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Hermann Bahr

    19. Juli 1863 – 15. Jänner 1934

    Hermann Bahr war eine Schlüsselfigur der österreichischen Avantgarde und ein Sprachrohr der Literatengruppe Jung-Wien. In seinem umfangreichen kritischen Schaffen, das Essays und impressionistische Dramen umfasste, befasste er sich hauptsächlich mit den theoretischen Grundlagen neuer literarischer Strömungen. Er war der erste Kritiker, der literarische Werke als „Modernismus“ bezeichnete, und ein früher Beobachter des Expressionismus. Seine theoretischen Schriften waren maßgeblich für die Definition neuer literarischer Kategorien und prägten die Richtung der zeitgenössischen Kritik.

    Der Antisemitismus
    Die gute Schule
    Das Konzert.
    Dalmatinische Reise
    Die Rotte Korahs. Roman
    Expressionismus
    • „Nun kann man Bahr also nicht mehr nur aus zweiter Hand zitieren, sondern wieder richtig lesen. Aber lohnt sich das auch? Jawohl, es lohnt sich!“ (Helmuth Kiesel, Frankfurter Allgemeine Zeitung) Hermann Bahr ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten der vorletzten Jahrhundertwende. Ob Naturalismus oder Symbolismus, Impressionismus oder Décadence, Secession, Expressionismus oder Heimatkunst - es scheint keine Bewegung um 1900 zu geben, die Bahr nicht schon im Entstehen aufgenommen und publizistisch begleitet hätte. Beweglich wie kein anderer, avancierte er zu einem der einflussreichsten Vermittler der europäischen Moderne zwischen Wien, Paris, Berlin, Moskau und Madrid, lebte nach dem Credo, „täglich ein anderer zu sein“ und wurde zu Lebzeiten gleichermaßen als „Prophet“ gefeiert und als „Schwindler“ verdammt. Im schier unerschöpflichen Oeuvre des Zeitschriftengründers und Talentsuchers, Theaterkritikers und Essayisten Hermann Bahr zeichnen sich daher zugleich ein Horizont der europäischen Avantgarden und eine dichte Beschreibung des Wiener fin de siècle ab. Jahrzehntelang war dieses einzigartige Werk nur in Bruchstücken zugänglich. Es erscheinen nun die einflussreichsten, vom Autor selbst zusammengestellten Essaybände in Einzelausgaben und machen eine kunst-, literatur- und kulturhistorische Quelle ersten Ranges zugänglich.

      Expressionismus
    • Eine bedeutende literarische Wiederentdeckung! Hermann Bahr, bekannt für seine Förderung der Wiener Autoren, schuf mit "DIE ROTTE KORAHS" (1919) ein umfassendes Werk über Österreichs Antisemitismus. Der Roman thematisiert die Identitätskrise eines Adelssohns, dessen jüdische Abstammung ihn in Konflikt mit seiner Umgebung bringt.

      Die Rotte Korahs. Roman
    • Dieses Werk ist Teil der Buchreihe TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit der Buchreihe TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen - und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten.

      Das Konzert.
    • Gelesen wird Hermann Bahr heute wohl kaum noch, obwohl zum Beispiel sein Roman „Die gute Schule“ von 1890, durchaus noch lesbar ist - zumindest ist an diesem Werk, das im Untertitel bezeichnenderweise „Seelenstände“ heißt, sehr klar abzulesen, was ein Roman vor hundert Jahren aufzubieten hatte, wenn er das werden wollte, was „Die gute Schule“ wurde: Eine kleine, literarische Sensation und auch ein wenig ein Skandal. Aufgeboten werden hier nämlich erstens die Problematik des Künstlers als gesellschaftlicher Außenseiter, zweitens eine recht grobe beziehungsweise populäre Psychologie, die irgendwo zwischen Nietzsche und Freud angesiedelt ist, drittens eine gehörige Portion Zynismus, dazu antibürgerliche Affekte im Dutzend und letztens und vor allem exzessiv: Sex. Genauer gesagt: Sadomasochismus. Derart „perverse Wollust“, wie das damals hieß, mag auf die Zeitgenossen Bahrs provozierend gewirkt haben - heute wirkt das eher unfreiwillig komisch. Mit Illustrationen von Alfred Haslinger.

      Die gute Schule
    • “Ich fahre wieder einmal ein bischen in der Welt und horche die Leute aus, was sie meinen und sagen. Ich will sie jetzt über den Antisemitismus vernehmen.(.) Ich frage einfach, mit welchen Empfindungen und welchen Antworten sich die Gebildeten der verschiedenen Nationen zu dieser Erscheinung im Volke stellen. Vielleicht giebt das für später einmal von der Verfassung des Geistes um 1893 ein ganz kurioses Dokument.” Kurz bevor der Antisemitismus mit der Dreyfus-Affäre einen öffentlichen Höhepunkt erreichte und kurz bevor Theodor Herzl die Gründung eines eigenen jüdischen Staates forderte, unternahm der Kritiker Hermann Bahr einen europäischen Vergleich. In der damals noch jungen Form des Interviews forderte er Künstler, Politiker und Wissenschaftler in Deutschland, Frankreich, England, Belgien und Skandinavien auf, Stellung zur Konjunktur des Antisemitismus zu beziehen. Zu seinen Gesprächspartnern zählten u. a. August Bebel und Theodor Mommsen, Ernst Haeckel und Henrik Ibsen, Jules Simon und Alphonse Daudet. In den daraus entstandenen 38 intellektuellen Physiognomien zeichnet sich ein Spektrum der verschiedenen historischen Ursprünge des modernen Antisemitismus um 1900 ab.

      Der Antisemitismus