Rheinblick. Gedichte aus Neues Rheinland
- 121 Seiten
- 5 Lesestunden






In „Himmel über Rösrath“ präsentiert der Lyriker Matthias Buth seine Gedanken in Form literarischer Essays. Inspiriert von Montaigne, erkundet er Themen wie Literatur, Zeitgeschichte, Reisen und persönliche Begegnungen, die in Rösrath ihren Höhepunkt erreichen.
Neue, aktuelle Gedichte des Nikolaus Lenau-Preisträgers Matthias Buth: Sie erneuern und variieren einen gereiften Ton und eröffnen eine weite Palette an Themen, Motiven, Inhalten, Formen. Buths Gedichte reflektieren die Weltenlagen ebenso wie sie im Unscheinbaren des Alltags oder in der Emotionalität der Musik oder in der Weite des Sprachenkosmos ihren Formdrang und ihre Aussagekraft erproben. Die grundstürzenden Krisen der Zeit wie das im Vers des Buchtitels angesprochene Zerstörerische des kriegerischen Überfalls auf die Ukraine finden einen dichterischen Niederschlag, in dem das Lyrische als Erkenntnisinstrument der Aktualität erkennbar wird. Ob die Würdigung einer im Holocaust verfolgten Sintiza oder elegische Erinnerungen an die Kindheit in Wuppertal, die Evokation von subtilen Naturempfindungen oder Todesahnungen bei einer Fahrt auf der Autobahn: In dieser unverwechselbaren Dichtung spiegelt sich eine facettenreiche Aktualität in Splittern der sprachlich ingeniösen Wahrnehmung eines weltoffenen Dichters.
Matthias Buth steht in der langen Tradition der Dichterjuristen und ist als Dichter auch Anwalt der Poesie. Ausdrücklich aber erklärt er sich in seinen Essays. Historisches Wissen und politische Erfahrungen grundieren seine Texte. Gott und der Region zugewandt, schreibt er gegen die Instrumentalisierung von Geschichte an, gegen die Anmaßungen der Politiker und das braune Erbe der Kirche. Seine literarischen Portraits und Werkbetrachtungen sprühen vor Kenntnissen und Erkenntnissen. Sie sind getragen durch die Suche nach dem, was uns als Deutsche kulturgeschichtlich trägt. Diese klugen Essays, die Buth für das Online-Magazin Faust-Kultur verfasste, eröffnen neue Zugänge zur Kultur und Geschichte. – Die Verfassung der Dichter ist der Vers, der die Freiheit des Wortes verteidigt.
Matthias Buths lyrische Sprache verfügt über verschiedene Register, um die Komplexität des Lebens darzustellen, sie ist jederzeit auf das Wesentliche reduziert und kennt keine Geschwätzigkeit, denn sie nimmt sich ihren Beobachtungen mit existenziellem Ernst an. Die subtile Binnenspannung in seinen Gedichten entsteht durch einen nüchternen, essay- und kommentarnahen Zugriff auf der einen Seite und die geradezu verschwenderisch ausgestreute Metaphorik auf der anderen Seite. Dabei werden alle Sinne zugleich angesprochen, denn immer wieder finden sich synästhetische Wahrnehmungen. Zur sprachlichen Präzision kommt in Buths Gedichten noch eine Dimension: Er gibt dem Sprachfluss einen Rhythmus, der sich als musikalisch verstehen lässt. (Jürgen Brocan) –
Die Politik fragt nur in Wahlkämpfen danach, was uns als Staat und Nation zusammenhält. Matthias Buth untersucht zentrale Fragen zu Identität und Gemeinschaft, wie die Bedeutung von Sprache und Recht, die uns verbinden. Er reflektiert über historische und kulturelle Aspekte Deutschlands, von den Grenzöffnungen 1989 und 2015 bis hin zu den Einflüssen großer Dichter wie Schiller, Goethe und Heine. Buth, der bis November 2016 im Kanzleramt tätig war und nun als Rechtsanwalt arbeitet, bringt seine Erfahrungen in die Diskussion ein. Er betont, dass individuelle und kollektive Identität ständig im Wandel ist und nie vollständig erreicht werden kann. In seinen Feuilletons thematisiert er die Gegenwärtigkeit der Geschichte und plädiert für ein Deutschland, das sich seiner kulturellen Wurzeln bewusst ist. Er sieht das Grundgesetz als verbindendes Element, das uns alle in die Verantwortung für Recht und Gerechtigkeit einbindet. Buth wird für seinen Mut und seine sprachliche Brillanz gelobt, während er die Bedeutung von Kunst und Geschichte für die nationale Identität hervorhebt. Sein Werk ist ein Aufruf zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und zur Wertschätzung der kulturellen Vielfalt, die Deutschland prägt.