Funken im Abgrund - 3: Vermächtnis des verlorenen Sohnes
Dritter Roman der Trilogie Funken im Abgrund
- 396 Seiten
- 14 Lesestunden
German
Soma Morgenstern fängt die Komplexität seiner Erziehung in der vielfältigen kulturellen und sprachlichen Landschaft Galiziens ein. Er wählte Deutsch als Sprache für seine Schriften, eine Sprache, die er meisterte und für ihren literarischen Ausdruck schätzte. Sein Werk spiegelt seine multiethnischen und mehrsprachigen Wurzeln wider und erforscht Themen der Identität und der kulturellen Überschneidungen. Morgensterns Erfahrungen prägten seine einzigartige Weltsicht, die sich in seinem literarischen Schaffen widerspiegelt.






Dritter Roman der Trilogie Funken im Abgrund
German
Seinen Bericht aus der Zeit des Exils: von der Internierung in mehreren französischen Lagern während des Zweiten Weltkriegs und der riskanten Flucht über Marseille nach Casablanca, schrieb Soma Morgenstern in den USA, vermutlich ab Mitte der fünfziger Jahre. Wohl redet Morgenstern in diesem Romanbericht mit der Stimme einer fiktiven Erzählerfigur, gibt auch den damaligen Mitgefangenen geänderte Namen, im wesentlichen aber hält er sich ans reale Geschehen. Das erzählende Ich des Buches, der aus der Ukraine stammende 'arische' Schriftsteller Petrykowsky, spricht in einundvierzig Kapiteln von dem Weg, auf dem es ihn schließlich ins Lager von Audierne, einem Fischerdorf im bretonischen Finistere, verschlägt. Nach der Übernahme des Lagers durch die deutsche Wehrmacht im Juni 1940 und vor der drohenden Ankunft der Gestapo flüchtet er gemeinsam mit zwei Mitgefangenen, und es gelingt ihm, in wochenlanger Wanderung sich zum unbesetzten Südteil Frankreichs durchzuschlagen.§
Die Romantrilogie "Funken im Abgrund" von Soma Morgenstern erzählt die Geschichte des jungen jüdischen Wieners Alfred Mohylewski, der in die ostgalizische Heimat seines gefallenen Vaters zurückkehrt. Dort entdeckt er den Sinn jüdischer Existenz und findet zum Glauben zurück, während er melancholisch und humorvoll das jüdische Leben der Vergangenheit schildert.
Die autobiographisch geprägte Romantrilogie erzählt vom "verlorenen Sohn", einem jüdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs, und seinem Sohn, der in Wien aufwächst. Auf dem Gut seines Onkels in Ostgalizien findet er den Sinn jüdischer Existenz und kehrt zum Glauben zurück. Die Erzählung bietet eine eindrucksvolle Darstellung einer vergangenen Welt.
Alban Berg war Morgensterns engster Freund. Die Erinnerungen, gruppiert um das Verhältnis des Freundes zu seinen fünf „Hausgöttern“, Peter Altenberg, Gustav Mahler, Arnold Schoenberg, Adolf Loos und Karl Kraus, zeichnen ein sehr persönliches Bild dieses ungewöhnlichen Menschen, freilich keineswegs ein Heiligenbild.
Soma Morgensterns bewegende Erinnerungen an Joseph Roth bieten einen persönlichen Bericht über ihren schwierigen Freund und verlorenen Trinker, bereichert durch heitere Geschichten und brillante Anekdoten. Dieses Porträt ermöglicht nicht nur eine Neubewertung von Roth, sondern auch eine Wiederentdeckung von Morgenstern, einem in Deutschland lange vergessenen Autor, dessen Erzählstil in die Tradition der deutschsprachig-jüdischen Literatur gehört. Ihre fast dreißigjährige Freundschaft begann 1909 in Lemberg und endete 1939 mit Roths Begräbnis. Beide, aus Galizien stammend, waren Journalisten und Schriftsteller in Wien, erlitten Verfolgung als Juden und emigrierten nach Paris. Dort wurde die Geschichte ihrer komplizierten Freundschaft durch Roths wachsende Alkoholabhängigkeit und seine konservative politische Wende zunehmend düster. Morgenstern erlebte diese letzten Jahre 1938/39 im Exil in einem kleinen Pariser Hotel hautnah. Ein wesentlicher Teil des Buches widmet sich dieser gemeinsamen Zeit, in der Morgenstern Roths besonderen Charme und innere Zerrissenheit auf unvergessliche Weise einfängt.
Jugendjahre in Ostgalizien
Der verlorenen ostgalizischen Heimat ist eine Reihe oft kurzer, vignettenartiger Prosastücke gewidmet, worin Morgenstern die Erinnerungsbilder seiner Kindheits- und Jugendjahre zwischen 1890 und 1914 bewahrt hat.
Der Schlussband der Soma Morgenstern-Edition vereint Kritiken, Berichte und Glossen zu verschiedenen Kunstformen sowie essayistische Arbeiten über Kafka und Pasternaks "Doktor Schiwago". Er enthält auch "Briefberichte" über Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten und Tagebücher aus den Jahren 1949 und 1950.
Alfred a quitté Vienne, sa mère et le monde moderne pour rejoindre la terre de ses pères, où les traditions sont encore vivaces. Là, tout est nouveau pour lui, et c'est avec l'enthousiasme de la jeunesse qu'il se lance dans la découverte de ce monde inconnu. A l'école de la vie, il apprendra aussi bien à moissonner qu'à prier ou aimer. Mais il apprendra aussi qu'être juif au milieu des paysans polonais et ukrainiens peut exposer aux jalousies, à la vindicte, voire à de cruelles représailles... L'idylle vire alors au drame.