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Margarete Akoluth

    Unordnung und spätes Leid
    Behandlungsberichte und Therapiegeschichten
    • Behandlungsberichte und Therapiegeschichten

      Wie Therapeuten und Patienten über Psychotherapie schreiben

      Seit jeher in der Geschichte der Psychoanalyse und Psychotherapie sind Fallberichte für die Entwicklung der Theorie und therapeutischen Technik von zentraler Bedeutung, angefangen bei Sigmund Freuds berühmten literarischen Texten und fortgeführt in Transkripten tonbandprotokollierter Aufzeichnungen einzelner Sitzungen und vollständiger Therapieverläufe. Auch Patienten beschreiben ihre Therapien und nehmen kritisch oder zustimmend Stellung zu dem, was sie in ihrer Therapie erlebt haben und wie ihnen die Behandlung geholfen oder geschadet hat. Erst über die Polarität beider Perspektiven lassen sich Authentizität und Wahrheit therapeutischer Prozesse erfassen. Mit Beiträgen von Margarete Akoluth, Gebhardt Allert, Stephen B. Bernstein, Marie Brentano, Esther Grundmann, Horst Kächele, Lisbeth Klöß-Rotmann, Robert Michels, Friedemann Pfäfflin, Sydney Pulver, Philipp Rubovits-Seitz, Timo Storck, Ulrich Stuhr, Imre Szecsody, David Tuckett, Annakatrin Voigtländer, Kathrin Weber und Arnold Wilson

      Behandlungsberichte und Therapiegeschichten2009
    • Unordnung und spätes Leid

      • 186 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Diesen Bericht über eine schmerzhaft gescheiterte Psychoanalyse von fast elfjähriger Dauer kennzeichnen erschütternde Klage, beißende Rache, grübelndes Verstehenwollen und eine brennende Hoffnung auf Versöhnung. Er ist überdies auch die Geschichte einer Liebe, die keine Lust, kein Fest, keine Himmelsmacht war. Sie erzählt statt dessen von einer Unentrinnbarkeit, einem Verhängnis, einem Untergang. Um das Gefangensein in dieser ungeheueren Liebe geht es. Nicht die Schuld, sondern die Verstrickung in das Leben des anderen ist das Thema dieses Buches. Die beschriebene, immer tiefer werdende Verklammerung führt in eine Choreographie von Missverständnissen, die von zarten Gefühlen und der brutalen Nüchternheit in den kalten Deutungen zugleich lebt. Der Analytiker hatte den Erfolg der Therapie gewollt, aber ehe er es sich versah, kam etwas anderes ins Spiel: Zerstörung. Er glich jenem Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr bändigen konnte. Diese Beschreibung einer der „scheinbar gewaltlosen Beziehungsformen, die schwer zu durchschauen und gerade deshalb so wirkungsvoll sind“ (Joachim Küchenhoff), wirft schließlich das Problem einer Ethik der Trennung in verfahrenen Therapien auf. Wie notwendig die empathische und wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas ist, eröffnet dieses Buch.

      Unordnung und spätes Leid2004