Der Autor: Ivo Kranzfelder wurde 1958 in Augsburg geboren, studierte Kunstgeschichte und Geschichte in München und schrieb seine Dissertation über die Verbindung zwischen Surrealismus und zeitgenössischer Modefotografie. Seit 1986 hat er zahlreiche Artikel in Kunstzeitschriften sowie Katalogessays über moderne und zeitgenössische Kunst und Fotografie veröffentlicht. 1993 brachte TASCHEN sein Buch über George Grosz heraus. Seit diesem Jahr lehrt er an der Universität München, wo er als freier Autor lebt.
Edward Hopper (1882 - 1967) gilt als erster bedeutender amerikanischer Maler in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Frau Josephine lebte er in einem still gelegenen Landhaus und brachte die Einsamkeit der Stadtmenschen auf die Leinwand. Nighthawks, sein vielleicht berühmteste Bild, das er 1942 malte, zeigt ein wortlos nebeneinander sitzendes Paar im harten Neonlicht eines Nachtrestaurants. Auf vielen Werken Hoppers sind Straßenzüge, Dächer oder verlassene Häuser zu sehen – alle in unwirkliches Licht getaucht, das die melancholische Stimmung der Szenen unterstreicht. Typisch für Hoppers Arbeiten sind die einzigartigen Farbzusammenstellungen und die klaren Konturen, mit denen sich die Figuren von ihrer Umgebung abheben. Seine präzise Beobachtung des modernen Menschen in seiner natürlichen und künstlichen Umwelt verleiht vielen Bildern eine gespentische Unruhe. Auf House by the Railroad lässt das harte Spiel von Licht und Schatten ein verlassenes Gebäude fast bedrohlich wirken. Andererseits verströmen Hoppers Darstellungen von Felslandschaften in warmen Brauntönen oder von Küstenregionen eine ungewöhnliche Ruhe – hier zeigt er eine andere, optimistischere Seite seines Charakters.
This volume presents a survey of the painting of American artist Edward Hopper (1882-1967). While most popularly known for his oil paintings, he was equally proficient as a watercolorist and printmaker in etching. In both his urban and rural scenes, his spare and finely calculated renderings reflected his personal vision of modern American life, depicting the loneliness of big-city people in canvas after canvas. Many of Hopper's pictures represent views of streets and roads, rooftops, abandoned houses, depicted in brilliant light that strangely belies the melancholy mood of the scenes. Hopper's paintings are marked by striking juxta-positions of color, and by the clear contours with which the figures are demarcated from their surroundings. His extremely precise focus on the theme of modern men and women in natural and man-made environments sometimes lends his pictures a mood of eerie disquiet.