Ein außergewöhnlicher Blick auf das vergangene Jahrhundert 1968 ist das Jahr der gesellschaftlichen Unruhen. Vier prominente Zeitzeugen besichtigen ein Jahrhundert: Im Atelier der Mode-Ikone Coco Chanel treffen die Legenden Jackie Kennedy, Marlene Dietrich und Igor Strawinsky aufeinander. Es ist der 6. Juni 1968, und noch ahnt niemand, dass an diesem Tag Jackies Schwager, der US-Senator Robert F. Kennedy ermordet wird. Bevor diese schockierende Nachricht sie zurück in die Gegenwart katapultiert, begeben sich Hochhuths Figuren auf eine Reise in die Vergangenheit, deren tiefgreifende Einschnitte und historische Umwälzungen sie auf verschiedene Weise aus nächster Nähe miterlebt haben.
Rolf Hochhuth Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Hochhuth war ein deutscher Dramatiker und ein maßgeblicher Anreger des Dokumentartheaters. Internationalen Erfolg erzielte er mit 'Der Stellvertreter'. Er setzte sich wiederholt mit der NS-Vergangenheit und aktuellen politischen und sozialen Fragestellungen auseinander. In einer Vielzahl offener Briefe versuchte er seit den sechziger Jahren, Einfluss auf die Politik zu nehmen.







Der Dramatiker Rolf Hochhuth wurde mit seinen berühmten, politisch kämpferischen Theaterstücken eine deutsche Institution. Aber auch als Lyriker und Verfasser von Kurzprosa hat er sich einen Namen gemacht. In den vorliegenden 365 Sieben- bis Zwölfzeilern, die der Autor selbst eher als „auf den Punkt gebrachte Lebenserkenntnisse denn als Gedichte“ verstanden wissen will, schafft er eine interessante Zwischenform zwischen Lyrik und Aphoristik. Mal artistisch gereimt, mal pointierend rhythmisiert, in wagemutiger Wort- und Gedankenkombinatorik, thematisieren diese Texte ein ganzes gelebtes Jahrhundert. Liebe und Kunst sind für Hochhuth ohnehin untrennbar verbunden. Hinzu kommt sein Interesse an Philosophie, Religion und, immer wieder, an Geschichte und Politik. Die vorherrschende Haltung ist die eines anhaltenden Entsetzens im Angesicht von historischen Katastrophen und aktuellen politischen Verfehlungen, gemischt mit Mitgefühl mit deren Opfern und Zorn über die Mächtigen. Hochhuth ist ein Kämpfer, aber das Alter, die Hinfälligkeit des Körpers beweisen ihm die Vergänglichkeit alles irdischen Strebens. Und doch, wenngleich sich bisweilen ein resignativer Ton in seine Texte einschleicht, schließt er oft genug mit dem trotzigen Fazit: Sei's drum! Weiter! Das Grundbuch ist Lebensbilanz und Vademekum, ein Empörungs- und Trostbuch für den politisch denkenden und empfindenden Zeitgenossen.
Ausstieg aus der NATO - oder Finis Germaniae
Katastrophen und Oasen. Essays, Briefe, Gedichte
„Nur nicht schweigen – Rolf Hochhuth führt immer etwas im Schilde ...“ So schrieb Friedmar Apel treffend (FAZ, 2012). In der Tat sorgt der Dramatiker auch mit seinem jüngsten Einwurf einmal mehr für Aufsehen. Deutschland dürfe sich an der wieder aufflammenden Kriegstreiberei nicht beteiligen, es muss vielmehr ein klares Zeichen setzen: Raus aus der NATO! Das „Verteidigungsbündnis“ sei Geschichte, nun müsse man sich engagiert um Frieden bemühen, gerade mit dem Nachbarn Russland. Aufgrund der hierzulande stationierten US-Kernwaffen steht Deutschland im Visier des Kreml. Hochhuth fordert, dass wir uns nicht länger als „trojanischer Esel des Pentagon“ missbrauchen lassen, sondern auf Souveränität dringen. Dies ist nur eines von vielen Anliegen im Buch, das messerscharfe Analysen der letzten Jahre bietet, die an Aktualität nichts eingebüßt haben. Themen sind der Verfall kultureller Werte, der Niedergang der Demokratie und der Verlust an Zivilcourage, die Hochhuth schmerzlich vermisst. Neben gesellschaftskritischen Aspekten findet auch erotische Liebeslyrik ihren Platz, stets mit provokanter Note. „Die zwei Lieblingsthemen, die zwei Obsessionen Hochhuths: die Historie und die Frauen.“ (Harald Hartung, FAZ, 2006) „Natürlich weiß ich inzwischen, daß Hochhuth der wichtigste und wahrscheinlich mutigste Autor seiner Zeit war.“ (Hellmuth Karasek in „Karambolagen“, 2002)
9 Nonnen fliehen
Komödie in drei Akten
"Neun Nonnen, darunte Katharina von Bora, entspringen dem Kloster, um sich in Wittenberg der Reformation anzuschliessen. Beim hüllenlosen Baden in einem See Kreisen ihre Gespräche um das Los der Frau, sei sie Nonne oder Hexe. Bald ist Katharina mit Luther verheiratet, trifft sie auf den dänischen König wie auf den Maler Cranach. Und sie erlebt ihren Mann in verschiedenen Rollen: als Rebellen. Als Reformator und Erneuerer der deutschen Sprache. Als Machtmenschen und Opportunisten."
Was vorhaben muss man
Aphorismen
Vorbeugehaft. neue Gedichte
- 198 Seiten
- 7 Lesestunden
Rolf Hochhuths Lyrik behandelt Politik, Zeitgeschichte und persönliche Erlebnisse. Gedichte ersetzen oft Tagebucheinträge und reflektieren aktuelle Ereignisse sowie erotische Erfahrungen. Herausgegeben von Gert Ueding, wird Hochhuth als präziser, aber schlichter Poet beschrieben.
Neue Dramen, Gedichte, Prosa
- 1274 Seiten
- 45 Lesestunden
Rolf Hochhuths Gedichte sind geprägt von einem intimen Ton und politischem Engagement. Sie reflektieren persönliche und historische Themen, verbunden durch eine Poetik der Erinnerung. Hochhuths Lyrik behandelt Vergänglichkeit und soziale Missstände, oft mit kritischen und erotischen Elementen. Der Band zeigt seine sprachliche Meisterschaft und unverwechselbare Stilistik.
Anekdoten könnte man sie nennen, diese kleinen, wunderbaren, teils heiter, teils hintergründig erzählten Beobachtungen. Doch tatsächlich sind sie weitaus mehr. Was beiläufig erscheint, entspringt kritischem Denken, genauem Hinsehen und Hinhören. Die Sprache, in der Rolf Hochhuth seine Episoden des Alltags erzählt, spiegelt die Präzision seiner Betrachtungen. So sind Hochhuths Geschichten immer auch Anregung für die eigene differenzierte Wahrnehmung.









