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Brigitte Reimann

    21. Juli 1933 – 20. Februar 1973

    Brigitte Reimann war eine deutsche Schriftstellerin, deren Werke durch eine tiefe Auseinandersetzung mit individueller Freiheit und Identität innerhalb gesellschaftlicher Zwänge gekennzeichnet sind. Sie schrieb mit Dringlichkeit und Ehrlichkeit und widmete sich oft Themen der Entfremdung und der Sinnsuche in schwierigen Zeiten. Ihre Prosa, geprägt von persönlichen Erfahrungen und dem politischen Klima ihrer Zeit, besticht durch Authentizität und emotionale Kraft. Reimann hinterließ mit ihrer einzigartigen Stimme und ihrem kompromisslosen Blick auf die menschliche Verfassung unauslöschliche Spuren in der deutschen Literatur.

    Brigitte Reimann
    Die Frau am Pranger
    Hunger auf Leben
    Katja
    Ich bedaure nichts
    Sei gegrüsst und lebe
    Alles schmeckt nach Abschied
    • „Ich bin jung, ich bin sinnlich, ich habe schreckliche Angst vor dem Altern. Warum soll ich denn nicht mein Leben genießen? In zehn oder zwanzig Jahren ist alles vorbei - wenn ich nicht sogar schon vorher sterbe“, schrieb Brigitte Reimann mit zweiundzwanzig. Zehn Jahre später, 1964, trennt sie sich von ihrem zweiten Ehemann, heiratet erneut und engagiert sich in Jugendpolitik und Städtebau, während sie an ihrem großen Roman „Franziska Linkerhand“ arbeitet. Ihr Leben ist geprägt von Ruhelosigkeit und der Angst, den Herausforderungen nicht gewachsen zu sein. Diese Angst wird Realität: Ihre Sibirienreise bleibt ein einmaliges Erlebnis, ihre Kritik an Neubauvierteln führt zu Angriffen, und nach dem 11. Plenum 1965 ist sie politisch desillusioniert. 1968 zieht sie nach Neubrandenburg, wo sie sich eine weniger provinziellere Umgebung erhofft, doch auch hier wird sie von der Realität eingeholt, mit Ehekrisen und Krebserkrankung. Trotz aller Widrigkeiten schöpft sie immer wieder Mut, arbeitet und liebt in voller Intensität. Ihre Tagebücher aus den sechziger Jahren und der erste Band ihrer veröffentlichten Tagebücher „Ich bedaure nichts“ dokumentieren eindrucksvoll ihr Leben. Brigitte Reimann, 1933 in Burg geboren, war Lehrerin und veröffentlichte erstmals 1955. Sie starb 1973 in Berlin.

      Alles schmeckt nach Abschied
    • Über einen Zeitraum von zehn Jahren führten die beiden angesehenen DDR-Autorinnen Brigitte Reimann und Christa Wolf einen intensiven Briefwechsel. Persönliches kommt zur Sprache und von den Zeitumständen ist die Rede. Die Korrespondenz endet mit dem Tod Brigitte Reimanns, 1973.

      Sei gegrüsst und lebe
    • Der Rezensent war anfangs skeptisch gegenüber dem Buch, genervt von der Begeisterung der Reimann-Fans und den positiven Kommentaren auf dem Umschlag. Die Lektüre begann mit Bettgeschichten aus einer anhaltinischen Provinzstadt vor 50 Jahren, die von Selbstzweifeln und Streit geprägt sind. Doch nach zwei Abenden änderte sich seine Meinung. Das Werk zählt zu den großen Tagebüchern der deutschen Literatur und fesselt den Leser mit einer Vielzahl an Emotionen: Ärger, Traurigkeit, Angst, Freude und Lachen. Die Heldin ist eine manische Aufschreiberin, große Liebende, parteilos und parteiisch, Literaturstar zu Lebzeiten und Dissidentin, die im Herzen katholisch bleibt. Brigitte Reimann, die vor fast 30 Jahren starb, erlebte weder den Verfall ihrer geliebten DDR noch deren Ende. Ihre Tagebücher sind ein politisches Denkmal für die Hoffnungen der DDR und den Wahnsinn dieser Hoffnungen. Wie Victor Klemperer erkannte Reimann den Faschismus im scheinbar sozialistischen Alltag. Doch es sind andere Aspekte, die den Leser berühren und den Rang des Buches ausmachen: eine leidenschaftliche, bis zur Selbstzerstörung gehende Intensität, gepaart mit einer klaren Beobachtung der eigenen Person und der Entwicklungen um sie herum. Es ist ein Werk, das man mehrmals lesen möchte – eine Anschaffung fürs Leben.

