite Teil, „Die Schweiz als Verständnisproblem“, widmet sich der Historiographie und beleuchtet verschiedene Aspekte der schweizerischen Geschichte, darunter die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die jüngere Zeitgeschichte. Es werden auch das Verhältnis zwischen der deutschen und französischen Schweiz sowie die italienischsprachige Schweiz thematisiert. Zudem werden Themen wie die Verkehrsgeschichte und zentrale Elemente des schweizerischen Selbstverständnisses wie der Stadt-Land-Gegensatz, die Asyltradition, Verfassungsreformen und das Solidaritätsprinzip behandelt.
Der Weg zur Gegenwart
- 248 Seiten
- 9 Lesestunden
Zensur und Selbstzensur
- 471 Seiten
- 17 Lesestunden
Die Rückkehr des J-Stempels
Zur Geschichte einer schwierigen Vergangenheitsbewältigung
- 210 Seiten
- 8 Lesestunden
From the Pro Helvetia Foundation.
German
Schweizer Theaterjahrbuch - 49: Das Festspiel
Formen, Funktionen, Perspektiven
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
German, French
Juli 1940
Die Aktion Trump
German, French, Italian
In June 1989, Italian citizens had the opportunity to express their opinion about whether the European Parliament (EP) should draw up a constitution for an European Union. This referendum is the starting point and focus of the engagement with Italy's view on the question of Europe. The historic event is hardly ever mentioned in general historical accounts; in non-Italian scholarship, it has gone almost completely unnoticed. The present study aims to counteract this. It distinguishes between two different histories leading up to the referendum: an immediate history that begins in 1979 with the first direct elections for the EP or in 1984 with the adoption of a draft constitution at the end of term of the first EP; and a longer history that begins in 1941 in the middle of the war with the Ventotene Manifesto or in 1945. The excurses into these two pasts are followed by a brief look at what has happened since the referendum.
Švýcarsko je alpskou zemí, jejíž historický vývoj byl determinován hornatým rázem krajiny či přítomností průsmyků, spojnicemi Apeninského poloostrova se zaalpskou Evropou. Nynější finanční velmoc se sídlem řady mezinárodních institucí, jež svou společnou identitu vztahuje i ke smlouvě o věčném spolku z roku 1291, si již dvě staletí pečlivě střeží svou neutralitu. Autoři se však neomezují jen na „velké dějiny“ vládců a zlomových momentů, ale mapují rovněž místní zvyky, kulturu, sousedské vztahy či všudypřítomný vliv přírodních podmínek.
Die Schweiz und der Zweite Weltkrieg
- 808 Seiten
- 29 Lesestunden
La protection politique de l'état en Suisse
- 661 Seiten
- 24 Lesestunden














