„Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ ist seit 36 Jahre überfällig, denn in der Aufarbeitung der Punk-Geschichte der DDR sind die Frauen der DDR-Punkszene unterrepräsentiert, obwohl sie existent und sichtbar waren, obwohl sie genauso aktiv und denselben Repressionen ausgesetzt waren und denselben Widerstand leisteten wie ihre männlichen Wegbegleiter. Das wird sich mit diesem Buch ändern. In Interviews, Tagebuchauszügen und eigenen Beiträgen berichten 23 Frauen, u. a. Kim, Jana, Mita, China, Connie, V1, Anne, Wombel, Inka, NinA, Nancy, Sheela, Tupfer, von ihren Erfahrungen mit dem DDR-Regime, packen unausgesprochene Wahrheiten auf den Tisch und lassen tief in den Untergrund des sozialistischen Systems blicken.
Geralf Pochop Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression
- 200 Seiten
- 7 Lesestunden
Der Staat hatte uns über etliche Jahre wegen unseres Musikgeschmacks und unseres Äußeren wie Feinde behandelt. Diese Rolle hatten wir angenommen. Wir hatten uns stark politisiert und nutzten unsere schwer erkämpften Freiräume nicht mehr nur, um unser Lebensg efühl auszukosten, sondern bauten ein Netz aus komplett autonomen Strukturen auf. Wir fanden Wege, den Wehrdienst zu verweigern, unsere Meinung auch öffentlich zu sagen, und wir redeten, wie uns der Schnabel gewachsen war. Wir gingen nicht zur Wahl, weil wir diese nicht als solche anerkannten. Unserer Kompromisslosigkeit hatte der Staat nichts entgegenzusetzen. Punk war das Beste, was uns in der DDR passieren konnte. Wir wurden diskriminiert, gejagt und willkürlich weggesperrt, trotzdem waren wir freier als alle anderen. Es war die intensivste Zeit meines Lebens.
Zwischen Aufbruch und Randale
Der wilde Osten in den Wirren der Nachwendezeit
- 312 Seiten
- 11 Lesestunden
Seit dem 9. November 1989 prallten in Deutschland zwei Systeme aufeinander, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Vor allem den Ostdeutschen waren die Regeln der neuen Gesellschaft fremd. Die alte Macht hatte nichts mehr zu sagen, die neue war noch nicht wirklich präsent. Es entstand ein rechtsfreier Raum. Es folgte eine Zeit der Hoffnung, des Aufbruchs und der Kreativität. Jede noch so verrückte Idee konnte in die Realität umgesetzt werden. Alles war möglich. Die Aufbruchstimmung beschränkte sich nicht nur auf gesellschaftliche Veränderungen, Hausbesetzungen, Musik- und Jugendsubkulturen, sondern auch auf Familien- und Freizeitzentren, alternativpädagogische Bildungsprojekte und Initiativen für Umwelt und Naturschutz. Geralf Pochop („Untergrund war Strategie“) berichtet von längst vergangenen Zeiten, welche in dieser Form sicher einzigartig waren. Ein ganzes Land zwischen Aufbruch und Randale. Zwischen Hoffnung und Resignation. Ein Land, eine Subkultur auf der Suche nach der Zukunft.