Hartmut Geerken Bücher






Hartmut Geerken protokolliert die Obduktion eines Gehirns, protokolliert, ohne Komma, ohne Strich oder Punkt, Frage- oder Ausrufezeichen, ohne Unterbrechung durch Absätze, durch Sätze, die starken Reaktionen im Gehirn, wenn Wörter aufeinandertreffen, sich vermischen, neuronal verschalten, Welten neu entstehen lassen. Was dabei in der Niederschrift zutage tritt, ist das Gehirn als ein Knäuel von Tonbändern mit zahllosen, immer wieder überspielten Spuren, ist alles, was in wenigen Kubikzentimetern Gehirnmasse Platz findet: Pyramiden & Gräber, Mythologien, Musik & Politik, Anatomie & Kochkunst, Mykologie, Pornografie & Mystik, Enzyklopädisches, Philosophisches, Triviales, Exotisches, Erotisches, das Hirn, das Herz, die Hoden, Free Jazz & Eingeweide. Die sprachliche Fixierung lässt so ein Geflecht entstehen, eine demokratisierte Sprech- und Sprachenlandschaft voll von Verweisen, eine Fläche, auf der alles verflochten ist, was im Gehirn Platz hat. Obduktionsprotokoll ist eine Wiederentdeckung, die nichts von ihrer radikalen Weltoffenheit eingebüßt hat und umweglos hineinführt »in den glückszustand des abschweifens«, »& zwar praktisch für immer«.
Diese ganz besondere Anthologie vereint eine Sammlung so erotischer wie poetischer Kleinode. Autoren wie Benn, Schwitters und Co. offenbaren uns ihre erotischen Phantasien. In diesem Bändchen, das von Hartmut Geerken kenntnisreich zusammengestellt wurde, zeigt sich: bei den Expressionisten ging es auch schon mal handfester zur Sache. So liegt der Einteilung des Buches nach Körperteilen und Perversionen durchaus ein tieferer Sinn zu Grunde. Gedichte unter anderem von Gottfried Benn, Paul Boldt und Kurt Schwitters.
Die Kulturtheorie von Friedlaender/Mynona, die 1935 abgeschlossen wurde, bietet eine tiefgehende Analyse der subjektiven Autonomie und kritisiert Kants Konzept des Ichs. Der Autor argumentiert, dass Kant das integrale Ich unvollständig erfasst hat, was zu einer unzureichenden Synthese führt. Das Werk enthält eine Revision der Schöpferischen Indifferenz sowie eine neue Perspektive auf den Kritizismus. Der Herausgeber positioniert das Buch als bedeutendes Dokument einer eigenständigen Kant-Rezeption in einer schwierigen Zeit und ergänzt es mit Vorarbeiten, Illustrationen und Zitatnachweisen.