      Ich bedaure nichts
    • Katja

      Erzählungen über Frauen

      4,7(3)Abgeben

      Unbekannte, noch nie in Buchform veröffentlichte Erzählungen über Frauen: »Beim Thema Gleichberechtigung gehe ich auf die Barrikaden.« BRIGITTE REIMANN, 1963 Eine Schülerin sucht, wie die junge Brigitte Reimann einst selbst, nach einem Weg, eine ungeplante Schwangerschaft zu beenden, und muss erkennen, dass sie in dieser »Reifeprüfung« ganz auf sich allein gestellt ist. Katja muss sich entscheiden, ob sie den Mann, den sie liebt, heiratet, obwohl er von ihr verlangt, sich seiner Karriere unterzuordnen und ihren Traumjob aufzugeben. Wie schwer sich Selbstbestimmtheit und Care-Arbeit unter einen Hut bringen lassen, erleben die Bewohnerinnen eines Mietshauses einen Abend vor Weihnachten. Mit ihrem Erzählzyklus wollte die Autorin der Stellung der Frau in der Gesellschaft literarisch nachspüren – so massiv empfand sie die Beschränkungen, gegen die sie ständig anzukämpfen hatte, und die Vorurteile, denen sie sich aufgrund ihrer selbstbewussten Lebensentscheidungen immer wieder ausgesetzt sah. »Die komplizierten Liebesgeschichten, die Brigitte Reimann beschreibt oder selbst erlebt hat, treffen die Gefühle oder zumindest die Sehnsüchte der Leserinnen, die sich ermutigt fühlen durch die Kühnheit, mit der diese Autorin sich ihnen öffnet.« CHRISTA WOLF »Brigitte Reimann gelingt es, die berauschende, unmögliche Verlockung Wirklichkeit werden zu lassen: die eigenen Ideale zu leben.« THE NEW YORKER

      Katja
    • Hunger auf Leben

      Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1955-1970 mit einem Brief an eine Freundin

      5,0(1)Abgeben

      Das ruhelose Leben der Brigitte Reimann diente als Vorlage für diese anspruchsvolle und hoch emotionale Verfilmung des MDR (»Klemperer«) - es ist eines der wichtigsten Projekte der ARD im kommenden Herbst. Regisseur Marcus Imboden zeichnet auf der Grundlage der Tagebücher das Bild einer leidenschaftlichen Frau und eigenwilligen Schriftstellerin, die sich gegen ihre Zeit auflehnte. Das Buch zum Film versammelt eine Auswahl der bewegendsten Tagebuchnotate von 1955 bis 1970 für alle, die Brigitte Reimann anläßlich dieser Verfilmung kennenlernen möchten.

      Hunger auf Leben
    • Im Ringen um einen geliebten Menschen wächst die jungen Bäuerin Kathrin über sich hinaus. Von ihrem Mann und den Verwandten wird sie wie ein Stück Inventar behandelt. Erst in einer tiefen Liebesbeziehung zu dem russischen Kriegsgefangenen Alexej erkennt sie ihren eigenen Wert. Auch blinder Hass der Menschen, die sie an den Pranger stellen, kann ihr nichts mehr anhaben. Mit dieser Erzählung von 1956 packte Brigitte Reiman ein "heißes Eisen" der deutschen Nachkriegsliteratur an, dass noch heute Fragen nach Schuld und Verdrängung aufwirft.

      Die Frau am Pranger
    • Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf!

      Briefe an eine Freundin im Westen

      • 174 Seiten
      • 7 Lesestunden
      4,2(9)Abgeben

      Kaum hatte Brigitte Reimann alle frühen Tagebücher vernichtet, tat es ihr leid: Sie hatte ihre Kindheit und Jugend verbrannt, all die Verliebtheiten, die Begeisterung als Kulturfunktionärin, erste Zweifel am Sozialismus. Erhalten geblieben sind aber die Briefe an ihre Freundin, die in den Westen gezogen war. 1952 brach die Korrespondenz plötzlich ab - man hatte sich auseinandergelebt. Als 1972 der Kontakt wieder aufgenommen wurde, konnte Brigitte Reimann nur noch ein bitteres Resümee ihres Lebens ziehen. - Selten sind eine Jugend und die Aufbau-Euphorie der fünfziger Jahre so plastisch geschildert worden wie in diesen Mitteilungen eines jungen Mädchens, in dem man die Schriftstellerin schon ahnt.

      Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf!