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Jolanda Spirig

    Schürzennäherinnen
    Sticken und Beten
    Hinter dem Ladentisch
    • Hinter dem Ladentisch

      Eine Familie zwischen Kolonialwaren und geistlichen Herren

      • 176 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Hinter dem Ladentisch steht nicht nur ­Martha Artho, die Detaillistin. Dort steht auch Martha junior, geboren 1941. Auf der zweiten Stufe der Treppenleiter verfolgt sie die Verkaufsgespräche, die keinesfalls unterbrochen werden dürfen. Das gewissenhafte Mädchen wächst zwischen Mutters Kolonialwarenladen und der Vatikanischen Botschaft in Bern auf. Der apostolische Garten ist ihr Paradies. Gepflegt wird er vom Gärtner-Chauffeur der Nuntiatur, ihrem Vater. Die kleine Martha registriert, was andere übersehen. Sie stellt kritische Fragen und deckt Ungereimtheiten auf. An den kirchlichen Verkündigungen und gesellschaftlichen Schranken, die Frauen auf den zweiten Platz verweisen, zweifelt sie früh. «Das meinst du nur», heisst es oft, wenn sie über ihre Wahrnehmungen spricht. Während die Diplomaten und ihre strebsamen Sekretäre im Vatikan Karriere machen, zieht die Detaillistin ihre drei schulpflichtigen Töchter nach dem frühen Tod des Vaters alleine gross. Mit ihrem kleinen Lebensmittelladen und ganz ohne kirchliche Rente. Die (Emanzipations-)Geschichte spielt sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Vierziger- und Fünfzigerjahre ab. Sie zeigt den Alltag einer Familie des unteren Mittelstandes und die religiöse Prägung beispielhaft auf und wird so zum Zeitzeugnis.

      Hinter dem Ladentisch
      4,0
    • Sticken und Beten

      Die Textildynastie Jacob Rohner: Familie, Firma, Klerus (1873–1988)

      • 300 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Dieses Buch bietet weit mehr als eine Firmengeschichte: Geheime Tagebücher, Briefe und Familienfotos gewähren intime Einblicke in das Leben der Stickereidynastie Jacob Rohner. Die Autorin beschreibt das katholische Milieu, die Überwachung der Arbeiterinnen in den „Mädchenheimen“ sowie den Einfluss der Jesuiten und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Die Prinzipien des päpstlichen Eliteordens dienten den Familien Rohner und Geser als Leitfaden. Um die Firmennachfolge zu sichern und den konservativen, katholischen Geist zu bewahren, wurden Ehen arrangiert und ungehorsame Nachkommen ausgeschlossen. Die Jacob Rohner AG überstand beide Weltkriege, meisterte Stickereikrisen und galt 1962 als größtes Stickereiunternehmen des Landes. Die turbulente Geschichte der Stickereiindustrie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Schweizer Exporte anführte und den Alltag in der Ostschweiz prägte, wird sichtbar. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind erstaunlich: vom ersten Börsencrash über den starken Franken der 30er Jahre bis hin zum verfolgten Banker, der sich in der Villa Jung-Rhein versteckte. 1988 wurde die traditionsreiche katholische Firma an den freisinnigen Konkurrenten Forster Willi verkauft, die heute die Forster Rohner Gruppe bildet. Die Rheintaler Standorte wurden geschlossen, doch die Rohner-Socken überlebten. Ehemalige Mitarbeiter berichten vom Wandel.

      Sticken und Beten
    • Schürzennäherinnen

      • 184 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Das renommierte Schweizer Prêt-à-porter-Unternehmen Akris wurde 1922 in St. Gallen als Schürzenfabrik gegründet – von Alice Kriemler-Schoch (1896–1972). Vierzehn Tagebücher zeugen vom Alltag der engagierten Fabrikantin, die mitten in der Stadt Hühner hielt und kurz vor ihrem 63. Geburtstag die Fahrprüfung ablegte. Sie erweiterte das Unternehmen zur Kleiderfabrik, lotste es durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg – und verteidigte ihre Schürzenproduktion, bis das Schürzentragen aus der Mode kam. Zwischen 1946 und 1966 betrieb Akris eine kleine Schürzennäherei in Kriessern. Wie lebten diese Näherinnen? Wie wuchsen sie auf in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, als das Stadt-Land-Gefälle riesig und die Bildungschancen für Mädchen gering waren? Die Porträts der neun Rheintalerinnen geben Einblick in eine längst vergangene Welt, geprägt durch Kinderarbeit, Marienlieder, Armut und Autoritätsgläubigkeit. Die Mädchen hüteten Kühe und Kinder, stachen Äcker um und ernteten Erbsen. Als junge Frauen nähten sie Schürzen. Den Verdienst gaben sie zu Hause ab, eine Lehre lag nicht drin. Das gemeinsame Nähen im 'Büdeli' hat die Kriessnerinnen verbunden. Sie nannten sich 'Kriemlera' – nach ihrer Chefin Alice Kriemler-Schoch, die ihrerseits von den Kriessner 'Mädchen' sprach. Auch sie war auf einem kinderreichen Bauernhof aufgewachsen und hatte als Schürzennäherin begonnen.

      Schürzennäherinnen