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Tonio Kroger hat sich als Dichter in der literarischen Welt einen Namen gemacht. Kunstlerisch hoch begabt, ist er jedoch im Umgang mit anderen gehemmt. Er erkennt, dass ihm eine natürliche Unbefangenheit fehlt, wenn er sich mit den unkomplizierten, blauäugigen Blonden vergleicht, die für ihn eine sympathische Mittelmäßigkeit verkörpern. Trotz seiner Anziehung zu ihnen bleibt er allein. Das Bewusstsein, ein Fremder und bloßer Zaungast zu sein, der sich vergebens um Freundschaft bemüht, berührt ihn besonders in der Lektüre von Don Carlos, die er Hans Hansen schmackhaft machen möchte. Die Traurigkeit des Königs, der wegen des Betrugs des Marquis weint, spricht ihn an: „Er ist immer so ganz allein und ohne Liebe, und nun glaubt er, einen Menschen gefunden zu haben, und der verrät ihn.“ Für Thomas Mann und seinen Helden ist die Welt in Geist und Natur geteilt, eine Kluft, die unüberbrückbar scheint. Die Literatur steht für den Geist, während die Bürgerlichkeit Natur, Leben und Unbefangenheit symbolisiert. Tonio Kroger, ein Intellektueller, wird zum unfreiwilligen Außenseiter, da er mehr erkennt und durchschaut als andere, und so bleibt ihm die Zugehörigkeit verwehrt.
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Tonio Kröger, Audio-CD, Thomas Mann
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- 2002
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- (Paperback)
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