Friedrich Dürrenmatt hat mit diesem Werk einen fesselnden Kriminalroman geschaffen, der die klassischen Elemente des Genres meisterhaft mit philosophischer Tiefe verbindet. Was zunächst wie eine konventionelle Mordermittlung im beschaulichen Berner Oberland beginnt, entwickelt sich zu einem vielschichtigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gut und Böse. Besonders raffiniert ist Dürrenmatts Erzähltechnik: Wie Brotkrumen auf einem verschlungenen Waldweg streut er subtile Indizien und versteckte Andeutungen durch die Handlung, die dem aufmerksamen Leser ermöglichen, das komplexe Puzzle Stück für Stück zusammenzusetzen. Diese narrativen Hinweise sind so geschickt platziert, dass man bei einer zweiten Lektüre überrascht ist, wie viele Details man beim ersten Mal übersehen hat. Die dramatische Spannung erfährt eine bemerkenswerte Steigerung durch die Enthüllung der gemeinsamen Vergangenheit zwischen Kommissär Bärlach und seinem Gegenspieler Gastmann. Diese jahrzehntealte Wette, die wie ein dunkler Schatten über der Gegenwart schwebt, verleiht der Geschichte eine zusätzliche psychologische Dimension. Was als scheinbar gewöhnlicher Mordfall beginnt, entpuppt sich als der finale Akt eines lebenslangen Duells zweier außergewöhnlicher Charaktere, deren moralische Positionen sich in einer Grauzone zwischen Recht und Gerechtigkeit bewegen.

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Die Hauptthematik von Der Richter und sein Henker findet man auch bei Dashiell Hammett, Rex Stout, Raymond Chandler und Georges Simenon. Es geht um den Kampf zwischen zwei Parteien, wobei eine davon ein einzelner Detektiv ist. Inspektor Bärlach, die gute Partei, ist todkrank und hat nicht viel Zeit, um den Verbrecher Gastmann zu überführen. Bärlach ist ein Mensch, der in seiner Menschlichkeit an Maigret erinnert. Er ist ein konservativer Charakter, der nicht nach juristischen Regeln handelt und wenig von modernen Kriminaltechniken hält. Stattdessen verlässt er sich auf seine Erfahrungen, seine Intuition und den gesunden Menschenverstand. Armin Arnold beschreibt die Kriminalromane als Nebenwerke, was er als eine Rache der Germanistik sieht, da Friedrich Dürrenmatt bewusst gegen die damals anerkannten Kunstwerke schrieb. In Bezug auf Dürrenmatts Ästhetik sind die Kriminalromane geradezu Schlüsselwerke.
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Der Richter und sein Henker, Comic auf der Grundlage des Romans, Friedrich Dürrenmatt
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- Erscheinungsdatum
- 1996
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