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Walter Bockmayer

    Zieht die Mauer Wieder hoch
    Flammende Herzen
    • Flammende Herzen

      • 360 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Bockmayer, Kultregisseur, bekennender Schwuler und Freund von R. W. Fassbinder, plaudert aus dem Nähkästchen. Filmfreak? Faßssbinder-Fan? Neugierig auf Neuigkeiten aus der Szene? Dann sollte man Walter Bockmayers Buch, das übrigens denselben Titel trägt wie sein Film ›Flammende Herzen‹ aus dem Jahr 1977 (ausgezeichnet mit dem Bundesfilmpreis), unbedingt gelesen haben. Diese Autobiographie des bekennenden Schwulen und Kölner Orginals »Wally« erzählt mit der eigenen Geschichte ein halbes Jahrhundert: von der Nachkriegskindheit auf dem Dorf, von der Entdeckung des Andersseins und der ersten Liebe, vom Erwachsenwerden und dem Einstieg in ein Künstlerleben, das aufregender kaum sein konnte. Film und Theater und die Gastronomie bestimmten seit Beginn der 70er Jahre seine Welt, die sich ganz eng mit der Rainer Werner Fassbinders verbindet. Noch nie gab es so offene Einblicke in die »Familie« des Kultfilmers, der seinerseits Bockmayers Filme bewunderte. Nichts wird ausgeblendet an Exzessen, unverblümt werden Einblicke in die Schwulen-Szene in New York, Paris, in Köln und München oder Frankfurt a. Main gegeben, werden die Bedingungen offengelegt, unter denen Kultfilme entstanden. Eine Welt wird sichtbar, die den Normalbürger zunächst vielleicht schockiert, aber auch erheitert und verständnisvoller macht.

      Flammende Herzen
    • Zieht die Mauer Wieder hoch

      • 146 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Eine wild-absurde und aberwitzige tour de force ist das Leben der Heidi Prumm, Vorzeige-Sozialistin im Arbeiter- und Bauernstaat DDR und ergebene Dienerin der Staatsmutter Margott Honegger. Heidi Prumm ist eine sehr starke Figur mit einem ungemeinen Lebenswillen. Mit ihrer unorthodoxen Sicht auf die Welt wirkt sie schrill. Einerseits ist sie eine Verfechterin der Gleichheit aller im Einheitsstaat, andererseits birst sie vor Individualität. Genau zwischen diesen beiden Polen spürt man auch ihre Aufgeriebenheit, besonders wenn es um Sexualität und Liebe geht. Sie ist ein Vollweib. So ist die „Nebenhandlung“ ihrer Geschichte, ihre große Liebe zu einem türkischen Macho, zwischen verkitschter Romantik und spannendem Thriller angesiedelt. Heidi braucht die Extreme in ihrem Leben. Sie schafft es, einen „Ausbildungsplatz“ als Spionin bei der Stasi zu ergattern. Hauptlernziel ist dabei das Verinnerlichen einer neuen Identität, um später als Spionin in die BRD eingeschleust zu werden. Heidi durchläuft tapfer diese harte Stasi-Schule und wird tatsächlich in den ’goldenen Westen’ importiert, der ihr aber so gar nicht imponiert. Nach desaströsen Zwischenschauplätzen kommt der Wendepunkt in ihrem Leben. Zu Zeiten des kalten Krieges steht ein Staatsbesuch der Honeggers beim Klassenfeind in Bonn an. Mit List verschafft sich Heidi Eingang zum Auswärtigen Amt. Sie flüchtet auf die Damentoilette. Der Zufall will es, dass Margott Honegger die Kabine direkt neben Heidi aufsucht und beim Stuhlgang die DDR-Nationalhymne zu singen beginnt. Heidi ist überwältigt und stimmt mit ein. Beide liegen sich in den Armen, Margott spürt eine innere Verbundenheit zu Heidi und nimmt sie als Vertraute zu sich. Gemeinsam reist man nach Wandlitz. Heidi ist zurück in ihrer Heimat, ihrer geliebten DDR und lebt glamourös im Tross der Honeggers. Kurz vor dem Mauerfall lädt Margott zu einem ihrer rauschenden Feste ein. Viele internationale Freunde kommen, das ganze pervertierte Ausmaß der weltweiten Machthaber zeigt sich beim ausgelassenen Fest. Die Zustände sind vergleichbar mit den Orgien, die zum Untergang Roms führten. Erisch Honegger ist eh nicht mehr zurechnungsfähig, da er über die Jahre völlig infantil geworden ist. Er tänzelt im Schulmädchenkostüm durch die Gegend. Margott ist diejenige, die die Zügel in der Hand hält und schon immer gehalten hat. Aber die Mauer fällt und es gilt zu fliehen. Heidi empfindet es als Flucht vor dem eigenen Volk. In ihrem DDR-sozialistischen Weltbild aufs Tiefste erschüttert entfährt ihr der titelgebende Urschrei „Zieht die Mauer wieder hoch“!

      Zieht die Mauer Wieder hoch