Der entfesselte Kapitalismus zeigt, wie das globale Wirtschaftssystem beschädigt oder sogar ruiniert werden kann. Doch gibt es Alternativen zu diesem System? John Maynard Keynes, der einflussreichste Wirtschaftstheoretiker, hat bereits vor einem halben Jahrhundert darüber nachgedacht. Sein berühmter Ausspruch: „Auf lange Sicht sind wir alle tot“ kritisiert realitätsferne ökonomische Modelle, die unser Denken prägen und zu schädlichem Handeln führen. Keynes’ Wirtschaftstheorie war nie ganz tot; selbst in Zeiten blinder Marktgläubigkeit blieben seine Ideen präsent. Seine „Allgemeine Theorie“ fokussiert auf die zentrale Wahrheit des Wirtschaftens: „Niemand kennt die Zukunft.“ Keynes betont die „fundamentale Unsicherheit“ der globalen Finanzmärkte, die sich nicht durch mathematische Modelle bändigen lässt. Wirtschaftskrisen sind keine Ausnahmen, sondern integraler Bestandteil der Marktwirtschaft. Wenn der Markt sich selbst überlassen wird, können Krisen lange andauern, weshalb staatliches Eingreifen notwendig ist. Wirtschaft sollte nicht Selbstzweck sein, sondern dem Menschen und einem guten Leben dienen. Robert Skidelsky, ein Experte für Keynes, hat dessen Theorien neu interpretiert und bietet eine brillante Analyse, die für das Verständnis unserer turbulenten Zeiten unerlässlich ist.
Robert Skidelsky Bücher
Lord Skidelsky ist emeritierter Professor für Politische Ökonomie, dessen Werk sich mit der Rolle des Staates im Wirtschaftsgeschehen und den Auswirkungen der Globalisierung befasst. Seine umfangreichen Biografien über J. M. Keynes und seine Schriften über den Kommunismus zeigen eine tiefe Auseinandersetzung mit Schlüsselfiguren und Ideologien des 20. Jahrhunderts. Skidelskys Stil ist analytisch und scharfsinnig und befasst sich mit komplexen wirtschaftlichen und politischen Themen. Seine Gelehrsamkeit zieht oft historische Parallelen und bietet tiefe Einblicke in die Herausforderungen der modernen Welt.






Wirtschaftswachstum ist das alte und neue Zauberwort, mit dem sich angeblich jede Krise lösen lässt. Doch Wachstum ist kein Selbstzweck, und Wirtschaft soll dem Menschen dienen. Wachstum wozu, muss deshalb die Frage lauten, und: Wie viel ist genug? Wir sind viermal reicher als vor 100 Jahren – und doch abhängiger denn je von einem Wirtschaftssystem, in dem manche zu viel und viele nicht genug haben. Dabei waren sich doch Philosophen wie Ökonomen lange Zeit einig, dass technischer Fortschritt zu einer Befreiung des Menschen vom Joch der Arbeit und eine gerechte Einkommensverteilung zu mehr Muße und Glück für alle führen. Zeit, die Grundfragen neu zu stellen: Was macht ein gutes Leben aus, was droht uns im Wachstumsrausch verloren zu gehen? Robert und Edward Skidelsky zeigen auf, wie führende Denker von der Antike bis ins 21. Jahrhundert über Entstehung und Gebrauch des Reichtums, aber auch über ein erfülltes Leben jenseits der Arbeit nachgedacht haben. Sie benennen sieben »Basisgüter« wie Sicherheit, Respekt, Muße und Harmonie mit der Natur, auf denen eine Ökonomie des guten Lebens aufbauen muss. Vor allem aber machen sie Mut, Wirtschaft wieder neu zu denken: als moralisches Handeln von Menschen, die in Gemeinschaften leben.
