Die unbekannten Erzählungen Hermann Kants – mit seinem letzten, bislang unveröffentlichten Interview. Als Hermann Kant 2011 schwer erkrankte, bereitete ihn sein Arzt auf eine lange Therapie vor. Er riet ihm, sich seine Computer ins Krankenhaus bringen zu lassen. »In diesen sieben Wochen habe ich versucht, jeden Tag ein bisschen zu schreiben. Ich bin gerade mal zur Hälfte des Textes gekommen, aber der Arzt hatte den klugen Blick dafür, wie mir zu helfen war«, sagte Kant hinterher. Es wurde seine letzte literarische Arbeit. Die Herausgeberin Irmtraud Gutschke hat sie zusammen mit jenen Erzählungen, die bislang nur in Zeitschriften erschienen und daher zu Unrecht übersehen wurden, zu einer literarischen Zeit- und Lebensreise zusammengestellt. Den Abschluss bildet das letzte, bislang unveröffentlichte Interview, das Hermann Kant im Winter 2014 gab. »Literatur, das ist ein anderes Wort für Ausweg.« Hermann Kant.
Hermann Kant Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Dieser Autor befasst sich mit tiefgreifenden philosophischen Fragen und erforscht die Natur von Wissen, Moral und menschlicher Existenz. Seine Schriften sind bekannt für ihre Strenge und analytische Präzision. Leser werden seine Fähigkeit schätzen, komplexe Konzepte systematisch zu sezieren und neue Perspektiven auf beständige Probleme zu bieten. Seine Arbeit fordert konventionelles Denken heraus und lädt zur tiefen Kontemplation ein.







Ein strenges Spiel
- 63 Seiten
- 3 Lesestunden
Durch die Fragilität seines Körpers in die Enge getrieben, schrieb Hermann Kant seine letzte Erzählung. Mattigkeit, wirres Geschehen fieberhafter Träume, Grenzerfahrung zingelten ihn ein. Er brauchte dringend einen Ebenenwechsel. Anders würde er da nicht durchkommen. Trickreich münzt er die Geschichte, in der er steckt, zum Stoff einer Erzählung um. Dieses Verfahren hat sich in seinem Leben schon manches Mal bewährt. Kant zieht die Summe. Alles in allem und allenthalben erweist sich die Bewältigung des Lebens als 'Ein strenges Spiel'. Doch es wäre kein Text von Kant, käme er nicht schwerelos daher. Mein letztes Buch, sagt der Autor. Wir hoffen, er irrt sich. Das bibliophile Büchlein, illustriert mit 5 Federzeichnungen von Joachim John, hat Lothar Reher gestaltet. Beide Künstler sind Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
Nicht ohne Utopie
- 638 Seiten
- 23 Lesestunden
Die urkomische Geschichte "Der dritte Nagel", unlängst auch mit grossem Erfolg in Frankreich erschienen, erzählt von einem Mann, der vom besten Brötchenbäcker der Stadt versorgt werden will. Gerade vertrackte Alltagssituationen verführen Kant zu nichtalltäglicher Spottlust und Sprachartistik. Da ist die alte Halsabschneiderin Frau Persokeit, die die Leute allein dadurch das Fürchten lehrt, dass sie sie grüssen lässt. Oder Herr Farssmann, ein Buchhalter wie du und ich. Ironie, Satire und tiefere Bedeutung - in Kants Erzählungen gehen sie besonders erstaunliche, stets vergnügliche und verblüffende Allianzen ein. Was Wunder, dass ihm die Geschichten nicht ausgehen und hier nicht nur neu zu entdeckende, sondern auch neue veröffentlicht werden. Hermann Kant wurde 1926 in Hamburg geboren. Er machte eine Lehre zum Elektriker. Im Zweiten Weltkreig war er Soldat, befand sich von 1945-49 in polnischer Kriegsgefangenschaft. Der Mitbegründer des Antifa-Komitees war im Arbeitslager Warschau und Lehrer an der Antifa-Zentralschule. Ab 1949 besuchte er die Arbeiter- und Bauern-Fakultät Greifswald und studierte von 1952 bis 1956 Germanistik in Berlin. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent und Redakteur. Er lebt seit 1962 als freier Schriftsteller in Berlin. Von 1978 bis 1989 war er Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR.
