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Susanne Neuffer

    19. Mai 1951
    Schnee von Teheran oder vom Verlassen des Geländes
    Im Schuppen ein Mann
    Merkur 8/2024, Jg.78
    MERKUR 12/2024, Jg.78
    Sandstein
    • Sandstein

      Zwei Novellen

      Wie lange können Geschichten einen Menschen am Leben halten? D.s Krankenzimmer wird zum Salon, in dem Geschichten beginnen und enden. »Flussbett oder Erzähl, damit meine Zeit vergeht« ist eine Geschichte über Versuche in Sachen Liebe und Politik, über Freundschaft und die Kraft des Erzählens an der Wende zum 21. Jahrhundert. In »Sandstein oder Der Reiter auf dem Holodeck« reist der Sanitärfachmann Konrad Schattenhofer mit mehreren Aufträgen in die fränkische Stadt F. Er soll die Toiletten des Stadttheaters sanieren, seine Familiengeschichte aufarbeiten und – auf den Spuren Jakob Wassermanns – etwas über ein Stück Literatur- und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts herausfinden. Begleitet von der Museumsmitarbei­­­terin Zenzi begibt sich Konrad auf eine verwirrende Suche und Wanderung durch die Sandsteinstadt und zieht eine überraschende Konsequenz für sein eigenes Leben. Nach zahlreichen Kurzgeschichten erscheinen nun zwei Novellen von Susanne Neuffer. Auch in der längeren Form bleibt die Autorin ihrer lakonischen Erzählweise und ihrem filmischen Blick auf Orte, Dinge und Figuren treu.

      Sandstein
    • MERKUR 12/2024, Jg.78

      Nr. 907, Heft 12, Dezember 2024

      • 104 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Steffen Mau schlägt vor, die Probleme, die sozialer Wandel hervorruft, unter dem Aspekt ihrer Zeitverhältnisse zu betrachten – und warnt: „Alle Versuche, Politik mit der Brechstange zu machen und Gesellschaften einen grundlegenden Wandel aufzuzwingen, erweisen sich als hoch riskant.“ Ist klein manchmal fein? Das fragt Christian Demand im Blick auf das Wohnen und den architektonischen Umgang mit Beengung, vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Youtube-Gegenwart. Was man als Radfahrer auf Alpenpässen so alles erlebt und erfährt, kann Valentin Groebner aus eigener Anschauung und Anstrengung schildern. In seiner Musikkolumne fragt Tobias Janz nach dem Zusammenhang von Musik und Bewegung. Von einer Vortragsreihe zu emanzipatorischen Potenzialen im Iran berichtet Nacim Ghanbari. Matthias Rothe sieht, wie von links wie von rechts an Michel Foucault gezerrt wird, und plädiert sehr dafür, die Komplexität wie die Ambivalenzen dieses Denkers zu wahren. Eine etwas andere Geschichte der Nachkriegszeit im deutschen Osten wie Westen erzählt Felix Ackermann – und auch davon, wie es zur beabsichtigten Friedenskonferenz, die alle Opfer der Deutschen einschließen sollte, nie kam. Victor Loxen berichtet nicht ohne Skepsis vom Siegeszug der Informationsfreiheit als Recht gegenüber dem Staat in westlichen Demokratien. Susanne Neuffers (letzte) Schlusskolumne spielt am untersten Ende der Nahrungskette.

      MERKUR 12/2024, Jg.78
    • Merkur 8/2024, Jg.78

      Nr. 903, Heft 08, August 2024

      • 104 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Der Philosoph Robert Hugo Ziegler fragt sich nach der Bedeutung der ausländerfeindlichen Sylter Hassgesänge: Wie genau kommen hier Rassismus, Spaß, Transgression und Bürgertum zusammen? Danilo Scholz verfolgt die diskursiven Spuren, die vom französischen Kolonialismus und vom Algerienkrieg zur Situation in Palästina/Israel führen. (Er verfolgt das so genau, dass im kommenden Heft ein zweiter Teil folgt.) Über den Wandel des Begriffs der „Masse“ – und seine angesichts des Populismus neue Aktualität – denkt Christian Geulen nach. Für die erste Folge seiner Theaterkolumne ist Ekkehard Knörer in Ostdeutschland unterwegs. Adom Getachew beschäftigt sich, auch aus autobiografischer Perspektive, mit dem Autor und Wissenschaftler Louis Chude-Sokei, der die Vielfalt der afrikanischen Diaspora betont. Die neue Frantz-Fanon-Biografie von Adam Shatz hat Andreas Eckert gelesen. Albrecht Koschorke legt dar, was in der aktuellen politischen Situation nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Einzelnen zu zerreißen droht. Über unser sich rasant prekarisierendes Leben im Anthropozän und die Möglichkeit des Aufschubs der Katastrophe schreibt Christoph Paret. Im Vorabdruck aus David Wagners neuem Roman ist nicht nur die Titelheldin Verkin, sondern auch der Istanbuler Stadtteil Galata im Bild. In Susanne Neuffers Erzählung Überlaufende Beichte geht es um einen Mann, der (fast) alle Menschen zum Reden bringt.

      Merkur 8/2024, Jg.78
    • Babette Kleinhempel ist eine Lehrerin, die lieber eine andere Identität annehmen würde, als sich zu ihrer tatsächlichen Profession zu bekennen, aus der sie sich innerlich längst verabschiedet hat. Ihre Flucht vor der Realität findet während der Großen Ferien statt, die ihr Raum für Bildungsreisen zu ihren familiären Wurzeln und den Quellen körperlicher Arbeit bieten. Auf ihren Reisen begegnet sie „den Toten und den Torten“ und erfährt von den Verbindungen zwischen Todesangst, Lebenshunger und Leichenschmaus. Sie entdeckt, dass Spiritualität in Kathmandu im Vergleich zu Kakaotrinken in Hammerfest eher spießig erscheint. Dabei sammelt sie Ideen und Rezepte für den persischen Zuckerbäcker Reza, der ihr beigebracht hat, die Zuckerbäckerei als Spiegel einer Kultur und als Mittel zur Bewältigung des Lebens zu verstehen. Trotz der Rückkehr in den Schulalltag, geprägt von finanziellen Sorgen und der Notwendigkeit von Altersvorsorge, bleibt die Hoffnung auf ein gemeinsames Projekt mit Reza: den Nachbau der Sieben Weltwunder als Desserts.

      Schnee von Teheran oder vom Verlassen des Geländes