In seinem hochgelobten Roman ›Kommt ein Pferd in die Bar‹ zündet der preisgekrönte israelische Autor David Grossman ein sprachliches Feuerwerk, das an die Substanz geht.An einem heißen Augustabend stolpert der Comedian Dovele auf die Bühne einer Kleinstadt, reißt billige Witze, beleidigt, frotzelt und erzählt dann die irrsinnig komische Geschichte über die erste Beerdigung seines Lebens – damals, als man ihm während der stundenlangen Fahrt zum Friedhof nicht sagte, wer von seinen Eltern gestorben war. Den Zuschauern vergeht das Lachen, der Abend gerät zur Generalabrechnung – mit Dovele selbst, dem Publikum, einer zutiefst beschädigten Gesellschaft. Bis der Vorhang fällt.
Mariana Fisher Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)




Unter Freunden
- 215 Seiten
- 8 Lesestunden
In seinem neuen Erzählungsband knüpft Amos Oz an seine großen Erfolge an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück, zu der Zeit, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre. Die acht Erzählungen spielen im fiktiven Kibbuz Ikat und zeichnen prägnante und feinfühlige Porträts von Frauen und Männern, die ihren ganz eigenen Träumen und ihrem eigenen Schmerz nachhängen, immer im Schatten des großen Traums vom Kollektiv. Da ist Zvi, der pessimistische Gärtner, der alle im Kibbuz mit aktuellen Katastrophenmeldungen versorgt; David, der Lehrer, der die Frauen liebt; Nina, eine eigensinnige junge Frau, die es keine Nacht mehr mit ihrem Mann aushält; und Martin, ein Schuster, der den Holocaust überlebt hat. Oz tastet sich behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.
Judas
Roman
Im Winter 1959 kommt der junge Schmuel Asch nach Jerusalem, um seine Magisterarbeit zu schreiben. Allein und ohne finanzielle Unterstützung, braucht er dringend eine Nebenbeschäftigung. Eine Anzeige führt ihn ins Haus eines eigentümlichen alten Mannes namens Wald; nachts liest er ihm vor und unterhält sich mit ihm – über die Ideale des Zionismus, über die jüdisch-arabischen Konflikte. Und dort trifft er auf die geheimnisvolle Atalja Abrabanel, deren verstorbener Vater einer der maßgeblichen Anführer der zionistischen Bewegung war. Sogleich ist Schmuel gefesselt von der Schönheit und Unnahbarkeit dieser Frau. Nach und nach gelingt es Schmuel, ihr Geheimnis zu enthüllen – und damit auch das des alten Wald. Amos Oz hat einen Liebesroman geschrieben und zugleich ein Buch über das geteilte Jerusalem vor dem Sechs-Tage-Krieg, eine Geschichte seines Landes mit all seinen Konflikten, seinen Hoffnungen und seiner Verzweiflung.
Juden und die Worte
- 285 Seiten
- 10 Lesestunden
Juden und Worte bilden eine enge Verbindung. Amos Oz und seine Tochter Fania Oz-Salzberger, Historikerin, erkunden jüdische Wortwelten, deren Bedeutungen, Auslegungen und Wandlungen sowie die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets. Kontinuität im Judentum war stets an das mündlich und schriftlich geäußerte Wort gebunden, an ein komplexes Geflecht von Interpretationen und Debatten. In Synagogen, Schulen und vor allem zu Hause umspannte es mehrere Generationen. Texte verbinden Juden miteinander, und es wird deutlich, wie Abraham, Sara, Rabban Gamiel, Glückel von Hameln und zeitgenössische Autoren demselben Stammbaum angehören. Vater und Tochter zeigen anhand von Themen wie Kontinuität, Frauen, Zeitlosigkeit und Individualität die Verbindung von Juden und Wörtern, von der anonymen Verfasserin des Hohenliedes bis zu Talmudisten, Gelehrten und Künstlern. Sie verdeutlichen, dass jüdische Tradition und Einzigartigkeit nicht von zentralen Orten oder Ritualen abhängen, sondern von geschriebenen Worten und den Debatten zwischen den Generationen. Gelehrt, behände und humorvoll bietet das Buch einen einzigartigen Streifzug durch die jüdische Geschichte und Kultur und lädt die Leser zu Gesprächen, Fragen und Entdeckungen ein.