Kennung. Roman
- 250 Seiten
- 9 Lesestunden
Hermann Kants Roman thematisiert die grotesken Machtspiele und die Ambivalenz zwischen Machthabern und Künstlern in der jungen DDR. Linus Cord, ein aufstrebender Kritiker, wird mit einem ungebetenen Besucher konfrontiert, der ihn in ein gefährliches Machtspiel verwickelt, das sein Leben nachhaltig verändern wird.
Voller Zeitkolorit und Witz An einem verregneten Oktobertag sitzt einer, der es nicht nötig hätte, im Schlafsack auf einem Hamburger Boulevard. „Es ist Kunst!“ erklärt er die Aktion den Vorübergehenden. Gerade aus dieser ungewöhnlichen Position gewinnt der Mann, der sich vorkommt wie in einem Kinostück, überraschende, amüsante und geistvolle Einsichten über zeitgenössische Befindlichkeiten. „Großes Kino: Unser Mann in Hamburg.“ Die Zeit „Ein Netzwerk feinster Spracharbeit …“ Fritz Rudolf Fries, ND
Aufhör'n!
- 199 Seiten
- 7 Lesestunden
Der Protagonist, der in polnischer Gefangenschaft die Gräueltaten der Nazis erlebte, reflektiert über seine „polnische Abteilung“ des Lebens. Eine denkwürdige Episode ist Stalins Einladung in den Kreml, wo er als „Ideengefäß“ fungierte und auf einer Okarina spielte. Diese mystische Begegnung mit Norma-Marilyn prägt sein Leben und führt zu zahlreichen Liebesgeschichten. Er beginnt als Lehrer an einer Parteischule, wird Setzer und Drucker und schließlich Redakteur der Zeitschrift OKARINA. Der Erzähler genießt die angenehmen Momente seines Lebens und thematisiert Liebe, Klassenkampf und persönliche Anekdoten, angereichert mit Wortwitz und Anspielungen. Gleichzeitig reflektiert er über Sturheit, Dogmatismus und die Aktivitäten verschiedener Geheimdienste, was zu einer zunehmenden „Vereisung“ führt. Der Roman bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR. Kritiker loben das Werk als „voller erfrischender polemischer Verve“ und als „Zeitdokument von hohem Wert“. Der Autor, bekannt für seine sprachliche Virtuosität, lässt die turbulenten Jahre der DDR Revue passieren. In dieser teils wehmütigen, aber stets unterhaltsamen Erzählung vermischen sich Erlebtes und Erdachtes, was den Leser einlädt, selbst zu enträtseln.
Die Summe. Eine Begebenheit
- 186 Seiten
- 7 Lesestunden
Der Autor erzählt humorvoll und ironisch von seiner Kindheit in einem Hamburger Arbeiterviertel und den Erlebnissen eines Elektrikers auf dem Land. In den Geschichten aus den frühen fünfziger Jahren zeigt er sich als warmherziger Erzähler und exakter Beobachter, was die Leser anregt, seine Wortgewandtheit zu schätzen.
Escape
- 236 Seiten
- 9 Lesestunden
Ein Computer animiert den einst gefeierten DDR-Autor zum Spiel mit Texten, Wörtern und mit Namen ihm bekannter Literaten und Politiker, gleichzeitig zum Versuch einer amüsanten Hinterfragung der eigenen Biografie
Der Palast muss weg, weg, weg!
- 95 Seiten
- 4 Lesestunden
Kormoran
- 270 Seiten
- 10 Lesestunden
German
Abspann
- 542 Seiten
- 19 Lesestunden
Hermann Kant, 1926 in Hamburg geboren, war von 1978 bis 1989 Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR. Der einst prominente und gefeierte Autor ist heute - im vereinten Deutschland - umstritten. Seine Erinnerungen, mit deren Niederschrift er im Februar 1989 begann, bieten brisanten Lesestoff.
