"Sie leben in einem geführlichen Land, das von einem Despoten beherrscht wird und auf ein Unglück gegründet ist." So erleben Norina, Lou und Sandy ihre Familie: den unbeherrschten, unberechenbaren Vater und ihre fragile, zarte Mutter, die den ganzen Tag im Bett liegt, Whisky trinkt und fernsieht, Nur einmal im Jahr steht sie auf, um zum Weihnachtsessen zu Verwandten zu gehen. Bei einer dieser Gelegenheiten erfahren die Mädchen von einem Unglück, das passiert ist, bevor sie geboren wurden, und das ihr Leben bestimmt. Dieses Geheimnis, von dem jeder weiß und über das nicht gesprochen werden darf, schafft einen krankhaften Zusammenhalt. In ständiger Angst, jemand könnte etwas über die Familie erfahren, über den verrückten Vater, die ständig vom Alkohol benebelte Mutter, versuchen die Schwestern einen einigermaßen normalen Alltag aufrecht zu erhalten. Alleingelassen und überfordert, sucht nach Wärme, Liebe und Anerkennung versuchen sie, sich an anderen zu orientieren.
Barbara Gowdy Bücher
Barbara Gowdy ist die Autorin von sieben gefeierten Büchern, die für ihren einzigartigen Stil und ihre frische Herangehensweise an das Geschichtenerzählen gelobt werden. Ihre Werke werden für ihre tiefen Einblicke in die menschliche Psyche und die Welt um uns herum geschätzt. Gowdy gilt als großartige literarische Realistin, die sich konsequent geweigert hat, abgenutzte Techniken und Erzählmethoden zu verwenden. Sie ist eine wundersame Schriftstellerin, deren unverwechselbare Stimme die Leser fesselt.






Seltsam wie die Liebe
- 318 Seiten
- 12 Lesestunden
Das Monströse ist das Normale - das Normale ist monströs: Unerwartet sieht man sich in diesen ganz und gar unkonventionellen Geschichten mit den Extremen des Lebens konfrontiert. Seltsam wie die Liebe ist das Schicksal der Protagonisten von Barbara Gowdys Stories. Sie erzählt von Blinden, Behinderten, Transsexuellen, siamesischen Zwillingen, von Nekrophilen und von Exhibitionisten. Das Innenleben dieser „Freaks“, der Menschen, die wegen Deformationen oder Obsessionen von der konformen Gesellschaft ausgegrenzt werden, aber erweist sich als seltsam vertraut und ganz und gar „normal“. In der faszinierenden Welt der Andersartigen treffen Bilder von dunkler Schönheit uns mitten ins Herz.
Ein Gewitter nach dem anderen zieht sich in diesem heißen Sommer am Himmel zusammen und immer, wenn es ausbricht, verliert Rose Bowan das Bewusstsein und hat intensive, vollkommen realistische Träume, in denen sie im Körper einer anderen Frau ist. Sind das nur Träume? Oder »bewohnt« sie tatsächlich eine Fremde? Was geschieht ihr? So verstört wie fasziniert fängt sie an zu recherchieren, verlässt den Kokon des kleinen Programmkinos ihrer Familie und taucht in das aufgewühlte Leben von jemandem ein, der ganz anders ist als sie. Gleichzeitig erkrankt ihre Mutter an Demenz und fängt an – zum ersten Mal seit Jahrzehnten –, über eine andere gespenstische Präsenz zu sprechen: über Roses kleine Schwester. In Kleine Schwester erkundet Barbara Gowdy die erstaunliche Macht der Empathie, die Frage, wo wir aufhören und die anderen anfangen, und erzählt mit großer Eindringlichkeit von den tiefen familiären Bindungen, die uns prägen – ob wir wollen oder nicht.
Toronto, 50er und 60er Jahre: Die Canarys, Vater, Mutter und 3 Töchter, sind scheinbar eine kanadische Durchschnittsfamilie, doch hinter der alltäglichen Normalität verbergen sich geheime Sehnsüchte und Leidenschaften.
Eine berührende Liebesgeschichte, sie erzählt von Verlust und Erinnerung mit einer Intensität, die bei den Lesern die Freude und den Schmerz eigener Erfahrungen wieder aufleben lässt
Jahrelang sind die junge Elefantenkuh »Matsch« und ihre Familie in den Sümpfen und Savannen Ostafrikas umhergestreift. Jetzt wird das Gebiet von einer Dürre heimgesucht, und auf ihren Wanderungen finden sie immer häufiger die verstümmelten Körper von verwandten Familien, niedergeschossen von Elfenbeinjägern. Auf nichts – nicht auf das einst vertraute Terrain, nicht auf die uralten Rhythmen des Lebens – ist mehr Verlass. Nur eine einzige vage Hoffnung gibt es: den magischen weißen Knochen, dessen Legende an den Wasserlöchern erzählt wird, der die Elefanten zu einem sicheren Ort weisen wird. Und so machen sie sich auf die Suche. Mit außerordentlicher Empathie erschafft Barbara Gowdy in diesem Roman, der vollkommen aus der Perspektive afrikanischer Elefanten erzählt ist, eine ganz eigene Welt – in der sich die unsere auf seltsame Weise spiegelt.
Hilflos
- 333 Seiten
- 12 Lesestunden
Die neunjährige Rachel ist das große Glück in Celia Fox’ Leben. Ein Kind aus einer Liebesnacht, den Vater hat sie danach nie wieder gesehen. Ein auffallend schönes und aufgewecktes Mädchen, das alle Blicke auf sich zieht, nicht nur die von Fotografen, die auf der Suche nach Models sind. Blicke, die Celia beunruhigen. Rachel weiß das und verheimlicht ihrer Mutter, dass da ein Mann in einem weißen Lieferwagen vor ihrem Haus parkt, derselbe, den sie schon vor ihrer Schule bemerkt hat. Was ist das für ein Mann, der einen Reparaturdienst für Haushaltsgeräte hat, alte Staubsauger sammelt und so oft es geht vor Schulhöfen parkt, um kleine Mädchen zu beobachten? Der einsam ist und sensibel und plötzlich von einer so heftigen Liebe zu einem Kind ergriffen wird, dass er es für sich haben will? Ein Monster? Von der Liebe erzählt Barbara Gowdy in ihrem neuen Roman und von der Hilflosigkeit, Schutz zu bieten in einer Welt, in der die Sicherheiten verloren gegangen sind. Die atemberaubende, mit großer Spannung und Empathie erzählte Geschichte einer Entführung, literarisch so gekonnt, dass die Koinzidenz mit dem wirklichen Leben wie eine gespenstische Nacherfindung erscheint.
