Rumänien 1989: Die Hitze ist drückend, das Getreide steht hoch, sonst würde man bis zur Grenze sehen können. Der Gedanke an Flucht liegt verlockend und quälend nahe, noch weiß niemand, was kommt und was in ein paar Monaten Geschichte sein wird. In einem Dorf im Banat, weit weg von Bukarest, dem Machtzentrum des Ceausescu-Regimes, erlebt Anna einen Spätsommer von dramatischer und doch stiller Intensität. Sie ist hin- und hergerissen, nicht zuletzt zwischen Hans, ihrem Geliebten, und Misch, dem gemeinsamen Freund. Bei wem will sie bleiben? Mit wem will sie gehen? Und ist Hans tatsächlich ein Spitzel, wie Misch vermutet? Mit diesen Fragen bewegt sich Anna plötzlich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Treue und Verrat. Atmosphärisch dicht und schnörkellos erzählt Nadine Schneider von den persönlichen Verstrickungen in einer Zeit vor dem politischen Umsturz. Und davon, was es braucht, um zu bleiben - oder was es bedeutet, sein Land zu verlassen, für sich und die, die man zurücklässt.
Nadine Schneider Bücher






Wohin ich immer gehe
Roman
Inzwischen hat Johannes ein neues Leben: eine eigene Wohnung, einen Job und Giulia, eine Kollegin, deren Familie ihm die seine ersetzt. Nur was aus David geworden ist, weiß er nicht. Dabei wollten die beiden doch gemeinsam gehen, und gehen heißt: ihr Land verlassen, aus Ceau? escus Rumänien fliehen, ihren Familien den Rücken kehren. Um die Donau durchschwimmen zu können, haben sie beide einen drückend heißen Sommer lang trainiert, und was dabei zwischen ihnen vorgefallen ist, ist ein weiteres Geheimnis, das sie teilen. Doch irgendwann war David verschwunden, und Johannes ist ohne ihn gegangen, um neu anzufangen. Bis ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters erreicht und ihn zur Rückkehr zwingt. Die Gelegenheit, sich endgültig zu verabschieden, wird für Johannes zugleich eine Chance, noch einmal nach David zu suchen. Mit großer Ruhe, eindringlich und berührend, dabei klar und souverän erzählt Nadine Schneider von den kleinen Erschütterungen der großen Geschichte und den feinen Rissen, die sie in den Biografien von Menschen hinterlässt. Menschen, die auf unsicherem Grund stehen, weil ihre Geschichte an Orte zurückreicht, wo die Vergangenheit noch nicht vorbei ist.
Spukhäuser
- 58 Seiten
- 3 Lesestunden
Der Mensch war schon immer von der Existenz von Geistern überzeugt, die in allen Kulturen als alltägliches Phänomen gelten. Geister sind ein fester Bestandteil des Volksglaubens. In den letzten zweihundert Jahren hat dieser Glaube in der westlichen, wissenschaftlich geprägten Welt jedoch an Bedeutung verloren. Die Flut an Informationen durch moderne Medien führt dazu, dass wir uns weniger mit den Themen beschäftigen, die unsere Vorfahren seit Jahrtausenden beschäftigt haben. Spukhäuser und Orte, an denen es spukt, waren in der Vergangenheit in fast jedem Ort zu finden. Heute sind solche Geschichten oft vergessen oder nur noch in alten Legenden präsent. Dennoch gibt es nach wie vor viele Orte, an denen scheinbar übernatürliche Ereignisse stattfinden, die wir meist nur als Kuriositäten wahrnehmen. Sind Geister und Spukorte wirklich nur Produkte unserer Fantasie? Dieses Handbuch bietet eine Einführung in die Thematik von Spukhäusern und vermittelt grundlegendes Hintergrundwissen. Es dient als Ratgeber für angehende Geisterjäger und interessierte Leser, die mehr über diese faszinierenden Themen erfahren möchten.
Gott, die Götter und die Welt
- 86 Seiten
- 4 Lesestunden
Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens. Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst? Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist. »Dieser Sprache gelingt etwas: atemlos und gleichzeitig voller Ruhe zu erzählen.« Zsuzsa Bánk