Die Summe
- 174 Seiten
- 7 Lesestunden
Herrn Farssmanns Erzählungen
- 188 Seiten
- 7 Lesestunden
Bronzezeit
- 190 Seiten
- 7 Lesestunden
Pět povídek vypráví příběhy všedního dne: „Paní Persokeitová nechá pozdravovat“ o svérázném zaplacení dluhu; „Prázdeň“ o člověku, který neustále přemýšlí, jak to navléci, aby se stal slavným; „Třetí hřebík“ o touze po nedostatkovém zboží; „Slečna Elvíra“ o člověku, který se snaží svést svou chybu na někoho jiného; a „Rozhodující zvraty“ o touze po úspěšném sexuálním životě. Všechny povídky jsou napsány s jemným humorem.
Der dritte Nagel
- 123 Seiten
- 5 Lesestunden
Román opisujúci trápenie neprávom obvineného zajatého nemeckého vojaka.
V románe Tiráž (1972) zachytáva na osudoch hlavného hrdinu prevratné zmeny vo svojej vlasti. David Groth stojí pred dilemou a robí životnú bilanciu. Má sa stať ministrom. Prečo práve on? Spytuje sa v úvode knihy. Má na to morálne právo? Osud Davida Grotha spoznávame v mozaikových epizódach —detstvo v Ratzeburgu, nástup fašizmu, roky učenia u puškárskeho majstra v Berlíne, vojenská služba. Po vojne sledujeme jeho vzostup a kariéru v časopise Neue Berliner Rundschau — od poslíčka až po šéfredaktora, je to rušný život, plný bojov, príbeh človeka, ktorý postupne nachádza sebarealizáciu, ktorý bojuje proti rutine, proti krivdám, obhajuje pravdu a spravodlivosť. Davidove osobné zážitky, vzťahy k priateľom a ženám vyvolávajú na scénu celý rad ďalších postáv, ktoré robia z románu Tiráž mnohovrstevné a čitateľsky príťažlivé dielo. Živý, takmer hovorový jazyk dáva románu pečať autenticity, irónia a satira dodávajú príbehu plnokrvnosť.
Schuld und Unschuld in Zeiten des Krieges Im Herbst 1945 glaubt eine Polin unter Kriegsgefangenen den SS-Mann zu erkennen, der ihre Tochter erschossen hat. Der 19jährige wird in ein Gefängnis gebracht und immer wieder verhört, ohne daß er versteht warum. Hermann Kant schildert nuanciert das widerwillige Umdenken des Soldaten, der zwar an der Ermordung der Polin unschuldig ist, sich aber zögernd seine Mitschuld am »Verbrechen« Krieg eingestehen muß. »Ein Buch ganz und gar unpathetischer Menschlichkeit.« NDR-Bücherjournal
German
„Ich will aber nicht Minister werden.“ David Groth hat allen Grund, stolz auf den Aufstieg vom Laufburschen zum Chefredakteur zu sein. Aber wieso sollte einer wie er Minister werden? Plötzlich fällt ihm vieles ein: seine Einblicke in die Kunst des Überlebens während des Krieges, eine maßlose Wette und die Chancen, die ihm der junge Staat bot. Erzählt „Die Aula“ vom Aufbruch einer Generation in der frühen DDR, wird im „Impressum“ eine ebenso bemerkenswerte und vergnügliche erste Bilanz gezogen.
Die Aula
- 316 Seiten
- 12 Lesestunden
Als „großen epischen Spaß“ haben Leser und Kritik „Die Aula“ gefeiert. Robert Iswall, der plötzlich eine Abschiedsrede halten soll, weil die Arbeiter- und Bauernfakultät geschlossen wird, kramt in Erinnerungen. Hinter den Anekdoten aus der Studentenzeit in den fünfziger Jahren machen sich bald beunruhigende Fragen bemerkbar. Unversehens werden seine persönlichen Reminiszenzen zur Geschichte einer ganzen Generation, die kritisch zurückblicken muß, wenn sie weiterkommen will. Der Humor und die Ironie, mit denen die „Lebenserinnerungen eines jungen Mannes“ erzählt werden, haben den Roman zu seinem großen anhaltenden Erfolg geführt. Hermann Kants Roman „Die Aula“, in 15 Sprachen übersetzt, zählt zu den Klassikern der DDR-Literatur und gehört zu den Büchern, die man kennen muß: Ein „Geschichts- und Geschichtenbuch“ über die Anfänge des anderen deutschen Staates, ohne die man sein Ende nicht zu verstehen vermag.





























