Als die westdeutsche Wirtschaft nach dem Krieg ihre wirtschaftswundersame Fahrt aufnahm, da standen an ihren Schalthebeln nicht etwa aus dem Nichts aufgetauchte Zauberer, sondern im Gegenteil gestandene Wirtschaftslenker, die schon vor (und während) der Zeit der Naziherrschaft aktiv gewesen waren. Die meisten dieser Männer leben heute nicht mehr. Und bis auf wenige Ausnahmen (wie Hermann Josef Abs, Friedrich Flick oder Josef Neckermann) haben wir die die Namen dieser Wundertäter längst vergessen, die, wie es in der Einleitung heißt, immerhin "ein staunenswertes Stück Zeitgeschichte mitgeschrieben haben". Nina Grunenberg erzählt ihre Geschichte im Rahmen einer äußerst lesenswerten Rekonstruktion der "Netzwerke der deutschen Wirtschaft 1942-1966". In sieben Kapiteln lässt die Autorin die Zeit des wirtschaftlichen Nachkriegsaufschwungs Revue passieren und verdeutlicht dabei, dass das eigentlich Wundersame an der unerwartet schnellen Genesung des in jeder Hinsicht völlig zerstörten Landes nicht die Rasanz des wirtschaftlichen Aufschwung war, sondern dass "mit einer politisch so diskreditierten Mannschaft in völlig verfahrener Lage eine florierende Wirtschaft und ein prosperierender Staat aufgebaut werden konnte, mit einem Staatsvolk, das die ihm von den westlichen Siegern eingeräumte Chance zur Demokratisierung dankbar nutzte".
Nina Grunenberg Bücher




Die Chefs
- 167 Seiten
- 6 Lesestunden
Vier Tage mit dem Bundeskanzler
- 97 Seiten
- 4 Lesestunden
Reise ins andere Deutschland
- 272 Seiten
- 10 Lesestunden
Theo Sommer, geboren 1930 in Konstanz, war Journalist und Schriftsteller. Ab 1958 war er politischer Redakteur bei der Wochenzeitung «Die Zeit», deren Chefredakteur er von 1973 bis 1992 war. Von 1992 bis 2000 fungierte er als Herausgeber und bis 2014 als Editor at Large. Er lebte in Hamburg bis zu seinem Tod am 22. August 2022. Helmut Schmidt, 1918 in Hamburg geboren, trat 1946 in die SPD ein und war von 1968 bis 1984 stellvertretender Bundesvorsitzender. 1953 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestags und hatte verschiedene Ministerposten inne, darunter Innensenator in Hamburg und Bundeskanzler von 1974 bis 1982. Ab 1983 war er Herausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Er starb im November 2015 in Hamburg. Gerhard Spörl, geboren 1950, studierte Germanistik in Heidelberg und Mainz. 1980 wurde er politischer Redakteur der «Zeit» und arbeitete von 1990 bis 2015 für den «Spiegel», wo er verschiedene leitende Positionen innehatte. Er verantwortete die Serie «Die Gegenwart der Vergangenheit» und veröffentlichte mehrere Bücher. Marion Gräfin Dönhoff (1909-2002) flüchtete 1944 aus Ostpreußen und begann 1946 ihre journalistische Laufbahn. Sie war Chefredakteurin und Herausgeberin der ZEIT und erhielt den Friedenspreis des deutschen Buchhandels sowie weitere Auszeichnungen.