Welche Auswirkungen werden Automatisierung und künstliche Intelligenz auf die Arbeit und das "gute Leben" haben? In einer Reihe von Essays beleuchtet Robert Skidelsky die weitreichenden Implikationen der modernen Entwicklungen der Arbeit und skizziert Handlungsmöglichkeiten.Zwar trägt die Reduktion von Arbeitszeit wesentlich zu materiellem und spirituellem Wohlergehen bei, aber die von Keynes vorausgesagte 15-Stunden-Arbeitswoche ist auch in den führenden Industrieländern nie verwirklicht worden. Worin bestehen heute die notwendigen Voraussetzungen für eine Reduktion der Arbeitszeit und welche Möglichkeiten birgt sie? Robert Skidelsky plädiert für die Entwicklung einer Ethik, die auf die Ziele der Technologie fokussiert. Ein Leben, das zugleich menschlich und menschenwürdig ist, ist nur durch die Förderung der Freizeitausbildung anstelle eines sinnlosen Wettlaufs des Menschen mit Maschinen und durch die Würdigung der Unvollkommenheit als Voraussetzung aller menschlichen Bemühungen möglich.
Werden wir ersetzt?
Vom Fortschrittswahn zu einer Ökonomie des gerechten Lebens
Wie sich das Verhältnis von Mensch und Maschine entwickelt hat, wie es unsere Wirtschaft und unser Leben beeinflusst und welche politischen Weichen wir jetzt stellen müssen, darüber schreibt Robert Skidelsky kenntnisreich und erhellend. Es ist ein alter Menschheitstraum, von Mühsal und Not befreit zu sein. Ein Traum, der durch die rasante technologische Entwicklung sowohl zu einer realistischen Perspektive als auch zu einer realen Bedrohung wird, wenn nur einige wenige von diesem Fortschritt profitieren, während er für zu viele mit Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit und Armut einhergeht. Zeit, sich die Grundfragen neu zu stellen: Kontrollieren wir die Maschinen oder kontrollieren die Maschinen – und die, denen sie gehören – uns? Was droht uns im Fortschrittswahn verloren zu gehen? Wie können wir eine gerechte Arbeitswelt und ein gutes Leben für alle organisieren? Robert Skidelsky erzählt kenntnisreich die wechselhafte Beziehung von Mensch und Maschine: Wie haben führende Denker, von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, über den technischen Fortschritt – von den ersten Werkzeugen bis zur künstlichen Intelligenz – und seine Auswirkungen auf die Menschheit nachgedacht? Ein grundlegendes Buch zu den drängenden Fragen unserer Zeit, das uns zeigt, auf was wir jetzt achten müssen, damit wir unsere Zukunft in der eigenen Hand behalten.
John Maynard Keynes
Hopes Betrayed 1883-1920
John Maynard Keynes. Vol. 3, Fighting for freedom, 1937-1946
- 580 Seiten
- 21 Lesestunden
Traces the economist's life and work, offering a portrait of his public and private life.
The interplay between politics, economics and ideas from the late 19th century is focused upon in these essays. A series of figures and subjects crucial to an understanding of modern history are included, such as Sidney and Beatrice Webb. Skidelsky is winner of the 1993 Wolfson History Prize.
Money and Government : A Challenge to Mainstream Economics
- 352 Seiten
- 13 Lesestunden
In this remarkable work, Robert Skidelsky combines his expertise in a sweeping account of money and power. The prevailing economic view suggests that money and government should play a minimal role in economic life, portraying money merely as a medium of exchange and advocating for the 'invisible hand' of the market. However, this book argues that uncertainty makes money and government crucial in any market economy. Money is necessary because the future is unpredictable, and effective government can reduce this uncertainty, thereby diminishing the demand for money. Following Adam Smith, orthodox economics favored non-intervention until the Great Depression of 1929-32 challenged this perspective, leading to the rise of Keynesian economics as a new policy paradigm. Yet, the stagflation of the 1970s prompted a rejection of Keynesian policies in favor of neoclassical orthodoxy. Despite the severe 2008 financial crash, which was addressed with Keynesian measures, the pre-crash orthodoxy was reinstated, continuing to impose austerity measures that have left the global economy weak. This book seeks to introduce readers to the essential elements of Keynes's ideas, arguing that much of economic orthodoxy is not the hard science it claims to be. It aims to inspire the next generation of economists to recognize the vital roles of money and government in the economic landscape.
Ten years in the making, the second volume of Skidelsky's acclaimed biography of Keynes takes up the story of this century's most important economist after the controversial publication of The Economic Consequences of the Peace, and traces his life, his work, and their relationship to world events throu gh the reception of The General Theory in 1937. Photos.



