Emilie Fontane schildert ihr Leben als "Netzwerkerin" in der Prominenz ihrer Zeit und übersteigt die Rolle der Lektorin ihres Mannes. Ihre Briefe aus über sechs Jahrzehnten bilden eine facettenreiche Autobiographie und zeigen ihre Beziehung zu Theodor Fontane sowie ihren Weg zur eigenständigen, gleichwertigen Akteurin.
Theodor Fontane: Havelland. Wanderungen durch die Mark Brandenburg Dritter Band Entstanden zwischen 1863 und 1872. Erstdruck: Berlin (W. Hertz) 1873. Der Text folgt der Wohlfeilen Ausgabe von 1892. Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2016. Textgrundlage ist die Ausgabe: Theodor Fontane: Samtliche Werke. Herausgegeben von Edgar Gro, Kurt Schreinert, Rainer Bachmann, Charlotte Jolles, Jutta Neuendorff-Furstenau, Bd. 1-25, Band 11, Munchen: Nymphenburger Verlagshandlung, 1959-1975. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgefuhrt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Rittergut Gro Glienicke, Friedrich Wilhelm Ferdinand Theodor Albert, Alexander Duncker, zwischen 1857 und 1883. Gesetzt aus der Minion Pro, 10.6 pt.
Theodor Fontane: Spreeland. "Wanderungen durch die Mark Brandenburg IV"
Entstanden zwischen 1859 und 1881. Der Text folgt der Wohlfeilen Ausgabe von 1892.
Den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland und seinen Birnbaum kennt jedes Kind. Aber das ist längst nicht alles, was Theodor Fontane jungen Lesern zu bieten hat. Die Geschichten in diesem Buch sind vor weit über hundert Jahren aufgeschrieben worden, und sie behandeln Vorgänge, die oft noch viel älter sind. Ungewohnte Worte kommen vor. Da heißt Liebe mitunter noch „Minne“ und ein junger Mann, der heiraten will, „freit“ um seine Liebste. Man rechnet nach Fuß und Meile statt Meter und Kilometer. Es brennt noch kein elektrisches Licht; flackernde Kerzen und stinkende Petroleumlampen erhellen die Abende. An Kugelschreiber und Computer ist nicht zu denken; auf dem Tisch steht ein Tintenfass, und geschrieben wird mit einer Schwanenfeder. Wer damals verreisen wollte, musste in eine rumplige Postkutsche klettern, die auf unbefestigten Straßen stundenlang unterwegs war. Abenteuerliches, Sagenhaft-Gespenstisches und Gruseliges, aber auch Anrührendes und Heiteres weiß der Schriftsteller Theodor Fontane zu erzählen - Gotthard Erler hat die schönsten Geschichten und Gedichte für Kinder gesammelt, und Sabine Wilharm hat sie zärtlich-witzig illustriert
Gotthard Erler präsentiert eine chronologische Auswahl von Theodor Fontanes lyrischen Werken, die von seinen frühen Gedichten bis zu seinem bewegenden Rückblick aus dem Jahr 1898 reicht. Fontane gilt als der meistgelesene deutsche Romancier des 19. Jahrhunderts und wird hier als bedeutender Lyriker gewürdigt.
Die bahnbrechende Edition des Ehebriefwechsels hat das Interesse an Emilie Fontanes Schicksal und Persönlichkeit geweckt. Bisher vor allem als Ehefrau und Mutter wahrgenommen, tritt sie jetzt aus dem Schatten und gewinnt an Tiefenschärfe. Der Biograph führt uns durch das Auf und Ab ihres romanhaften Lebens. Aus einer unbehüteten Kindheit und ziellosen Jugend entsteht in der jungen Frau das Verlangen nach Sicherheit und Geborgenheit, die ihr der mittellose Journalist Fontane nicht bieten kann. Ihre Ehe, nach langer Verlobungszeit geschlossen, führt zu einem unsteten Leben am Rande der Armut. Erst mit der Stabilisierung von Fontanes schriftstellerischer Existenz entspannt sich die familiäre Situation. Trotz aller Schicksalsschläge wächst die Gewißheit, ein bevorzugtes Leben zu führen. Gotthard Erler erzählt dieses Schicksal aus einer persönlichen Perspektive, ohne die dominante Sicht Fontanes zu vernachlässigen. Der Anhang enthält den Beginn einer Autobiographie sowie unbekannte Briefe, in denen Emilie direkt zu Wort kommt. Die detailfreudige Biographie schildert ein ungewöhnliches Frauenschicksal und zieht uns als spannender Familienroman in ihren Bann. Emilie, aus unsicheren Verhältnissen stammend, meistert ein abenteuerliches Leben an der Seite ihres Mannes. Ihre unerschütterliche Liebe zu ihm wird zum Fundament ihres Lebens, das sie zunehmend zu schätzen weiß.
