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Höhenrausch Band 10954

Das kurze Leben zwischen den Kriegen

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Die 1920er-Jahre der Weimarer Republik gaben vielen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen das Gefühl, auf der Höhe der Zeit zu sein. Mit der Monarchie war das Alte zusammengebrochen, und darüber, wie das Neue aussehen sollte, konnte leidenschaftlich gestritten werden. Unter dem Eindruck zahlreicher Krisen stand das Streben nach Fortschritt jedoch ständig auf dem Kipppunkt zu Verdrossenheit und Wut. Für die Zeit um 1930 beobachtet Harald Jähner einen kollektiven Verlust an Zuversicht, der die Demokratie auf die Machtübertragung an die Nationalsozialisten zusteuern ließ. Diese Entwicklung sei allerdings keineswegs vorbestimmt gewesen: Jähner zeigt den Zwiespalt der 1920er-Jahre, die sich nie entschieden in die eine oder andere Richtung bewegt hätten. Die Weimarer Gesellschaft vereinte demokratischen Idealismus und die Sehnsucht nach autoritärer Führung in sich, das beschleunigte, technologisierte Leben der Metropolen sowie Landromantik und den Boom der Anthroposophie. Die strenge Regulierung männlicher und weiblicher Körperbilder verschwamm, während zugleich ein athletischer Körperkult Selbstbeherrschung erforderte. In Kunst und Design standen sich die Neue Sachlichkeit und Opulenz gegenüber. Jähner sucht solche Kontexte der mentalen Entwicklung Weimars auf und bildet den vielschichtigen und inkonstanten Gefühlshaushalt der Weimarer Gesellschaft ab.

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Höhenrausch Band 10954, Harald Jähner

Sprache
Erscheinungsdatum
2023
Einband
(Paperback),
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Titel
Höhenrausch Band 10954
Untertitel
Das kurze Leben zwischen den Kriegen
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Harald Jähner
Erscheinungsdatum
2023
Einband
Paperback
ISBN10
3742509543
ISBN13
9783742509543
Reihe
Schlagwörter
Beschreibung
Die 1920er-Jahre der Weimarer Republik gaben vielen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen das Gefühl, auf der Höhe der Zeit zu sein. Mit der Monarchie war das Alte zusammengebrochen, und darüber, wie das Neue aussehen sollte, konnte leidenschaftlich gestritten werden. Unter dem Eindruck zahlreicher Krisen stand das Streben nach Fortschritt jedoch ständig auf dem Kipppunkt zu Verdrossenheit und Wut. Für die Zeit um 1930 beobachtet Harald Jähner einen kollektiven Verlust an Zuversicht, der die Demokratie auf die Machtübertragung an die Nationalsozialisten zusteuern ließ. Diese Entwicklung sei allerdings keineswegs vorbestimmt gewesen: Jähner zeigt den Zwiespalt der 1920er-Jahre, die sich nie entschieden in die eine oder andere Richtung bewegt hätten. Die Weimarer Gesellschaft vereinte demokratischen Idealismus und die Sehnsucht nach autoritärer Führung in sich, das beschleunigte, technologisierte Leben der Metropolen sowie Landromantik und den Boom der Anthroposophie. Die strenge Regulierung männlicher und weiblicher Körperbilder verschwamm, während zugleich ein athletischer Körperkult Selbstbeherrschung erforderte. In Kunst und Design standen sich die Neue Sachlichkeit und Opulenz gegenüber. Jähner sucht solche Kontexte der mentalen Entwicklung Weimars auf und bildet den vielschichtigen und inkonstanten Gefühlshaushalt der Weimarer Gesellschaft ab.