Benedict Anderson ist bekannt für seine Untersuchungen zum Nationalismus, insbesondere für sein einflussreiches Werk über die Entstehung und Verbreitung von „imaginären Gemeinschaften“. Seine Analysen tauchen tief in die kulturellen und historischen Wurzeln nationaler Identitäten ein und untersuchen, wie diese Identitäten in der modernen Welt geschmiedet und aufrechterhalten werden. Andersons Ansatz betont oft die Rolle von Medien, Sprache und gemeinsamen Erzählungen bei der Förderung von Zugehörigkeitsgefühl und nationalem Bewusstsein. Seine Arbeit bleibt entscheidend für das Verständnis der Dynamik des Nationalismus und seiner Auswirkungen auf die globale Politik.
Benedict Andersons bekanntes Buch erfreut sich ungebrochener Popularität und erscheint hier in der dritten Auflage. Nach Anderson gibt es keine Nationen, die „Nation“ ist eine Erfindung, ein Modell, das nur in bestimmten historischen Konstellationen möglich war. Er löste damit Debatten aus, die bis heute nicht abgeschlossen sind. Beim ersten Erscheinen der deutschen Ausgabe 1988 wurde Anderson vorgeworfen, dass seine Perspektive außereuropäisch und kulturanthropologisch sei. Heute macht gerade das den Reiz des Buches aus.
Die Erzählung Der Teufel auf den Philippinen von 1887 schwadroniert durch die barocken Irrgärten spanischer Chroniken, verfasst von den Mönchen, unter deren Herrschaft die Philippinen 300 Jahre lang standen. Zwei philippinische Intellektuelle, die in der Bibliothek eines Verstorbenen zusammentreffen, unterhalten sich mit der Lektüre dieser Schriften. In der Folge entwickelt sich im Dickicht der Überlieferungen, Texte und Stimmen ein bizarrer Dialog zwischen den beiden, mit tragikomischem Ausgang. Die in delirierender Abfolge vorgelegten Berichte von Teufelserscheinungen, Exorzismen und satanischen Begebenheiten legen die brutalen Mechanismen kolonialer Machtausübung offen – De los Reyes zeigt darin das Dilemma der Kolonisierten selbst, die im Gestrüpp fremder Überlieferung stets Gefahr laufen, ihre eigene Stimme zu verlieren und zugleich überall auf die verschütteten Untergründe ihres vorkolonialen Erbes stossen. Die vorliegende Ausgabe des Textes wird begleitet von Kommentaren des Politologen und Experten für Südostasien Benedict Anderson (1936–2015), des philippinischen Autors und Literaturwissenschaftlers Ramon Guillermo sowie von der Schweizer Autorin und Übersetzerin Annette Hug, die den Text aus dem Tagalog ins Deutsche übertragen und kommentiert hat. Mario Lüscher hat den Text von Benedict Anderson aus dem Englischen übertragen und eine biografische Skizze zu Isabelo de los Reyes beigesteuert.
Focusing on overlooked areas of urban landscapes, this book examines how these neglected spaces transform into sites of resistance and community for marginalized groups, including refugees, asylum seekers, and the homeless. It delves into the dynamics of these environments, highlighting the resilience and agency of those who inhabit them, while addressing broader themes of displacement and social justice.
This valuable title provides a lasting contribution to our understanding of Javanese society. Insight comes through an analysis of wayang (Javanese shadow plays), not just as theater but in a broader social context.
Exploring the concept of Weltliteratur, this work delves into how Goethe's ideas intersect with the cultural dynamics of globalization. It examines the influence of literature across borders and its role in shaping cultural identities in a global context. The book highlights the interplay between local traditions and global narratives, offering insights into the evolution of literature and its capacity to foster cross-cultural understanding. Through a critical lens, it addresses the implications of globalization on literary expression and reception.