Heinrich Heines »Florentinische Nächte« ist eine verrätselte Novelle: Ein Mann mit Namen Maximilian – eindeutig ausgestattet mit Erfahrungen aus Heines eigener Lebensgeschichte – erzählt einer offenbar schwer kranken Freundin – aber woran leidet sie? Wie steht sie zu ihm? – auf Bitten ihres Arztes »närrische Geschichten« voller romantischer, sensualistischer und politischer Motive, also Geschichten, wie sie eben nur Heine selbst schreiben konnte. Es treten auf: fahrendes Volk vom Variété, Tänzerinnen mit dunkel grausigen Vorgeschichten und bürgerlichem Eheleben, weibliche Marmorbilder ohne Fleisch und Blut, Paganini, ein Bauchredner und der Zwerg Türlütü. Eine große Allegorie auf die Situation des Autors in Paris, schon im Vorgriff auf Camouflage und Umgehung der Zensur hin angelegt.
Unbekannte und vergessene Geschichten aus der Mark Brandenburg I, herausgegeben von Gotthard Erler und Therese Erler, bietet eine Sammlung von Erzählungen und Abbildungen. Teil der Großen Brandenburger Ausgabe und umfasst 748 Seiten.
Theodor Fontane's work encompasses five volumes, each exploring different regions of Brandenburg. The first, focusing on the Grafschaft Ruppin, was created between 1859 and 1861, with its first printing in 1862. This text has been revised and expanded multiple times, following the 1892 Wohlfeilen edition. The second volume, covering the Oderland, was developed from 1860 to 1863 and first published in 1863, also adhering to the 1892 edition. The Havelland section was written between 1863 and 1872, with its inaugural release in 1873, again based on the 1892 version. The Spreeland narrative spans from 1859 to 1881, first appearing in 1882, while the final volume, Funf Schlosser, was crafted between 1880 and 1888, with its first edition in 1889. This new edition, published in 2016, is in a large format (210 x 297 mm) with a two-column layout. The text is grounded in the comprehensive works of Fontane, edited by a team of scholars across multiple volumes, ensuring a thorough representation of his literary contributions.
Diese Reiseberichte - literarisches Genre und kritische Zeitbilder in einem - formulieren die Machtansprüche des aufstrebenden Bürgertums. Ihm bot sich das Reisen, das durch die Ausdehnung des Handels immer stärker in Mode kam, als ideale Möglichkeit an, den geistigen Horizont zu erweitern. Die vorliegende Textsammlung bietet in sich geschlossene Auszüge aus umfangreicheren Werken und berücksichtigt die bedeutenden und traditionsbildenden Reiseschriftsteller ebenso wie eine Reihe weniger bekannter Namen. Jedem Bericht beigegeben sind ausführliche Erläuterungen, welche die Person des Autors, seine Lebensumstände und sein Vokabular dem modernen Leser nahebringen. Die Autoren: Helfrich Peter Sturz, Johann Wolfgang Goethe, Johann Kaspar Steube, Karl Philipp Moritz, Johann Gottfried Seume, Johann Kaspar Riesbeck, Friedrich Nicolai, Joachim Heinrich Campe, Georg Forster, Johann Heinrich Merck, Adolph Freiherr Knigge, Georg Friedrich Rebmann, Garlieb Merkel, Ernst Moritz Arndt, Wilhelm Müller, Adelbert von Chamisso.
In Schach von Wuthenow, zwischen 1879 und 1882 entstanden, nimmt Fontane ein für Preußen wichtiges historisches Ereignis des Jahres 1806, die Schlacht bei Jena, und ein scheinbar privates Ereignis aus dem Jahr 1815 zum Anlaß, das psychologische Porträt eines preußischen Elite-Offiziers zu liefern. In dieser Erzählung verschränken sich historisches und gesellschaftliches Erzählen. Schach von Wuthenow, aus altem preußischen Adel stammend und Offizier im Elite-Regiment Gensdarmes, begeht unmittelbar nach der Hochzeit mit Victoire von Carayon Selbstmord. Er weigert sich, aus Gründen der honnêteté, eine Scheinehe mit ihr einzugehen, zu deren Abschluß er sich durch königliches Wort gezwungen sah, nachdem bekannt geworden war, daß er ein Verhältnis mit Victoire gehabt hatte. Aus »Furcht vor dem Ridikülen«, der schöne Schach und die blatternarbige Victoire, ist er in den Tod gegangen. »So fällt denn mit Schachs Selbstmord das grelle Licht der Zeitkritik auf das Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, seine falschen Ehrbegriffe …« Benno von Wiese