Der ungarische Schriftsteller István Eörsi erzählt einer jungen britischen Journalistin von seinem Leben auf einer Donauinsel. Er reflektiert über den Alltag in der Diktatur, persönliche Erlebnisse und die ungarische Gesellschaft zwischen 1956 und 1989. Sein Bericht ist unterhaltsam, witzig und selbstironisch.
Die meisten der in den Anklageschriften enthaltenen Handlungen haben tatsächlich stattgefunden, sodass die Prozesse nicht als konzipiert bezeichnet werden können. Die Sichtweise auf die Geschichte war jedoch konzipiert, was Raum für die gerichtlichen Komödien schuf. Anstelle von konstruierten Prozessen sorgte eine konstruierte Geschichte für die Todesurteile und füllte die Gefängnisse.
DAS VERHÖR setzt die Diskussion aus Brechts „Maßnahme“ und Heiner Müllers „Mauser“ fort. Eörsis Stück spielt im Gefängnis, neun Monate nach Stalins Tod, drei Jahre vor dem ungarischen Aufstand von 1956. Die Gefangenen - Altkommunisten, Bürgerliche, Katholiken, Proleten - zerfleischen sich gegenseitig. Ehemalige Genossen finden sich in entgegengesetzten Lagern wieder: der eine ist Gefängniskommandant, der andere, als „Verräter“ verurteilt, soll jetzt auf seine Rehabilitierung vorbereitet werden. „Ein würdiges Meisterstück, bei aller Grausamkeit immer wieder souverän komisch.“ (Friedrich Luft) Im Mittelpunkt des zweiten Stückes, JÓLAN UND DIE MÄNNER, steht die immer noch attraktive Jólan, die dem letzten und jüngsten ihrer vielen Liebhaber ihr Leben erzählt. So entsteht, zuweilen frivol, aber nirgends zynisch, eine doppelte Chronik: die persönliche der Jólan und die der gesellschaftlich-politischen Entwicklung Ungarns.